Schneller

Mit NanoTrench Glasfaser sicher im Asphalt verlegen

Trenching, das Auffräsen von Gehwegen oder Asphalt, erlaubt schnellere Verlegung von Glasfaser. Doch es gibt Unterschiede.
Aus Hannover von der CEBIT berichtet
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Dass die Zukunft des Netzausbaus in der Glasfaser liegt, hat sich längst bei Netzbetreibern bis hin zur Politik herumgesprochen. Doch zum Verlegen von Kabeln muss man Löcher graben. Die Glasfaser ist empfindlich und wird deshalb in Kunststoff-Rohren verlegt. Diese Rohre wurden bisher vergraben, "geschossen" oder gebohrt. Oder man fräst die Straßen- oder Gehwegsoberfläche auf. Dann spricht man vom Trenching. Die Idee ist bestechend: Man fährt mit einer Fräse über die Straße, holt einen schmalen Streifen Asphalt und Schotter raus, wirft das Leerrohr hinein, stopft wieder zu, Teer drauf und fertig. Später wird durch das Leerrohr die eigentliche Glasfaser geblasen, so richtig mit Druckluft.

Risiken und Nebenwirkungen

Beim patentierten Nano-Trench-Verfahren geht es nicht so tief in den Asphalt
Beim patentierten Nano-Trench-Verfahren geht es nicht so tief in den Asphalt
Was sich auf den ersten Blick toll anhört, hat Risiken und langfristige Nebenwirkungen. Im Winter könnte die aufgefräste Nut vom Frost heimgesucht werden, durch den unterschiedlich "dichten" Untergrund könnte die Straße genau an dieser Stelle aufbrechen. Unter dem Asphalt befinden sich grobere Steine, die das Kunststoffrohr quetschen oder beschädigen könnten. Schlimmstenfalls muss die Straße erneut aufgegraben und neues Leerrohr verlegt werden.

H-Trenching

Mit parallelen Diamantscheiben wird das Loch für das Leerrohrbündel herausgeschnitten, es sind auch elegante Abzweigungen möglich.
Mit parallelen Diamantscheiben wird das Loch für das Leerrohrbündel herausgeschnitten.
Es sind auch elegante Abzweigungen möglich.
Man könnte das Glasfaser-Rohr auch unter den Kies in den Sand legen, wie es beispielsweise die Firma Leonhard Weiss macht. Sie nennen das Verfahren H-Trenching. Allerdings ist diese Methode etwas teurer, dafür auch beständiger, wie Experten im Gespräch mit teltarif.de erklärten.

Der Ansatz von Nano-Trench

Das österreichische Unternehmen Nano-Trench wählt einen anderen Ansatz. Mit Diamantscheiben wird der Asphalt sauber ausgeschnitten und das Leerrohr noch in der Asphaltsschicht verlegt. Anschließend kommt ein Epoxyd-Harz auf das eingelegte Kabel und dichtet die Geschichten nach oben ab. Die Straße oder der Gehweg bleiben belastbar, das Leerrohr wird nicht beschädigt.

In einer sanften Kurve wird eine Abzweigung herausgesägt. Unten das fertige Leerrohr mit Glasfaser
In einer sanften Kurve wird eine Abzweigung herausgesägt.
Unten das fertige Leerrohr mit Glasfaser
Am Stand von Vodafone demonstriert der technische Firmenchef und "Stratege" Alois Pichler von der Österreichischen Glasfaser Verlegungs GmbH sein Verfahren, das gemeinsam mit der österreichischen A1-Telekom und der Universität Wien entwickelt und dort zertifiziert wurde. Vodafone Deutschland Chef Hannes Ametsreiter war lange Chef bei A1-Telekom in Austria und hat Pichler und sein Unternehmen quasi nach Deutschland "mitgebracht". Längst hat das Nano-Trench-Verfahren in Deutschland auch Interesse bei der Deutschen Telekom oder ihren privaten Mitbewerbern gefunden.

Mit solchen Maschinen könnte Nano-Trench demnächst auch in Deutschland unterwegs sein. Beispielsweise für Vodafone.
Mit solchen Maschinen könnte Nano-Trench demnächst auch in Deutschland unterwegs sein.
Beispielsweise für Vodafone.
Das Nano-Trench-Verfahren hat dem Prinzip bedingt einen wesentlichen Nachteil: Die Verlegung muss genau dokumentiert und allen Baufirmen und Behörden mitgeteilt werden. Wenn der Straßenbelag auf diesen Straßen oder Wegen später irgendwann erneuert werden muss, besteht das Risiko, dass beim üblichen Herunterfräsen der Oberfläche, das Glasfaser-Leerrohr mit "erwischt" würde, wenn nicht vorher alle Pläne und Unterlagen penibel beachtet werden und hoffentlich die exakte Wirklichkeit widerspiegeln.

Je tiefer, je besser?

Frostprobleme und spätere Beschädigungen sind für Bauämter in den Gemeinden oft das Argument, die Glasfaser möglichst "tief", damit aber auch sehr teuer zu verlegen. Pichler hofft, dass das Kostenargument und die mögliche Baugeschwindigkeit von 600 Metern pro Tag einen langsamen Umdenkungsprozess auslösen könnten.

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