Navigationsgeräte

TomTom: Smartphone kann klassisches Navi nicht ersetzen

Nach durchwachsenen Erfahrungen mit Apps kaufen viele ein Navi

Smartphone kann klassisches Navi laut TomTom nicht ersetzen Smartphone kann klassisches Navi laut TomTom nicht ersetzen
Logo: TomTom
Smartphones sind keine Konkurrenz zu klassischen Navigationsgeräten, behauptet Mike Schoofs von TomTom. Obwohl der Markt für Navigationsgeräte seit Jahren rückläufig ist, würden viele Anwender nach durchwachsenen Erfahrungen mit Gratis-Navigation auf Smartphones wieder ein herkömmliches Navi kaufen und dabei auch Wert auf gute Beratung legen.

Mike Schoofs ist der neue Vice President Sales und Marketing DACH von TomTom. Im Interview mit der Zeitschrift Telecom Handel äußert er sich zu den unterschiedlichen Einsatzzwecken von Smartphone- und PND-Navigation sowie zu den mittlerweile recht langen Innovationszyklen bei Navigationsgeräten.

Bei TomTom nur langsames Vordringen auf den Smartphone-Markt

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TomTom sieht sich laut Aussage von Schoofs nach wie vor als Premium-Marke im Navigationsbereich und bringt ein Produkt erst dann auf den Markt, wenn es ausgereift ist. Damit spielt der Manager auf die Tatsache an, dass TomTom bis heute keine Navigations-App für Android bereitgestellt hat, lediglich TomTom Places zum Auffinden von Geschäften, Restaurants und Sehenswürdigkeiten hat es bisher in den Android Market geschafft. Für iPhone und iPad bietet TomTom aber Apps mit verschiedenen Kartenmaterialien an, die zwischen 39,90 und 79,90 Euro kosten.

Zwischen Smartphone-Navigation und klassischen Navis gebe es "keine Kannibalisierung", behauptet Schoofs. Ein iPhone beispielsweise nutze man eher für Fußgänger-Navigation, aber im Auto würden die meisten Nutzer auf einen größeren Bildschirm und ein entsprechendes Menü Wert legen. Schoofs vergleicht die Beziehung beider Geräte zueinander mit dem Bereich der Digitalfotografie: Jedes Smartphone habe mittlerweile eine eingebaute Kamera, dennoch seien die Verkäufe von Digitalkameras in keiner Weise eingebrochen.

Mehrwert bei klassischem Navi liegt bei Kartenmaterial und Service

Für den Einstieg in die Navi-Nutzung betrachtet der TomTom-Manager kostenlose Dienste wie bei Nokia oder Google durchaus positiv. Denn dadurch würden viele Kunden überhaupt erstmals mit dem Thema in Berührung kommen. Allerdings seien die Erfahrungen mit kostenlosen Anwendungen dann manchmal aber eher durchwachsen. Und daraufhin würden dann viele auf ein klassisches Navigationsgerät umsteigen.

Genau diese höheren Ansprüche will TomTom dann mit seinen Navi-Modellen und einem qualifizierten Service beim Fachhändler befriedigen. Allerdings sieht Schoofs auch das Problem, dass heute jedes Navi von A nach B lotsen kann und dass daher viele Anwender ihre nicht ganz billigen Navigationsgeräte über viele Jahre benutzen. TomTom und andere Navi-Hersteller sind daher praktisch dazu verdammt, mit immer neuen Features die Kunden dazu zu verleiten, ihr altes Navi in den Ruhestand zu schicken und ein neues zu kaufen. In diesem Jahr werde die Hälfte der Käufe dazu dienen, das bisherige Gerät durch ein besseres zu ersetzen, so Schoofs.

Ein Premium-Navi wird weiterhin auch mehr kosten

Diese Bereitschaft, ein neues Navi zu kaufen, lässt TomTom sich auch weiterhin fürstlich bezahlen. TomTom sei in der komfortablen Situation, dass die Kunden dazu bereit sind, für die Produkte etwas mehr auszugeben. Im Gegensatz zur Konkurrenz gehe bei TomTom der durchschnittliche Verkaufspreis pro Gerät auch nicht so stark zurück, sondern habe sich auf einem gewissen Niveau eingependelt. TomTom-Aktionsangebote für 99 Euro bei MediaMarkt oder Saturn würden also eine Ausnahme bleiben.

Die immer komplexer werdenden Geräte seien immer erklärungsbedürftiger. Und auch davon würde TomTom wieder profitieren - beispielsweise durch Schulungen. Derzeit seien zehn Kollegen bundesweit unterwegs, um Schulungen für neue Funktionen anzubieten.

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