Erreichbarkeit

Three: Via WLAN auch im Funkloch auf Handynummer erreichbar

Bestehende Funklöcher stopft der britische Anbieter Three mittels WLAN-Netze. Hierbei können zusätzliche Kosten entstehen. Was der Kunde für die erhöhte Erreichbarkeit tun muss, lesen Sie in unserer News.
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Three stopft Funklöcher mit WLANThree stopft Funklöcher mit WLAN Wer kennt nicht das Problem: Das eigene Netz ist indoor nicht vorhanden oder überlastet, die "Konkurrenz" hat aber Netz. Sogar ein WLAN wäre verfügbar.

Dafür hat der englische Mobil­funk­anbieter "Three" (zu deutsch "Drei"), Tochter des Hongkonger Unternehmens Hutchison Tele­commu­nications, eine neue Variante entwickelt, um seinen Kunden bei schlechtem oder fehlendem Netz weiter­helfen zu können.

Um den Service nutzen zu können, müssen Three-Kunden ab August diesen Jahres nur eine kostenlose App mit dem Namen Three inTouch auf ihr Handy laden. Schon können sie ihre gewohnte Handy-Rufnummer über ein bereits existierendes lokales WLAN weiternutzen. Auch der Empfang und das Senden von SMS-Nachrichten ist weiterhin möglich. Zu beachten ist, dass alle Telefonate, SMS-Nachrichten oder Surf-Sessions weiter mit dem gebuchten Mobilfunktarif abgerechnet werden, aber ggf. noch zusätzliche Kosten für die Nutzung des lokalen WLAN-Hotspots dazu kommen können.

Hat man beispielsweise ein Minutenpaket gebucht, so lassen ausgiebige Telefonate im WLAN das eigene Budget, egal ob als Prepaid-Guthaben oder im Laufzeitvertrag, abschmelzen. Im Gegenzug ist man aber für Anrufer und SMS-Nachrichten unter der gewohnten Mobilfunknummer erreichbar. Man muss nur die App installiert sowie aktiviert haben. Der Dienst soll "nahtlos" funktionieren. Ein Handover laufender Verbindungen ist jedoch in Großbritannien nicht möglich.

Three UK stellt den Markt auf den Kopf

Wie das englische Nachrichtenportal telecoms.com berichtet, ist "Three UK" der kleinste und aufsehenerregendste Anbieter in Großbritannien und damit mit E-Plus oder einem seiner Discounter-Angebote vergleichbar, die immer wieder den Markt mit "disruptiven Angeboten" auf den Kopf stellen.

Die Idee hat ihren Reiz: Es gibt immer wieder lästige Indoor-"Funklöcher", wo vielleicht ein WLAN (WiFi) Netz vorhanden wäre. Bekannt ist dieses Problem vor allem bei Ausstellungen und Messen oder in öffentlichen Gebäuden wie Biblio­theken, Schulen, Bahnhöfen oder Flughäfen etc. Sicher gibt es heute schon jede Menge "Over the Top"-Anwendungen, die vielleicht sogar kostenlose Telefonie erlauben. Leider ist hierbei eine Umleitung der eigenen Mobilfunknummer oft gar nicht oder wenn, dann nur unter komplizierten Bedingungen (und extra Kosten) möglich.

Der größte Konkurrent von Three, der britische Anbieter EE (für Everything Everywhere, ein Joint Venture der Deutschen Telekom T-Mobile.uk und France Telecom Orange) hat ein 300 Millionen Euro schweres Investment in sein Sprachtelefonie-Angebot angekündigt, was auch Sprache über WLAN (Voice over WiFi) für private und geschäftliche Nutzung vorsieht.

Three hatte sich seinerzeit an der deutschen UMTS-Frequenz-Auktion im Konsortium mit E-Plus beteiligt, war aber kurz vor Ende der Auktion ausgestiegen und hat seitdem keine sichtbaren Aktivitäten mehr auf dem deutschen Mobilfunkmarkt entwickelt. In Österreich hat "Drei" vor kurzem den Mobilfunknetzbetreiber Orange (früher One) übernommen. Seitdem gibt es dort nur noch drei Anbieter und Verbraucher klagen über teilweise empfindlich gestiegene Preise.

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