Angeschaut

Tolino Shine im Test: eReader von Telekom, Thalia, Weltbild & Co.

Günstiger Preis und aktuelle Ausstattung, aber Mängel in der Software
Von Rita Deutschbein

Die Haupt­aufgabe eines E-Book-Readers ist die möglichst buchnahe Darstellung von E-Books. Und darauf konzentriert sich der Tolino Shine auch. Zusatz­funktionen wie Musik-Wiedergabe, Bild­darstellung oder Text-to-Speach unterstützt der eReader nicht. Zudem müssen Nutzer auf typische Text-Bearbeitungen wie das Markieren von Passagen, Wörterbücher oder das Erstellen eigener Notizen verzichten. Hier muss die Software des Tolino Shine noch nachge­bessert werden. Auch die Darstellung im Querformat bietet das Lesegerät nicht. Beide Punkte geben Abzüge in der B-Note.

Tolino Shine im Test: eReader von Telekom, Thalia, Welbild & Co. Menü-Anzeige im E-Book
Bild: teltarif.de
Bei der Darstellung von E-Books leistet sich der Tolino Shine aber keine Schwächen. Das Blättern innerhalb eines Buches erfolgt wie die Steuerung insgesamt über den Touchscreen. Dank seitlich ange­brachter Infrarot-Sensoren, die Bewegung über dem Touch­screen registrieren, kann der Tolino Shine zügig auf Eingaben reagieren. Die Oberfläche des Touch­screens ist leicht angerauht, was das Display noch mehr an die Textur von Papier erinnern lässt.

Am unteren Rand wurden fünf LEDs angebracht, die für eine gleichmäßige und weiß-leuchtende Ausleuchtung sorgen. Ein- und ausgeschaltet wird das Licht über den eingangs erwähnten Lichtschalter. Zudem kann die Helligkeit der LEDs stufenlos über den Touch­screen geregelt werden. Gerade bei hoher Helligkeit werden allerdings die Ghosting-Effekte (das Durch­schimmern der vorherigen Seite), die bei regulärem Betrieb ohne Licht kaum auffallen, zunehmend sichtbar. Schade ist daher, dass der Tolino Shine keine Möglichkeit bietet, den Intervall der Display-Erneuerung festzulegen.

Tolino Shine im Test: eReader von Telekom, Thalia, Welbild & Co. Über das Menü lassen sich
Einstellungen zur Schrift regeln
Bild: teltarif.de
Im E-Book gelangen die Leser mit dem Tippen der Display-Mitte zu den Ein­stellungen, wo sie aus sieben Schrift­größen und sechs Schrift­arten wählen können. Auch kann hier nach Text­stellen gesucht und Lese­zeichen gesetzt werden. Handelt es sich bei der geöffneten Datei um ein PDF-Dokument, kann der Nutzer in den Text zoomen. Alternativ kann dieses Format auf Text­anzeige umgestellt werden, was das Blättern innerhalb der Datei ermöglicht. Beim Umblättern kommt es allerdings häufig zu merklichen Verzö­gerungen.

Die Akkulaufzeit gibt der Hersteller mit sieben Wochen an. Prüfen konnten wir diese Angabe aufgrund der zeitlich begrenzten Geräte-Leihgabe aber nicht. Unsere fünftägige Testphase mit aktiviertem WLAN und teils einge­schaltetem Licht kratzte allerdings kaum am Akkustand, weshalb wir uns die Aussage erlauben, dass die Hersteller­angabe durchaus realistisch ist.

Fazit: Tolino Shine mit Angriffs-Potenzial

Tolino Shine im Test: eReader von Telekom, Thalia, Welbild & Co. Angenehmes Tippen über die
virtuelle Tastatur
Bild: teltarif.de
Der Tolino Shine hat einen guten Eindruck hinterlassen. Ausgestattet mit einem in HD-auflösenden Pearl-Touch­screen, einer Speicher­erweiterungs­möglichkeit und einer Display-Beleuchtung bringt der E-Book-Reader hardware­technisch so ziemlich alles mit, was man von einem Lesegerät der aktuellen Generation erwarten kann. Die Verarbeitung ist topp und auch die abgedeckten Schnittstellen sowie die leicht samtige Oberfläche fanden im Test Gefallen. Zudem haben Nutzer dank der Partnerschaft mit der Telekom die Möglichkeit, nicht nur HotSpots kostenlos zu nutzen, sondern auch wie bei Amazon ihre E-Books in die Cloud auszulagern und zu synchro­nisieren.

Abstriche gibt es allerdings bei der Software. Das Markieren von Texten ist trotz Touch­screen nicht möglich und auch Notizen lassen sich nicht erstellen. Ebenso fehlen Wörter­bücher, die bei E-Book-Readern mittlerweile zum Standard gehören. Ob hier mittels Software-Update noch nachge­bessert wird, bleibt abzuwarten. Aufgrund des Preises und der Offenheit beim E-Book-Kauf ist der Tolino Shine ein E-Book-Reader, der dem Kindle von Amazon durchaus gefährlich werden könnte.

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