Ausprobiert

tizi Flachmann: Was taugen super-flache externe Akkus?

Externe Akkus, die eine ordentliche Leistung bieten, sind oft große und schwere Brocken, die in der Tasche stören. Die Serie tizi Flachmann geht einen anderen Weg: Die Powerbanks sind echte Flundern - doch welche Leistung bieten sie?
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tizi Flachmann Express und Flachmann Ultra nebeneinander
tizi Flachmann Express und Flachmann Ultra nebeneinander
Die von teltarif.de in den vergangenen Monaten getesteten Powerbanks waren echte Kraftpakete: Die EasyAcc Monster Power Bank lädt vier Smartphones gleichzeitig, auch Choetech hat Powerbanks mit 20 000 und 10 400 mAh im Sortiment. Die "Krönung" beim Gewicht war allerdings der Anker PowerCore+ 20100 USB-C, der fast ein halbes Kilogramm wiegt und sogar Notebooks lädt.

Für viele Nutzer, die tagsüber ohne Tasche unterwegs sind und das Smartphone lediglich in der Jacken- oder Hosentasche dabei haben, sind derartige Akkus allerdings ein echter Klotz am Bein. Aufgrund ihres Gewichts zerreißen die Brocken vielleicht sogar die Innentasche des Jacketts. Eine Firma, die bewusst schlanke und gut transportable Akkus konstruiert, ist equinux mit der Serie "tizi Flachmann". Einen ersten Flachmann haben wir uns bereits vor einem Jahr angeschaut, nun gibt es mit tizi Flachmann Express und Flachmann Ultra noch schlankere Modelle. Doch was taugen sie - und welche Kompromisse muss der Nutzer bei der Leistung machen?

Technische Daten, Abmessungen und Gewicht

Der tizi Flachmann Express für rund 20 Euro dürfte überwiegend für Android-Nutzer interessant sein. Der Hersteller wirbt damit, dass er mit seinen 10 mal 68 mal 120 Millimeter und 112 Gramm Gewicht immer noch in eine Jeans-Hosentasche passt - und das ist korrekt: Der Flachmann Express passt in die Vordertasche der Jeans und man kann sich damit auch noch problemlos hinsetzen. Allerdings sollte sich in der Tasche dann aber kein weiterer Gegenstand befinden. Nicht gut gelungen finden wir die empfindliche Außenhaut, die mit schwarzem Klavierlack überzogen ist - schon nach wenigen Tagen der Nutzung waren hier erste Kratzer und Schrammen zu sehen.

Gegenüber dem älteren tizi Flachmann hat sich die Kapazität nicht verändert und ist bei 4000 mAh geblieben. Auf der Oberseite signalisieren vier blaue LED in 25-Prozent-Schritten, wie viel Restkapazität der Akku aufweist. Mit einem Druck auf die Status-Taste beginnen sie zu leuchten - das tun sie natürlich auch beim Ladevorgang. Ansonsten verfügt der tizi Flachmann Express über einen USB-Ausgang mit 2,1 Ampere und einen Micro-USB-Eingang.

Noch flacher ausgefallen ist der auch optisch deutlich schönere tizi Flachmann Ultra mit 3200 mAh, der 40 Euro kostet. Das ultraflache Gehäuse in Monza-Rot mit mattem Aluminium-Finish ist nur 6,7 Millimeter dick, dafür ist der Akku mit 140 mal 69 Millimeter etwas größer als der Flachmann Express. Mit nur 95 Gramm fällt er in einer Jackentasche kaum auf. Auch der Flachmann Ultra passt in die vordere Tasche der Jeans, beim Hinsetzen spürt man ihn aber etwas mehr als den Flachmann Express.

tizi Flachmann Ultra mit Verpackung und Zubehör
tizi Flachmann Ultra mit Verpackung und Zubehör
Der Flachmann Ultra wurde speziell für iPhones mit Lightning-Port kreiert. Die flache Bauweise konnte nur so erzielt werden, dass equinux dem Akku keinen großen USB-Port mehr verpasst, sondern ein Lightning-Kabel direkt in das Gehäuse integriert hat. Dieses lässt sich auf der Rückseite in einer dafür vorbereiteten Aussparung parken, sodass es beim Transport des Akkus nicht stört oder gar abreißt. Die vier blauen LED wurden beim Flachmann Ultra an der Schmalseite neben der Status-Taste integriert.

