Ausprobiert

Thuraya XT-Pro im Test: Unkompliziert per Satellit telefonieren

Das neue Satelliten-Telefon Thuraya XT-Pro soll robust und einfach zu handhaben sein sowie eine lange Laufzeit haben. Wir hatten das neue Thuraya-Handy im Praxis-Test.
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Mobilfunknetze sind "erdgebunden" und unterliegen der Topografie, staatlicher Regulierung und dem Geschäftssinn der Netzbetreiber. Darum wird es stets Regionen auf der Erde geben, in denen kein reguläres zellulares Mobilfunknetz verfügbar sein wird. Außer den Ozeanen gehören dazu Wüsten, Urwälder und Gebirge sowie die Polarregionen.

Die vier Betreiber von Satellitentelefonie - Thuraya, Inmarsat, Iridium und Globalstar - versuchen, die Lücken durch ihre Services zu schließen. Der arabische Betreiber Thuraya geht dabei den Weg, nicht unbedingt ein weltweit flächendeckendes Netz, sondern dafür bezahlbare Services und eine einfache Handhabbarkeit zu bieten.

Die zum Telefonieren per Satellit verwendeten Mobiltelefone sind meist viele Jahre auf dem Markt, bevor sie durch ein Nachfolgemodell ersetzt werden. Thuraya hat im April als neuestes Modell das Turaya XT-Pro vorgestellt. Dieses hatten wir nun im Test, zur Verfügung gestellt bekommen haben wir es freundlicherweise wieder von Expeditionstechnik Därr, einem der deutschen Thuraya-Distributoren.

Handhabung bei Sichtverbindung zum Satellit bleibt einfach

Charakteristisch bleibt die lange, dicke Satelliten-AntenneCharakteristisch bleibt die lange, dicke Satelliten-Antenne Einige Jahre lang war bei Thuraya das Vorgängermodell Thuraya XT das Telefon der Wahl - dieses haben wir vor zwei Jahren ausführlich getestet und dabei Telefonie, Technik, Tarife und Sprachqualität unter die Lupe genommen. Auch unsere Infoseite zu Thuraya bietet Informationen zum Satelliten-Netzwerk und zur Netzabdeckung, die wir an dieser Stelle nicht wiederholen müssen.

Das größte Interesse an Satelliten-Telefonie haben Forschungseinrichtungen, Regierungen, das Militär, Nichtregierungsorganisationen, Reedereien, Fluggesellschaften sowie Medienunternehmen. Die Thuraya-Satelliten haben eine Neigung von 6,2 bis 6,3 Grad zum Äquator und bewegen sich in ungefähr 36 000 Kilometer Höhe. Zwischen Satellit und Telefon muss eine direkte Sichtverbindung bestehen, Telefonie in Gebäuden scheidet daher ohne Zusatzhardware aus. Außerdem wird die GPS-Position benötigt, damit das Telefon sich im Netzwerk anmelden kann.

Bei unserem Test mit dem Thuraya XT-Pro in Berlin bemerkten wir, das es in tiefen Häuserschluchten nach wie vor schwierig bleibt, eine Verbindung zum Thuraya-Netzwerk herzustellen - aber für die Telefonie in den Städten sind Satelliten-Telefone auch nicht erfunden worden. Allerdings passierte es uns im Test häufig, dass wir von einer Straße auf eine breite Kreuzung oder in einen kleinen Park kamen und dort innerhalb von wenigen Sekunden Kontakt zum Satellit hatten.

Funktionen des Thuraya XT-Pro

Der Lieferumfang des Thuraya XT-ProDer Lieferumfang des Thuraya XT-Pro Satelliten-Telefone bleiben nach wie vor einfache Handys zum Telefonieren und für SMS. Nur am Rande sei erwähnt, dass Thuraya sich dem Smartphone-Boom aber nicht verschließt und mit dem SatSleeve einen Adapter für Satelliten-Telefonie mit dem Smartphone anbietet (getestet haben wir das für iPhone 4/4s und iPhone 5/5s, mittlerweile gibt es auch SatSleeves für iPhone 6 und diverse Samsung-Galaxy-Modelle). Hergestellt wird das XT-Pro laut Typenschild übrigens von der Asia Pacific Systems Incorporated (APSI) in Korea.

Im Vergleich zum Vorgängermodell Thuraya XT und zum filigraneren XT-Lite wirkt das XT-Pro etwas mächtiger und klobiger - und das ist wohl Absicht. Thuraya wirbt damit, dass es deutlich robuster sein und Stöße besser aushalten soll als die Vorgängermodelle. Unser Testgerät war tatsächlich sehr gut verarbeitet und kam direkt in der Lederhülle an, doch auch ohne die Lederhülle können ein paar Wasserspritzer oder Sandkörner dem XT-Pro nichts anhaben. Mit 212 Gramm ist es allerdings nicht gerade ein Leichtgewicht.

Kennzeichen aller Satellitentelefone ist die recht große Antenne, die auch beim XT-Pro zum Telefonieren und für die Netzsuche jederzeit ausgezogen werden sollte. Das Farb-Display ist mit 2,4 Zoll größer als bei anderen Satelliten-Telefonen - in unserem Test war es für uns stets gut ablesbar, selbst bei starker Sonneneinstrahlung. Dank Gorilla Glass wird das Display auch kleinere Stürze und Stöße überstehen - das konnten wir allerdings nicht testen.

Der SOS-Knopf für NotfälleDer SOS-Knopf für Notfälle Ansonsten sieht das XT-Pro aus wie ein etwas zu große geratenes Feature-Handy. Ein Unterschied ist allerdings der auch von anderen Satelliten-Telefonen bekannte SOS-Knopf - um diesen im Notfall benutzen zu können, muss im Menü vorher eine Telefonnummer hinterlegt werden, an die der Notruf gehen soll. Auf der linken Seite befindet sich noch ein Anschluss für das Headset. Auf der rechten Schmalseite ist die Lautstärkesteuerung angebracht - mit separater Plus- und Minustaste statt einer Lautstärkewippe. Über dem Akkufach auf der Rückseite gibt es eine Buchse zum Anschluss einer externen Antenne und auf der unteren Schmalseite sind Datenanschluss und Micro-USB-Port zum Laden des Telefons zu finden. Alle Öffnungen sind mit gut schließenden Gummikappen abgedeckt.

An der Menüführung hat sich im Vergleich zu den Vormodellen wenig getan: Aufrufen lassen sich nach wie vor die Anrufliste, das SMS- und E-Mail-Menü, Adressbuch, Organizer (Kalender, Taschenrechner, Notizen), Uhr, Audio-Einstellungen, Sicherheitsfunktionen, GPS und ein Tracking-Modus zur Aufzeichnung von Strecken. Die Tasten des Telefons sind sehr robust und haben einen guten Druckpunkt.

Auf der zweiten Seite erläutern wir, wie gut die Sprachqualität des Thuraya XT-Pro bei Telefonaten per Satellit ist und wie zuverlässig der SMS-Dienst nutzbar ist. Außerdem verraten wir, wie lange der Akku durchhält und was das Thuraya XT-Pro kostet - sei es bei Kauf oder Leihe.

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