Gekoppelt

Thuraya SatSleeve+ im Test: Satelliten-Telefonie per Smartphone

Mit dem Smartphone per Satellit zu telefonieren erlaubt das Thuraya SatSleeve+: Der von uns getestete Hotspot ist mit einer Vielzahl an Smartphones nutzbar.
AAA
Teilen (5)

Weltreisende, die sich oft außerhalb zellularer Mobilfunknetze aufhalten, greifen für die Kommunikation in der Regel auf Satelliten-Telefone zurück. Doch hier prallen bei der Bedienung meist Welten aufeinander: Während der Reisende in bewohnten Gebieten sein topaktuelles Smartphone mit Touchscreen und Apps zückt, muss er sich in der Wildnis meist mit einem klobigen Satelliten-Telefon herumschlagen, das aussieht wie die Handys vor 20 Jahren.

Mit dem SatSleeve hat der Satelliten-Telefonie-Betreiber Thuraya bereits vor rund zwei Jahren damit begonnen, moderne Smartphones in sein Satelliten-Netzwerk einzubinden. Getestet haben wir die ersten SatSleeves für iPhone 4/4s und iPhone 5/5s, mittlerweile gab es auch SatSleeves für iPhone 6 und die Samsung-Galaxy-Modelle S4 und S5.

Schwerer Prügel: Hotspot mit iPhone 6S PlusSchwerer Prügel: Hotspot mit iPhone 6S Plus Das Problem war dabei stets: Das jeweilige SatSleeve war nur mit dem Smartphone oder der Smartphone-Familie nutzbar, für die es konstruiert war, weil sowohl die Smartphone-Halterung als auch die Positionierung des Adaptersteckers entweder nur für iPhone 4/4s, iPhone 5/5s, iPhone 6 oder das jeweilige Galaxy-Modell passten. Mit dem erst vor wenigen Wochen vorgestellten Thuraya SatSleeve+ soll sich das nun ändern - wir haben den neuen Adapter getestet. Das Gerät wurde uns freundlicherweise wieder leihweise von Expeditionstechnik Därr zur Verfügung gestellt.

Hotspot auch autark für Notrufe nutzbar

Der Hotspot kann auch separat als Notfalltelefon dienenDer Hotspot kann auch separat als Notfalltelefon dienen Beim neuen Thuraya SatSleeve+ Hotspot gibt es nun gar keinen elektronischen Kontakt mehr zwischen Satelliten-Adapter und Smartphone. Dies hat den Vorteil, dass die Micro-USB-Buchse beziehungsweise der Lightning-Anschluss für andere Anwendungen oder das Netzteil frei bleiben.

Das Thuraya SatSleeve+ ist dreiteilig ausgeführt: Zunächst gibt es den eigentlichen Hotspot, also das Sende- und Empfangsteil, das mit dem Satelliten-Netzwerk kommuniziert. Dieses hat die übliche, dicke, ausziehbare Satelliten-Antenne eingebaut. Auf der oberen Schmalseite liegen der Power-Button sowie zwei Status-LEDs. Auf der unteren Schmalseite sind ein Micro-USB-Port, eine Kopfhörer-Klinkenbuchse und die Arretierungs-Taste angebracht. An der linken langen Schmalseite wird das Ladegerät eingesteckt.

Hotspot mit SmartphoneHotspot mit Smartphone Die Außenseite des SatSleeve+ Hotspots hat einen Lautsprecher und eine Buchse zum Anschluss einer externen Antenne integriert. Ein Hörerlautsprecher ist in die Innenseite des Hotspots eingelassen. Aus dieser Beschreibung ist ersichtlich: Auch mit diesem Hotspot alleine kann im Notfall telefoniert werden, und zwar über die auf der Innenseite integrierte rote SOS-Taste. Per App muss allerdings zuvor einmal konfiguriert werden, welche Nummer(n) bei einer Betätigung der Notruftaste angerufen werden sollen, beziehungsweise an welche Handynummer(n) eine SMS versandt werden soll. Erst dann ist der Hotspot auch autark ganz ohne Smartphone für Notrufe verwendbar. Doch auch ankommende Anrufe können angenommen werden, ohne dass ein Smartphone verbunden ist.

Neue Konstruktion mit flexibler Halterung

iPhone neben der HalterungiPhone neben der Halterung Um aber mit Smartphone benutzt werden zu können, muss an den Hotspot eines der beiden weiteren Teile angedockt werden. Zum einen ist dies ein Standfuß, mit dem der Hotspot aufrecht in der richtigen Position aufgestellt werden kann. Zur Erinnerung: Bei der Satelliten-Telefonie muss immer ein direkter Sichtkontakt zwischen Empfangsgerät und Satellit bestehen. Der Standfuß lässt sich in einem Radius von 270 Grad drehen und kann somit sehr flexibel gekippt werden. Auf der Unterseite, die auf dem Boden aufliegt, ist die Fläche gummiert, damit der Hotspot nicht rutscht. In unserem Test wurde er allerdings einige Male von Windböen umgeworfen, weil das Fußteil leichter ist als der senkrecht stehende Hotspot.

Zum anderen kann die flexible Handy-Halterung an den Hotspot angedockt werden. Diese Handyhalterung erinnert etwas an eine KFZ-Freisprecheinrichtung, in der unterschiedlich breite Smartphones genutzt werden können. Je ein starker, gefederter Klemmhalter auf jeder Längsseite zwängen das Smartphone so in die Halterung, dass es nicht herausrutschen kann. Außerdem ist die Fläche, auf der das Smartphone aufliegt, zum Zwecke der Rutschsicherheit gummiert. Großartig herumhampeln kann man bei der Satelliten-Telefonie ohnehin nicht, da sonst der Kontakt zum Satellit verloren gehen kann.

iPhone 6S Plus in der HalterungiPhone 6S Plus in der Halterung In unserem Test haben wir das iPhone 6S Plus eingelegt, das mit 192 Gramm wahrlich kein Leichtgewicht ist. Das Smartphone steckte so fest in der Halterung, dass wir es weder durch Drehen der Halterung noch durch kopfüber Halten auch nur einen Millimeter bewegen konnten. Nur durch kräftiges Schieben ist das Telefon wieder aus der Halterung zu bringen - outdoor-geeignet ist die Halterung damit auf jeden Fall.

Eine Liste kompatibler Smartphone-Modelle gibt Thuraya zum Satsleeve+ nicht mehr heraus, in unserem Test konnten wir die Halteklemmen auf etwa 8,5 Zentimeter Breite spreizen. Geräte mit 7 Zoll Bildschirmdiagonale dürften also keinesfalls mehr hineinpassen, während Smartphones mit 6 Zoll bis 6,5 Zoll Diagonale geeignet sein sollten.

Standfuß oder Handy-Halterung müssen passgenau aufgesetzt und dann in die Arretierung geschoben werden. Gelöst werden kann die Arretierung durch die bereits erwähnte Arretierungstaste auf der Unterseite. Nutzt man das SatSleeve+ mit direkt angedocktem Smartphone, hält man sich damit - je nach Größe und Gewicht des Smartphones - schon einen ordentlich schweren Prügel ans Ohr: In unserem Fall mit dem iPhone 6S Plus rund 450 Gramm.

Auf der folgenden Seite erläutern wir, welche App für die Telefonie per Satellit installiert werden muss, wie das Telefonieren und die Internet-Nutzung im Test funktioniert haben und welche Probleme aufgetreten sind.

1 2 vorletzte
Teilen (5)

Mehr zum Thema Thuraya