Für das Laden liegt beiden Akkus ein USB-auf-Micro-USB-Kabel bei, aber kein Netzteil. Damit kann der Flachmann Ultra natürlich auch an der Steckdose geladen werden, wenn der Besitzer das iPhone-Netzteil verwendet. Selbstverständlich lassen sich beide Akkus auch an der USB-Buchse des Computers laden. Außerdem im Lieferumfang ist ein Code für eine 12-monatige Mitgliedschaft im tizi-Club, über den der Käufer Rabatte auf weitere tizi-Produkte erhält.

tizi Flachmann Ultra mit integriertem Lightning-Kabel
tizi Flachmann Ultra mit integriertem Lightning-Kabel

Für wie viele Ladevorgänge reichen die Akkus?

Wie wir es bereits eingangs angedeutet haben: Die kompakte Größe der tizi-Flachmänner fordert ihren Tribut bei der Leistungsfähigkeit der Powerbanks. Wir erwähnten es in früheren Tests mehrfach: Powerbanks bieten in der Regel reell nur rund 60 bis 70 Prozent der nominellen Kapazität. Die Werbeaussage "Smartphone bis zu zweimal nachladen" beim Flachmann Express ist also abhängig von der Leistungsfähigkeit des Smartphone-Akkus. Kleinere Einsteiger-Handys mit nur 2000 mAh Akku-Kapazität lassen sich vielleicht 1,5 bis maximal zweimal nachladen. Doch aktuelle Top-Modelle mit 3000 mAh lassen sich einmal komplett und vielleicht einmal noch zur Hälfte laden - dann ist Schluss.

Für den Flachmann Ultra verspricht equinux lustigerweise "iPhone 1,5 Mal komplett laden", wobei sich hierbei eine nicht-ganze Zahl und das Wort "komplett" natürlich gegenseitig ausschließen. In unserem Test mit dem iPhone 6S Plus, das einen 2750-mAh-Akku hat, war nach exakt einem Ladevorgang Feierabend. Das iPhone 7 Plus hat 2910 mAh Akkukapazität. Lediglich bei Apple-Smartphones wie dem iPhone 7 mit einem 1960-mAh-Akku dürfte nach einem Ladevorgang noch ein minimaler Rest an Energie übrig sein. Doch klar ist: Zwei Ladevorgänge schafft der Flachmann Ultra definitiv nicht.

Flachmann Express und Flachmann Ultra im Vergleich der Höhe
Flachmann Express und Flachmann Ultra im Vergleich der Höhe
Trotzdem muss man festhalten, dass die tizi-Flachmänner in der Praxis für die meisten Nutzer genau die Menge an Energie liefern dürften, die für einen Tag benötigt wird. Sollte beim internen Akku des Smartphones nach etwa 6 Stunden Schluss sein, bekommt man mit dem tizi-Flachmann noch einmal 6 Stunden Nutzungszeit hinzu. Die Flachmänner haben also ein ideales Verhältnis zwischen Leistung und Größe.

Wem 12 Stunden Nutzungszeit immer noch nicht reichen oder wer den Akku eines Tablets nachladen muss, der sollte allerdings auf leistungsfähigere Powerbanks mit mindestens 10 000 mAh Kapazität zurückgreifen.

Interessante Details zu alternativen Technologien wie Laden per Fahrrad-Dynamo oder Brennstoffzelle lesen Sie auf unserer Ratgeberseite zu externen Akkus.

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