Musikverstärker

Teufel Rockster XS im Test: Kompakter Lautsprecher mit erstaunlichem Sound

Ein robuster mobiler Lautsprecher mit sattem Sound - das will der Teufel Rockster XS sein. Per Bluetooth können sogar zwei Smartphones gleichzeitig gekoppelt werden. Wir haben die tragbare Musikbox getestet.
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Teufel empfiehlt, vor der ersten Inbetriebnahme den Akku des Lautsprechers mit dem beigelegten Netzteil erst einmal drei Stunden lang aufzuladen. Theoretisch ist dies auch an der USB-Buchse eines Computers möglich, der Ladevorgang dauert dann aber deutlich länger. Nach dem Einschalten ertönt ein recht lauter, basslastiger Klang, der sicher einige Nutzer erschrecken wird - immerhin weiß man nun, dass der Lautsprecher funktionstüchtig ist.

Die Besonderheit des Rockster XS besteht darin, dass er nicht nur mit einem, sondern sogar zwei Bluetooth-Geräten gleichzeitig Verbindung aufnehmen kann. Zur regulären Koppelung mit einem Smartphone muss bei diesem Bluetooth aktiviert werden, dann drückt man die Pairing-Taste auf dem Bedienfeld des Lautsprechers und bestätigt die Koppelung im Smartphone.

Blaue LED für Bluetooth und rote LED als Betriebsanzeige
Blaue LED für Bluetooth und rote LED als Betriebsanzeige
Jetzt ist es möglich, ein zweites Smartphone oder Tablet per Bluetooth mit dem Rockster XS zu koppeln, ohne dass erst einmal die Musikwiedergabe des ersten Geräts abbricht. Wir haben das mit einem iPhone 6S Plus getestet. Hier haben wir über den iTunes-Store einen Podcast gestartet. (ein Beispiel wäre der teltarif.de-Podcast).

Danach koppelten wir ein OnePlus One mit dem Rockster XS. Erst als wir hier mit der Amazon-Music-App einen Film-Soundtrack starteten, wurde die Podcast-Wiedergabe aus dem iPhone pausiert und der Soundtrack abgespielt. Drückten wir in iTunes wieder auf "Play", pausierte der Soundtrack auf dem zweiten Smartphone und der Podcast wurde fortgesetzt. Zum Zug kommt also immer das Gerät, das zuletzt ein Kommando an den Lautsprecher gesendet hat.

Per NFC kann übrigens immer nur ein Smartphone gekoppelt werden, das zweite muss dann zwingend über die Bluetooth-Pairing-Taste verbunden werden. Lustig war in unserem Fall, dass wir bei der Koppelung per NFC beide Soundquellen gleichzeitig und in ungefähr derselben Lautstärke über den Lautsprecher hören konnten. Das ist eigentlich nicht vorgesehen, könnte auf Partys aber ein lustiger Effekt sein.

Eine Besonderheit gibt es auch bei der Wiedergabe per Stereo-Klinkenkabel: In diesem Fall muss Bluetooth bei manchen Smartphones ausgeschaltet sein. Der Rockster XS gibt der Kabelverbindung immer den Vorrang vor einer Bluetooth-Verbindung. Die Play/Pause-Taste funktioniert bei einer Kabelverbindung nicht.

Musikwiedergabe von einem Smartphone mit Amazon Prime Music
Musikwiedergabe von einem Smartphone mit Amazon Prime Music

Erstaunliche Soundqualität

Wie bereits oben geschrieben, gibt es einen Lautstärkeunterschied zwischen Indoor- und Outdoor-Modus. Doch uns ist im Test aufgefallen, dass es auch einen klanglichen Unterschied gibt. Im Indoor-Modus spielt der Teufel Rockster XS Musik nicht nur leiser, sondern auch deutlich basslastiger ab, was bei diversen Musikstilen (Rock, Pop, Techno...) Spaß macht. Bei klassischer Musik und orchestral geprägten Film-Soundtracks fanden wir das allerdings etwas unpassend und haben daher auf den Outdoor-Modus geschaltet.

Und hier entfaltet der Teufel Rockster XS eine Klangpracht und ein Volumen, das man einem Lautsprecher in dieser Große und Preislage nicht zugetraut hätte. Der Klang ist sehr differenziert, auch feinste Nuancen sind wahrnehmbar. Dreht man sowohl Smartphone als auch Lautsprecher auf die höchste Lautstärke, ist der Sound laut, ohne schreiend, blechern, oder verzerrt zu sein.

