Erfahrungsbericht

Surftab Wintron 7.0: Taugt das Billig-Tablet als PC-Ersatz?

Günstige Tablets unter der 100-Euro-Grenze gibt es nun auch mit Windows 10. Unser dreimonatiger Test mit einem solchen Gerät zeigt: Es gibt deutliche Schwächen in der Handhabung und Akkulaufzeit.
Von Daniel Profit
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 Ausgepackt: Das Surftab Wintron 7.0 Mittlerweile gibt es eine Reihe von günstigen Tablets mit Android, Windows & Co. Preise unterhalb der 100-Euro-Grenze lassen schnell den Eindruck aufkommen, dass man hier ein echtes Schnäppchen ergattert. Wir haben uns daher ein Tablet mit Windows 10 für unter 60 Euro besorgt und es auf Herz und Nieren getestet.

Der Hersteller Trekstor bietet mit seinem Modell SurfTab Wintron 7.0 ein Tablet mit Windows und Quad-Core-Prozessor, 1 GB Arbeitsspeicher und Windows 10 als Betriebssystems an. Wie der Modellname es vermuten lässt, ist der Bildschirm 7 Zoll groß und löst 1024 mal 600 Pixel auf. Für Dateien steht ein interner Speicher von 16 GB zur Verfügung, welcher von Windows in Beschlag genommen wird. Für mehr Platz gibt einen Einschub, in welchem Speicherkarten mit bis zu 128 GB Kapazität Platz finden. Über WLAN und Bluetooth kann das Gerät mit der Außenwelt kommunizieren .

Verarbeitung

Am Gehäuse des Geräts wurde hauptsächlich Plastik verwendet. Eine hochwertige Metallverarbeitung darf man in dieser Preisklasse aber auch nicht erwarten. Mit dem Display sollte man besonders achtsam sein, da es nicht sonderlich gut gegen Kratzer geschützt ist. Und eine weitere Eigenschaft teilen das Display und das Gehäuse: Schnell werden nach dem ersten Anfassen hässliche Fingerabdrücke sichtbar. Wer einen guten Zustand des Tablet beibehalten will, sollte daher ein Case um das Gerät packen. Die Tasten am Gehäuse wackeln und knarzen nicht.

Bildschirm

Der Bildschirm löst mit 1024x600 Bildpunkten auf und wird von Trekstor als IPS-Display bezeichnet. Trotzdem kommt die Darstellung eher blass daher und war auf Dauer für die Augen anstrengend. Im Sonnenlicht waren die Inhalte nur sehr schwierig zu entziffern.

Windows 10 auf dem Tablet im Check: Ein neuer PC-Ersatz?

 Das Surftab Wintron 7.0 Dem Autor ist die Oberfläche von Windows nicht unbekannt: Als Besitzer von zwei Lumia-Smartphones mit Windows kennt er Stärken und Schwächen des Systems. Was mit der mobilen Version von Windows gut funktioniert, ist bei dieser vollwertigen Version von Windows 10 auf diesem Tablet ernüchternd. Während das Starten und Herrunterfahren schnell und zügig vor sich geht, ist das Öffnen und Schließen von Programmen oft mit einer Zwangspause verbunden. Auch wenn das hier vorinstallierte Windows das Verwenden von jeglicher PC-Software erlaubt, ist ihre Verwendung in der Praxis aufgrund der mageren Performance nicht zu empfehlen.

Ebenso macht die Bedienung zunehmend Probleme. Während die Oberfläche des Systems auf den ersten Blick gut mit der Touchscreen-Bedienung zu korrespondieren scheint, entpuppen sich kompliziertere Einstellungsmenüs oder auch die Bedienung von "normaler" Software als schwierig. Dies liegt daran, dass nur wenig Software auf die Bedienung im Tabletmodus ausgelegt ist. Der Appstore, der schon bei Windows Phone seinen Mitbewerbern gegenüber deutlich weniger Software aufweist, hat bei der PC-Version ein noch prekäreres Softwareangebot.

Das Surfen im Internet auf Seiten wie Youtube, Facebook oder ähnlichen brachte das Wintron schnell an die Belastungsgrenze. Bei einem Anruf über die vorinstallierte Skype-App hörte sich der Gesprächspartner blechern an, die eingebauten Kameras übertrugen unscharfe Bilder.

Dicker Patzer bei der Akkulaufzeit

Das Surftab Wintron 7.0 im EinsatzDas Surftab Wintron 7.0 im Einsatz Im Laufzeittest offenbarte sich die größte Schwäche des Tablets. Trekstor selbst gibt eine Laufzeit von bis zu 4 Stunden an, doch im Test zeigte sich ein anderes Bild. Mit dem im Test verwendeten Gerät kam der Autor bei mäßiger Nutzung auf knapp 2 Stunden. Selbst der Stromsparmodus und die Regulierung der Helligkeit brachten keine spürbare Verlängerung der Laufzeit. Dies ist zu schwach. Im Standby-Test ging dem Tablet nach 5 Stunden die Puste aus.

Fazit: Lieber nicht

Wer hier einen PC-Ersatz sucht, wird schnell enttäuscht. Dafür ist die Leistung zu schwach, der Lautsprecher zu leise und der Quad-Core-Prozessor Z3735G von Intel verbraucht zuviel Energie. Für den Einsatz als Tablet für das Surfen im Internet reicht es aus, wenn man sich nur auf "einfachen" Seiten bewegt. Unter Sonnenlicht wird das Abrufen von Inhalten ein schwieriges Unterfangen. Es zeigt sich, dass in dieser Preisklasse das Android-Lager klar dominiert und mehr zu bieten hat. Der direkte Vergleich mit dem Kindle Fire offenbart, dass auf dem Markt zum gleichen Preis bessere Qualität vorzufinden ist.

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