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"Trabbi unter den Netbooks": Toshiba NB100 im Handel

Von Johannes Haupt
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Eines für Alle: Wenn man dem Hersteller glauben schenkt, ist das Toshiba NB100 ein komplettes Netbook für Jedermann. Als einziger Rechner im Haushalt soll der Neun-Zoller eine ebenso gute Figur machen wie als Zweit-Notebook für Schule, Uni oder Office.

Toshiba NB100-12N

Deutlich günstiger als im September angekündigt ist das - wohlwollend ausgedrückt klassisch-konservativ gehaltene - Netbook nun in den Handel gekommen. Statt der geplanten vier Varianten gibt es nur zwei Modelle: Das Toshiba NB100-11R mit Ubuntu Linux, 512 Mbyte RAM und 80 Gbyte HDD für EUR 333 (angekündigt: EUR 399) sowie das Toshiba NB100-10Y mit Windows XP, 1 Gbyte RAM, 120 Gbyte HDD und Bluetooth für EUR 399 (angekündigt: EUR 449) können ab sofort u.a. versandkostenfrei bei amazon.de geshoppt werden.

In Australien wird das Toshiba NB100 schon seit Anfang des Monats verkauft, war entsprechend bereits in einigen IT-Redaktionen zu Gast. Die ersten Rezensionen sind vernichtend.

"Say no to this netbook" betitelt das Australian Personal Computer Magazine (gehört zu MSN) einen Testbericht, in dem kein gutes Haar an dem Netbook gelassen wird. Die Tastatur könnte man mit der eines Sieben-Zollers verwechseln, die Optik müffele nach 80er Jahren, das Mauspad sei zu klein, die Buttons zu schmal, die Akkulaufzeit liege trotz 4-zelligem Akku selbst unter der des Dell Inspiron Mini 9 (3-Zellen Akku) - nur einige der Kritikpunkte.

Im Artikel klingt immer wieder die Enttäuschung über die Durchschnittlichkeit des Netbooks durch - von Toshiba haben die Redakteure mehr als ein "me2-Produkt" erwartet. Statt einen Toyota (in Anspielung auf den Herstellersitz) habe man einen Trabbi im Testlabor gehabt.

Ähnlich beurteilen [Link entfernt] die Kollegen von Smarthouse das Toshiba NB100. Dem Netbook fehle jegliche Innovativität, einem ordentlichen Display und dem für die Größe geringen Gewicht stünden lausige Eingabegeräte und eine enttäuschende Akkulaufzeit gegenüber. Das Design sei Geschmackssache. Bewertung: 3 von 5 Punkte.

Auch der australische Ableger des renommierten CNET-Netzwerks hat sich das Toshiba NB100 bereits vorgenommen, gibt 6 von 10 Punkten. Der einzige Pluspunkt - die bekannte wie zeitgemäße Intel Atom Plattform - gilt gleichzeitig als Schwäche, fehlt es dem Netbook doch an jeglichem einzigartigen Kaufanreiz. Die spitzen Tasten sowie die "miserablen" Mausbuttons erregten auch hier besonders den Unmut der Tester. Fazit: Das Netbook sei "einfach nicht konkurrenzfähig."

Getestet wurde jeweils das Windows XP Modell Toshiba NB100-10Y, welches in Australien als Einführungsangebot für umgerechnet EUR 345 (699 australische Dollar) zu haben ist.

Am anderen Ende der Welt gibt es ebenso wie hierzulande zahlreiche Alternativen für jede Nutzergruppe. Das Acer Aspire One A150X (EUR 60 günstiger) bietet mehr Speicherplatz und bessere Eingabemöglichkeiten, der Eee PC 901 (EUR 330) hat mehr als doppelt soviel Puste - nur zwei Beispiele. Hinzu kommt bei der gesamten namhaften Konkurrenz ein Design, dass - um es mit den Worten des Sydney Morning Herald zu sagen - nicht wie ein Relikt aus der Zeit wirkt, in der Computer noch nicht gut aussehen durften.

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