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Things Mobile im Test: Die internationale Maschinen-SIM

Things Mobile ist eine weltweit nutzbare Daten-SIM für die Kommunikation zwischen Maschinen mit kleinen Datenpaketen. Die Prepaidkarte ist kostenlos und die Verbrauchskosten bleiben kalkulierbar. Wir haben den Dienst in Deutschland getestet.

Die uns von Things Mobile zur Verfügung gestellte SIM war mit 10 Euro Guthaben aufgeladen. Verpackt war der SIM-Karten-Träger lediglich in einer dünnen Klarsichtfolie. Zur Registrierung muss der Kunde auf die Aktivierungsseite gehen und dort die auf dem Träger aufgedruckte Telefonnummer und die SIM-Karten-Nummer eingeben.

Anschließend sind die persönlichen Daten und ein Firmenname einzugeben; ob die Firma wirklich existiert, wird bei der Registrierung nicht geprüft. Nicht besonders genau nimmt es Things Mobile darüber hinaus mit der deutschen Vorschrift zur Identifizierung des SIM-Karten-Inhabers. Der Provider schreibt, man solle ein offizielles Aus­weis­dokument wie Personal­aus­weis, Reise­pass oder Führer­schein einscannen und hochladen. Testweise luden wir allerdings den Scan unseres nicht­amtlichen Presse­aus­weises hoch und auch mit diesem wurde die SIM innerhalb von wenigen Minuten freigeschaltet. Vermutlich würde das auch mit einem Schüler- oder Studenten­aus­weis funktionieren. Ein Verfahren zur zweifels­freien Identitäts­fest­stellung wird nicht durchgeführt.

Ein Vorteil ist die geringe Anfangsinvestition bei Things Mobile Ein Vorteil ist die geringe Anfangsinvestition bei Things Mobile
Bild: Things Mobile
Im Account gibt es ein interessantes Feature, das man bei regulären Prepaidkarten selten findet. Der Kunde kann die SIM selbst sperren und auch wieder entsperren. Außerdem kann der Nutzer ein tägliches, monatliches oder einmaliges Traffic-Limit festlegen. Darüber hinaus ist es möglich, ein konkretes Datum festzusetzen, an dem die SIM gesperrt werden soll. Alle programmierten Sperren können vom Nutzer manuell wieder aufgehoben werden.

Die Guthabenaufladung erfolgt entweder per Kreditkarte oder per Banküberweisung. Letztere ist allerdings etwas merkwürdig, weil Things Mobile hier dem Kunden lediglich die eigene IBAN bei der Banca Mediolanum in Mailand anzeigt und per E-Mail zuschickt. Es wird aber nicht verraten, wie Things Mobile den Betrag dann dem Kundenkonto zuordnet und was dafür in den Verwendungszweck geschrieben werden muss. Die Aufladung per Kreditkarte ist in Beträgen zu 25, 50, 100, 500 und 1000 Euro möglich. Hinzu kommt noch die Mehrwertsteuer.

Bei Unterschreiten eines bestimmten Guthabens kann der Kunde sich per E-Mail benachrichtigen lassen oder eine automatische Aufladung vom Kreditkartenkonto programmieren. Die Aktivierungsseite von Things Mobile Die Aktivierungsseite von Things Mobile
Bild: Things Mobile

Tarife von Things Mobile

Things Mobile ist nicht mit einem klassischen Mobilfunktarif vergleichbar, weil es auf der Homepage kein offizielles Angebot einer Datenflat oder eines monatlichen Inklusivvolumens gibt. Kunden mit einem höheren oder regelmäßig wiederkehrenden Bedarf an Datenvolumen können allerdings mit der Kundenbetreuung von Things Mobile Kontakt aufnehmen und sich ein Angebot machen lassen.

Ansonsten wird bei Things Mobile stets nach dem konkreten Verbrauch abgerechnet, je nach Land allerdings zu unterschiedlichen Preisen. In den günstigsten Ländern kostet 1 MB 10 Cent, das ist der Einstiegspreis bei Things Mobile. Zu allen Preisen kommt noch die Mehrwertsteuer dazu. Abgerechnet wird grundsätzlich in 1-kB-Schritten mit folgenden Ausnahmen: In Kuba, Äquatorialguinea, Malawi, Moldawien, Pakistan, Saudi Arabien, Sierra Leone, Uganda und Vietnam wird in 10-kB-Schritten abgerechnet, in Benin in 30-kB-Schritten und im Irak in 50-kB-Schritten. Liegt der monatliche Verbrauch unter 5 MB, steigt der Preis nochmals um 10 Cent pro MB.

Der 1-MB-Preis von 10 Cent zuzüglich Mehrwertsteuer gilt in den wichtigsten Ländern Europas sowie in der Türkei, den USA, Australien, Kanada, Hongkong, Russland, Südkorea, Südafrika und in vielen anderen Staaten. 25 Cent pro MB verlangt der Anbieter beispielsweise in Argentinien, China, Japan, Serbien, der Schweiz und anderen Ländern; je nach Land gibt es weitere Preisstufen zu 50 Cent, 75 Cent, 1,25 Euro und 2,50 Euro pro MB. Am teuersten ist die Nutzung auf den Bahamas, im Irak, auf Mauritius, in Osttimor und auf den Syechellen mit saftigen 5 Euro pro MB. Die komplette Länderzonen-Einteilung mit allen Staaten ist auf der Things-Mobile-Tarifübersicht zu finden.

Auf der dritten Seite unseres Testberichts zu Things Mobile berichten wir nun über unsere Erfahrungen mit der Nutzung der SIM-Karte in Deutschland und fassen Vor- und Nachteile der M2M-Roaming-Lösung zusammen.

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