E-Book-Reader-Test

Thalias TouchMe im Test: WLAN-loser E-Book-Reader spielt Videos

59,99-Euro-Gerät mit großer Formatvielfalt, aber enttäuschendem Fazit
Von Rita Deutschbein

Der TouchMe von Thalia wirbt mit einem offenen Datei-System, das die Darstellung von allen gängigen E-Book-Formaten wie ePub, PDF, mobi, HTML, TXT, PDB, RTF, LRC, FB2 und TVT ermöglicht. Im Test konnten wir die Dateien auch ohne Probleme wiedergeben, allerdings in LCD-typischer körniger und leicht flimmernder Darstellung. Die jeweiligen Inhalte gelangen via PC-Anschluss auf den E-Book-Reader. Über diesen Weg können auch Ordner zur Sortierung der Bibliothek angelegt werden, die dann über den Datei-Explorer angezeigt werden. WLAN oder UMTS bringt der TouchMe nicht mit.

Das Aufspielen von E-Books, Bildern, Musik oder Videos funktioniert einfach und - je nach Dateigröße - recht schnell, da das Lesegerät vom PC als Wechseldatenträger erkannt wird. Eine Installationsdatei für Adobe Digital Editions zur Installation auf dem PC bringt der Reader bereits mit. Sie ermöglicht die Verwaltung und Darstellung von DRM-geschützten E-Books.

Die Darstellung des E-Books lässt sich durch insgesamt fünf verschiedene Schriftgrößen von S bis XXL anpassen. Zudem können Notizen direkt im Text angelegt, Lesezeichen gesetzt, Musik wiedergegeben und die Kapitelübersicht des Buches geöffnet werden. Der mittig angebrachte Pfeil ändert die Darstellung vom Hoch- ins Querformat, wobei eine 360-Grad-Ansicht möglich ist.

Videos, Musik und weitere Funktionen

Thalias TouchMe im Test: WLAN-loser E-Book-Reader spielt Videos Videowiedergabe fällt etwas dunkel aus
Bild: teltarif.de
Neben der Wiedergabe von E-Books ist auch das Abspielen von Musik und sogar Filmen möglich. Gerade mit letzter Funktion hebt sich der TouchMe von vielen Konkurrenz-Geräten ab. Unterstützt werden die Formate MPG, RMVB, FLC, ASF, WMV, MP4, 3GP, RM und AVI. Beim Test hatten wir tatsächlich auch keine Schwierigkeiten eine AVI-Datei abzuspielen. Die Darstellung war zwar etwas kontrastlos und könnte eine bessere Farbtiefe vertragen, war aber dennoch gut zu erkennen. Bei längeren Filmen forderte jedoch die schwächelnde Technik ihr Tribut - der Ton lief dem Bild davon und war nicht länger synchron. Mit 8 GB internen Speicher bringt der TouchMe auch genügend Platz für Filme mit. Sollte dieser dennoch nicht ausreichen, lässt er sich um weitere 16 GB erweitern.

Der Musik-Player ist hübsch gestaltet und gibt alle Titel (MP3, WMA, FLAC, AAC, OGG, WAV, APE) verlässlich wieder. Positiv ist, dass auch Musik-Stücke während des Lesens wiedergegeben werden können. Dazu lässt sich ein Miniatur-Player an der Unterseite des Textes öffnen. Auch lassen sich eigene Tonaufnahmen speichern - auf Wunsch sogar in HD-Qualität.

Zum Umfang des TouchMe gehört neben den beiden Playern auch ein Kalender, der allerdings keine Einträge zulässt, zwei Spiele, ein Taschenrechner sowie eine Such-Funktion, mit der sämtliche Dateien auf dem E-Book-Reader durchforstet werden können.

Hilfe bei schlecht reagierendem Touchscreen

Ein Punkt muss in Kürze speziell erwähnt werden: Der Touchscreen des TouchMe reagiert sehr schlecht auf bloße Fingereingaben und machte gerade zu Beginn den Eindruck, als würde die Bedienung über ihn nicht möglich sein. Nach kurzem Ausprobieren und mit Zuhilfenahme des Fingernagels konnte diese Problem jedoch behoben werden. Auch ein stumpfer Stift oder Stylus bringt Abhilfe.

Fazit: Der Preis ist nicht alles

Die Ausstattung des TouchMe:
  • Abmessungen: 197 x 126 x 9,7 mm
  • Gewicht: 297 Gramm
  • Bildschirm: 480 x 800 Pixel, bei 7 Zoll
  • Darstellung: LCD, farbig
  • Speicherplatz: 8 GB, erweiterbar
  • Akku: 2200 mAh
  • Schnittstellen: microSD, microUSB 2.0
  • Audio-Anschluss: ja
  • Textformate: ePub, PDF, mobi, HTML,
    TXT, PDB, RTF, LRC, FB2 und TVT
  • Audioformate: MP3, WMA, FLAC, AAC,
    OGG, WAV, APE
  • Bildformate: JPEG, PNG, BMP, GIF, PNG
  • Videoformate: MPG, RMVB, FLC, ASF,
    WMV, MP4, 3GP, RM, AVI
  • Zubehör: USB-Kabel, Kurzanleitung
  • Preis: 59,99 Euro
Thalia bietet den TouchMe zum Preis von 59,99 Euro als Alternative zum Oyo direkt in den Filialen an. Wie bei allen LCD-Lesegeräten müssen sich Nutzer bewusst sein, dass das Lesen nicht so angenehm ist wie beispielsweise bei eInk-Geräten. Vorteil ist jedoch, dass auch farbige Inhalte dargestellt werden können - der TouchMe ermöglicht gar die Wiedergabe von Videos. Allerdings hatte die schwächelnde Technik zur Folge, dass Bild und Ton bereits kurz nach dem Start des Filmes nicht mehr synchron waren.

Der Funktionsumfang und die Dateivielfalt des TouchMe ist sehr gut. E-Books werden in allen Formaten verlässlich dargestellt. Allerdings ist die Bedienung des Gerätes durch den schlecht reagierenden Touchscreen quälend, so dass alles in allem keine wirkliche Kaufempfehlung ausgesprochen werden kann. Wer mobi-Dateien ebenso wie ePubs und PDFs lesen möchte, findet im eInk/Pearl-Reader Kobo Touch ein besseres Gerät. Er bietet einen angeschlossenen E-Book-Store sowie integriertes WLAN, ist allerdings mit 149 Euro auch um einiges teurer. Eine Liste ausgewählter Lesegeräten sowie zusätzliche Details und Testberichte finden Sie auf unserer E-Book-Reader-Übersicht.

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