Satelliten-Telefon

Das bietet die Satelliten-Telefonie via Thuraya

Thuraya stellt mit dem Thuraya XT ein neues, robustes Satelliten-Telefon vor
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Wer sich intensiv mit mobilem Telefonieren beschäftigt, lernt schnell, dass es eben nicht immer und überall möglich ist, mobil zu telefonieren. Entweder fehlt in der Nähe ein Sender oder die Reichweite ist begrenzt und wird durch Gebäudemauern reduziert.

Außerhalb der üblichen Zivilisation hilft es nicht mehr, ein paar Meter vor oder zurück zu laufen oder zu fahren oder auf eine Anhöhe zu gehen, dort gibt es einfach kein terrestrisches Netz. Die Lösung: Mobiles Telefonieren via Satellit. Die handlichste Lösung bietet derzeit das System von Thuraya, denn die verwendeten Geräte haben die Größe eines GSM-Mobiltelefons der ersten oder zweiten Generation.

192 Gramm bringt das neueste "Thuraya XT" genannte Satelliten-Telefon mit geladenem Akku und SIM-Karte auf die Waage, das wir uns näher angeschaut haben. Es liegt wirklich gut in der Hand, die runde stabförmige Antenne lässt sich bis zu einer Länge von etwa zehn Zentimeter herausziehen.

Das Thuraya XT ist die robustere "Outdoor"-Version des Thuraya SO-2510: Beides sind reine Satelliten-Telefone, enthalten also kein GSM- oder CDMA-Modul für terrestrische Netze. Wer auf ein Gerät für beide Welten Wert legt, kann das Thuraya SG-2520 wählen, das Problem ist dann aber, welche und wie viele SIM-Karten man mitnehmen möchte: Nur wenige deutsche Mobilfunkbetreiber bieten nämlich Satelliten-Roaming mit Thuraya an, es kann ein ständiger Kartenwechsel notwendig werden. Bild des Thuraya XTDas Thuraya XT

Das arabische Thuraya-Projekt, das mit Hilfe von Satelliten des US-Konzerns Hughes Aircraft realisiert wurde, arbeitet derzeit mit drei geostationären Satelliten, die in 36 000 Kilometer Höhe "geparkt" sind und nach den aktuellen Abdeckungskarten auf der Anbieter-Homepage Skandinavien, Europa, Teile von Russland, Teile Asiens (inklusive Iran, Irak, Jordanien, Saudi-Arabien bis China und Vietnam, Laos, Kambodscha, Singapur, Indonesien) und neuerdings sogar Australien (jedoch nicht Neuseeland) abdecken.

Man kann es sich kaum vorstellen, aber es geht: Ein Handgerät mit einem 3,7-Volt-Akku und 2 520 mAh erlaubt den Kontakt über die genannten 36 000 Kilometer zum Satelliten und soll nach Herstellerangaben im Idealfall bis zu 80 Stunden Standby erlauben.

Mobiles Telefonieren einmal anders

Mobiles Telefonieren mit Thuraya ist nicht ganz so einfach, wie vom GSM-Handy gewohnt. Das Thuraya-Handy möchte direkte Sicht zum Satelliten in südlicher Richtung (zum Äquator gerichtet) am Himmel haben. Wer auf der Straße zwischen Häusern oder in Tälern unterwegs ist, muss sich eventuell so herumdrehen, dass die nach hinten herausragende Antenne in dieser Richtung zeigt, sonst verweigert das Gerät seinen Dienst. Auch der Empfang von Anrufen ist logischerweise nur dann möglich, wenn ausreichende Funkverbindung zum Satelliten besteht. Daher kann es sinnvoll sein, mit potentiellen Gesprächspartnern bestimmte Tages oder Uhrzeiten auszumachen, zu denen das Handy eingeschaltet und auf einen Satelliten ausgerichtet wird - oder im Zweifel auch aus Kostengründen selbst anzurufen.

Das Thuraya XT ist nach IP54-Spezifikation gegen Staub und Spritzwasser geschützt. Dies ist praktisch und sinnvoll, denn ein Handy kann "outdoor" leicht herunterfallen oder rau angefasst werden und darf dabei nicht ausfallen.

Das Thuraya XT wurde aus dem Vorgänger-Modell SO-2510 weiter entwickelt und hat ein brillanteres Display bekommen. Die Bedienung entspricht vielen Handys mit Matrix-Menü und ist vollständig in deutscher Sprache gehalten - der Nutzer kommt damit auch ohne Studium des Handbuchs sofort klar.

Stolzer Preis: Gerät kostet 1100 Euro

Der Preis beträgt für das das Outdoor-Modell ohne SIM-Karten-Vertrag knapp 1100 Euro, beispielsweise beim deutschen Anbieter Expeditionstechnik Därr, der auch eine Thuraya-Infoseite betreibt. Die Sprachqualität ist bei Satellitengesprächen nicht immer so gut, wie man es von terrestrischen Netzen gewohnt ist. Das hängt mit der Bandbreite der Übertragungskanäle und der Qualität der Funkverbindung zusammen. Langsam und deutlich sprechen, die Gegenstelle ausreden lassen, und notfalls zurückfragen sind gute Konzepte. Thuraya-Telefone können auch per SMS kommunizieren, aus terrestrischen Netzen muss ein Roaming-Abkommen mit Thuraya bestehen.

Auf der folgenden Seite erfahren Sie, was die Telefonie und die Datenübertragung via Thuraya kostet.

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