Bokeh-Experte

TP-Link Neffos N1 im Kurztest: Klasse Fotos bei gutem Licht

Das TP-Link Neffos N1 soll mit seinen zwei 12-Megapixel-Kameras Hobby-Fotografen locken. Ob die Aufnahmen halten, was der Hersteller verspricht, erfahren Sie in unserem Kurztest.
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Oft lauern hinter Marken, an die man womöglich nicht bei einem Smartphone-Kauf dachte, so manche Geheimtipps. Wir klären in unserem Kurztest zum Neffos N1, ob das auch bei diesem Mobilgerät der Fall ist. Hinter der Produktlinie Neffos verbirgt sich die Smartphone-Sparte des chinesischen Netzwerk-Spezialisten TP-Link. Die Handys sollen vornehmlich durch ihr Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugen, so steckt dann auch im N1 durchaus interessante Technik zu einem attraktiven Kostenpunkt von 269 Euro (UVP). Unter anderem lassen eine Dual-Kamera, ein Full-HD-Display, 64 GB Flash-Speicher und 4 GB RAM aufhorchen.

Front des TP-Link Neffos N1
Front des TP-Link Neffos N1

Neffos N1 – Mittelklasse-Smartphone mit vielversprechender Ausstattung

Hersteller TP-Link hat uns netterweise ein Testexemplar dieses Mobiltelefons zur Verfügung gestellt. Wir weisen darauf hin, dass damit keinerlei Vergünstigungen einhergingen und die folgenden Zeilen unzensiert die persönlichen Eindrücke des Autors widerspiegeln. Der in China ansässige Konzern hat in seinem Netzwerkgeschäft ein eher konservatives Image, das vor rund zwei Jahren ins Leben gerufene Smartphone-Segment steht in starkem Kontrast dazu. Neffos wird als Marke modern, aber dennoch seriös präsentiert. Sowohl der Internetauftritt als auch die Umverpackung der Mobilgeräte sind ansprechend gestaltet. Auf der Kartonage des Neffos N1 begrüßt das Smartphone samt künstlerischem Foto den Käufer – einen Hinweis auf die Dual-Kamera gibt es dort ebenfalls. Die Rückseite der Schachtel gewährt einen Überblick über die wichtigsten Spezifikationen. Diese lauten folgendermaßen:

  • 5,5 Zoll IPS-Display mit 1920 mal 1080 Pixel
  • MediaTek Helio P25 (MT6757CD) Octa-Core-Prozessor
  • 4 GB RAM / 64 GB Flash-Speicher (aufrüstbar via microSD-Karte)
  • zwei 12-Megapixel-Kameras (RGB und monochrom)
  • Selfie-Kamera mit 8 Megapixel
  • Android 7.1.2 Nougat
  • Fest verbauter Akku mit 3260 mAh
  • LTE Cat. 4, Dual-SIM, WLAN 802.11 ac, Bluetooth 4.1
  • USB Typ C, 3,5 mm Klinke, GPS, Fingerabdrucksensor
Rückseite des TP-Link Neffos N1
Rückseite des TP-Link Neffos N1

Preis und Verfügbarkeit des Neffos N1

Für die ausgewiesene UVP von 269 Euro bietet der Hersteller, zumindest auf dem Papier, kein schlechtes Gesamtpaket an. Im Einzelhandel bekommt man das Smartphone bereits ab 249  Euro. Das Neffos N1 ist seit dem 6. April in Deutschland erhältlich, die Verfügbarkeit ist sehr gut. Ob bei den Elektronikfachhändlern Media Markt und Saturn oder bei Notebooksbilliger.de und dem nullprozentshop, viele Anbieter haben das Mittelklasse-Mobilgerät auf Lager. Lediglich bei Amazon sieht es derzeit noch düster aus. Beim Shop-Riesen existiert zwar bereits die Produktseite des Neffos N1, es sind allerdings noch keine Exemplare lieferbar. Übrigens: Das hierzulande wichtige LTE-Band 20 (800 MHz) wird von diesem Handy unterstützt.

Ausstattung des Neffos N1

„Dual-Kamera für wundervolle Porträts“, verspricht TP-Link auf der hauseigenen Produktseite des Neffos N1. Zudem soll das Smartphone über eine „Low-Light-Exzellenz“ verfügen. Die Fotos mit der Dame im blauen Kleid sind nett anzusehen, einen solch extremen Bokeh-Effekt braucht man in der Realität allerdings nicht zu erwarten.

Die beiden 12-Megapixel-Kameras bringen jedoch mit dem Sony-Sensor IMX386 eine gute Voraussetzung für ansprechende Fotos mit sich. Eine Blendenöffnung von f/2.0 ist – für die winzigen Smartphone-Objektive – nicht sonderlich lichtstark, was die monochrome Einheit kompensieren soll. Bei MediaTek-SoCs winken Handy-Fans oftmals ab, in der Tat zählt dieser Halbleiterfertiger nicht zur Elite der Chipsatz-Lieferanten. Die Helio-P-Reihe ist aber recht ordentlich ausgestattet. Das im Neffos N1 verbaute SoC Helio P25 wartet mit acht Prozessorkernen (Cortex-A53-Architektur) auf, die mit bis zu 2,6 GHz takten können. Der Grafikchip Mali-T880 ist ein alter Bekannter, so berechnet die GPU unter anderem die Bildschirminhalte des Galaxy S7. Allerdings verfügt die Helio-P25-Ausgabe nur über zwei Grafikkerne, während es beim Samsung-Modell zwölf sind.

Bei der maximalen erreichbaren LTE-Geschwindigkeit des MediaTek-Modems gibt TP-Link zudem LTE Cat. 4 (bis zu 150 MBit/s) an, obwohl das SoC eigentlich für Cat. 6 ausgelegt ist. Der IPS-Screen ist mit 401 ppi ausreichend scharf, das Gehäuse um das Display aber ziemlich verschwenderisch gestaltet. Das 16:9-Format gepaart mit dicken Balken ober- und unterhalb des Bildschirms lassen das Neffos N1 klobig wirken. Im Direktvergleich ist ein Samsung Galaxy S8 trotz 5,8-Zoll-Anzeige kompakter. Hingegen hat TP-Link das Handy nicht mit allzu vielen Apps vollgestopft, ab Werk sind noch mehr als 52 GB des 64 GB großen Flash-Speichers frei.

Auf der folgenden Seite unseres Kurztests zum TP-Link Neffos N1 gehen wir nicht nur auf die Akkuleistung, die Verarbeitung und die Telefonie ein, sondern geben auch eine Einschätzung zur Qualität der Kamera.

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