Nachrichten

Medien-Startup "The Buzzard" bringt erste News-App heraus

Das Medien-Startup The Buzzard beklagt "verhär­tete Fronten" und eine "Filter­blase" im öffent­li­chen Diskurs. Mit einer neuen App will es eine Über­sicht mit vielen Perspek­tiven bieten.

Ab heute startet die App von "The Buzzard" Ab heute startet die App von "The Buzzard"
Bild: picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
Nach mehreren Jahren Entwick­lung und einer Crowd­fun­ding-Kampagne startet das Medien-Startup The Buzzard seine erste News-App. Ab heute gibt es werk­tags jeden Abend (18 Uhr) eine Über­sicht mit Medi­en­be­richten über aktu­elle Debatten. Die Über­sicht soll alle Seiten des poli­ti­schen Spek­trums darstellen, wie das Unter­nehmen vorab in Berlin ankün­digte. Ziel der App sei eine Perspek­ti­ven­viel­falt.

An der Corona-Pandemie sehe man, dass Fronten verhärtet seien und der Diskurs "kaputt" sei, betonte Mitgründer Felix Fried­rich (29). "Verschwö­rungs­theo­rien sind in der Mitte der Gesell­schaft ange­kommen, und es herrscht enorme Aggres­sion und Unge­duld gegen­über Menschen, die andere Meinungen vertreten."

"The Buzzard" startet zusammen mit der App

Ab heute startet die App von "The Buzzard" Ab heute startet die App von "The Buzzard"
Bild: picture alliance/Britta Pedersen/dpa-Zentralbild/dpa
Die Redak­tion mit acht Mitar­bei­tern kura­tiere die Beiträge aus dem Internet, über­prüfe Quellen und ordne diese ein, hieß es. In der App wird zudem auf die jewei­ligen Beiträge verlinkt. "The Buzzard" startet zusammen mit der App (für Android und iOS), die auf Smart­phones und Tablets verfügbar ist, zugleich ein Abomo­dell mit Mitglied­schaft.

Seit Ende 2016 arbei­tete das Medien-Startup aus Leipzig, das inzwi­schen seinen Sitz in Berlin hat, an dem Projekt. Die Idee wurde von vielen promi­nenten Jour­na­listen unter­stützt, zudem gab es mehrere Preise. Eine Crowd­fun­ding-Kampagne fand binnen kurzer Zeit viele Unter­stützer.

Ende des vergan­genen Jahres zog das Startup aber auch Kritik auf sich. Es ging um einen Vorfall aus dem Jahr 2017 während der Pilot­phase, bei dem auf einen bei Rechts­po­pu­listen beliebten Internet-Blog verlinkt wurde. "The Buzzard" kündigte daraufhin schär­fere Regeln an, um solchen Vorfällen vorzu­beugen.

Aufgabe: Quellen einordnen und prüfen

Mitgründer Dario Nassal sagte vor dem App-Start der Deut­schen Presse-Agentur: "Wir fanden die Kritik berech­tigt, weil sie uns gezeigt hat, wie wichtig es ist, Quellen einzu­ordnen und zu prüfen und rote Linien im Diskurs zu defi­nieren." Als Antwort auf den Vorfall habe man einen Quel­len­ka­talog ange­legt mit Kate­go­rien und Krite­rien. Zum Beispiel soll ein Blog gesperrt werden, wenn er kein Impressum hat. Auch Aufrufe zu Gewalt seien ein Ausschluss­kri­te­rium.

Wenn ein Medi­en­be­richt in der Über­sicht auftauche und Falsch­in­for­ma­tionen beinhalte, sei es zudem wichtig, genau darauf aufmerksam zu machen und das Ganze einzu­ordnen, betonte der 28-Jährige. Die Gründer wollen perspek­ti­visch das Angebot auch Schulen vorstellen.

Mehr zum Thema Medien