Größere Räume kann der kleine Lautsprecher natürlich nicht beschallen, aber wenn man ihn auf eine mittlere Lautstärke stellt und direkt daneben sitzt, ist der Sound um Klassen besser als jeder interne Smartphone-Lautsprecher. Am besten geeignet halten wir ihn für Pop- und Rockmusik, bei klassischer Musik fehlte uns manchmal etwas die Wärme und Fülle, auch die Instrumente in der Basslage (Kontrabass, Tuba, große Trommel, Fagott...) sind etwa leiser zu hören als die hohen Orchesterinstrumente. Sprache (bei Podcasts) gibt der Lautsprecher natürlich wieder.

Einen Unterschied hörten wir auch je nach Positionierung des Lautsprechers. Lag er waagerecht, war der Klang etwas räumlicher und die Bässe pfundiger, weil der Tieftöner Richtung Tischplatte zeigte. Stand der Lautsprecher senkrecht, war der Klang weniger räumlich, dafür etwas kompakter mit trockeneren Bässen. Hier sollte jeder Nutzer nach Geschmack selbst entscheiden, was ihm besser gefällt. Ein "Ghettoblaster" ist der Teufel Rockster XS aber definitiv nicht - dafür gibt es beispielsweise den bereits von uns getesteten Teufel Boomster.

Per Stereo Connect können zwei Boxen gekoppelt werden
Hier nur eine Spiegelung - aber per Stereo Connect können zwei Boxen gekoppelt werden

Stereo Connect: Zwei Rockster XS im Stereo-Modus

Eine lustige Spielerei könnte der Stereo-Connect-Modus mit zwei tragbaren Lautsprechern sein. Testen konnten wir diesen in Ermangelung einer zweiten Lautsprecherbox aber nicht. Dazu werden zwei Rockster XS benötigt. Nun muss der erste Lautsprecher per Bluetooth oder Kabel mit dem Smartphone gekoppelt sein, dafür darf der andere Lautsprecher nicht verbunden sein, weder per Bluetooth noch per Kabel.

Nun müssen an beiden Rockster XS Bluetooth- und Play/Pause-Taste drei Sekunden lang gleichzeitig gedrückt werden. Hat das Stereo-Pairing geklappt, pulsiert nun die blaue Bluetooth-LED des ersten Lautsprechers, die sonst statisch leuchtet. Dies ist im Stereo-Modus der linke Lautsprecher. Beim rechten Lautsprecher leuchtet die blaue LED schwach. Im Stereo-Connect-Modus können keine zwei Smartphones gleichzeitig verbunden werden. Zum Aufheben des Stereo-Connect-Modus wird kurz die Bluetooth-Taste gedrückt; auch wenn die Box aus- und wieder eingeschaltet wird, ist Stereo Connect beendet.

Nicht nur klanglich, sondern vor allem finanziell halten wir das für eine Spielerei, denn zum Preis von 350 Euro, zu dem Teufel das Rockster-XS-Doppel verkauft, gibt es deutlich bessere Stereoboxen - im Hause Teufel und bei der Konkurrenz. Treffen zwei Freunde mit Rockster XS aufeinander, ist das aber ein lustiger Gag.

Verpackungsdetail Teufel Rockster XS
Verpackungsdetail Teufel Rockster XS

Fazit: Robuster Lautsprecher mit erstaunlichem Klang

Der Teufel Rockster XS lässt jeden internen Smartphone-Lautsprecher als belanglos verblassen. Dank Aluminium-Gehäuse und Silikon-Ringen hält er auch mal unsanfte Stöße aus. Der Klang ist satt, insbesondere bei Pop- und Rockmusik. Klassische Musik erklingt differenziert, aber etwas bassarm. Hervorzuheben ist die einfache Handhabung und Bedienung. Die Bluetooth-Koppelung ist darüber hinaus mit zwei Geräten gleichzeitig möglich, ein verzichtbares Feature ist aber die Koppelungsmöglichkeit mit einem zweiten Lautsprecher. Der Akku erlaubt viele Stunden Musikgenuss und das Laden eines angeschlossenen Smartphones - dann werden die versprochenen 14 Stunden Laufzeit allerdings nicht erreicht.

Wer nicht so viel Geld ausgeben möchte und klanglich Kompromisse eingehen kann, sollte einen Blick auf unsere Kurz-Übersicht zu Bluetooth-Lautsprechern unter 80 Euro werfen.

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