Test

Murdochs iPad-Zeitung "The Daily" im kurzen Test

Aufwendige Multimedia-Elemente prägen die erste Abo-Zeitung via iTunes
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Obwohl die neue Zeitung "The Daily" für das Apple iPad vorerst und wohl auch noch lange Zeit nur in englischer Sprache und nur für den US-Markt produziert wird, gelang es den beteiligten Parteien Rupert Murdoch und Apple auch hierzulande jede Menge Aufmerksamkeit zu erregen. "The Daily" ist die erste Zeitung auf dem iPad, die via Apple und iTunes im Abo verkauft wird und bereits heute ein Feature nutzt, das Apple mit dem iOS-Update zur Version 4.3 wohl allgemein in das Betriebssystem für iPod, iPhone und iPad integrieren wird. Zudem nutzt "The Daily" eine Menge neuer Navigationskonzepte - Grund für einen kurzen Test und eine ausführliche Bilder-Datenbank am Ende des Artikels.

Erste Abo-Zeitung via iTunes

The Daily im Test: Schöne neue Medien-Welt"The Daily" im Test: Schöne neue Medien-Welt Der Download von "The Daily" ist nur über ein US-iTunes-Konto möglich, dann aber in wenigen Augenblicken und direkt auf dem iPad erledigt. Derzeit ist die App kostenfrei im US-Store erhältlich und dort auch gleich als "App der Woche" von Apple gefeatured. Mit dem Download bekommen die Nutzer "The Daily" und alle Inhalte und Aktualisierungen für zwei Wochen geschenkt, danach hat der Nutzer die Wahl zwischen zwei verschiedenen Abo-Modellen: Eine Woche kostet 99 US-Cent, ein Jahr schlägt mit 39,99 US-Dollar, also etwa 30 Euro zu Buche. Beide Abos verlängern sich automatisch am Laufzeitende, wenn sie nicht aktiv gekündigt werden. Das Abo muss in der App abgeschlossen werden, hierzu genügen zwei Klicks.

"The Daily" umfasst sechs Rubriken und in der Startausgabe gut 100 Seiten sowie etliche Bilder und Videos. Alle Inhalte werden in den Rubriken News, Klatsch und Tratsch, Meinung, Kunst, Apps und Spiele sowie Sport geführt. Alle Seiten, Bilder, Videos und Infographiken werden beim Start der App geladen, lediglich die Werbeseiten, die aktuell noch selten und zurückhaltend als komplette Seite zwischen den einzelnen Geschichten eingebunden sind, werden "live" nachgeladen und für die Werbekunden sicherlich auch genau reportet.

Aufwendige Multimedia-Geschichten und Navigation

Auffällig bei "The Daily" ist ein häufig wechselnder Seitenaufbau, eine sehr starke Bildsprache in allen Artikeln und Genres und eine geschickte, aber starke Verknüpfung von verschiedensten Multimedia-Inhalten in einer Geschichte. Ebenso überrascht "The Daily" immer wieder mit anderen Navigationselementen. Gerade letzteres wirkt zumindest zu Beginn störend, weil der Nutzer an mancher Stelle gar nicht weiß, ob es nun mit einem Wisch zur Seite, nach unten oder dem Kippen des Tablets weitergeht. Interessanterweise legt sich diese Verwirrung aber bereits bei der zweiten oder dritten Nutzung und speziell der "Aufruf" der zu einer Meldung passenden Bilderdatenbank durch bloßes Kippen des Tablets vom Hoch- in das Querformat überzeugt.

Die wichtigsten Meldungen des Tages können die Nutzer sich sowohl in einem etwa knapp einminütigen Video vorlesen lassen, wobei aufgrund der Kürze dieses Videos es nicht mehr als Headlines sind, währenddessen mit einem Klick direkt in die Story gesprungen werden kann. Ausgewählte News können wahlweise auch von einem professionellen Sprecher - nicht nur von einem künstlich klingenden Computer - vorgelesen werden. Neben der Möglichkeit, eine News direkt in der App auf eine eigene Pinnwand zu sichern, können alle News auch per E-Mail, Twitter oder Facebook mit anderen Nutzern und Bekannten und Freunden geteilt werden. Dabei wird ein spezifischer Deeplink mit bit.ly verkürzt und versendet, unter dem auch im Web die komplette News abrufbar ist.

Eindrücke zu "The Daily" auf dem Apple iPad

"The Daily" kann trotz der kleinen Stolperfallen zu Beginn überzeugen, vor allem liefert "The Daily" interessante Denkanstöße für viele Verlagshäuser weltweit: Denkanstöße zur Nutzerführung aber auch hinsichtlich der Geschäftsmodelle. Den gestrigen Verlautbarungen zufolge braucht Murdoch etwa 600 000 bis 800 000 Abonnenten, um "The Daily" wirtschaftlich zu betreiben - eine Zahl, die in Amerika mittelfristig erreichbar scheint. Im Sinne der Nutzer darf man hoffen, dass auch hierzulande einige Medienhäuser in Zukunft ähnliche Projekte auf die Beine stellen.

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