Premiere

Telekom: 5G-Testfahrt erfolgreich absolviert

Alle reden von 5G. teltarif.de-Redakteur Henning Gajek konnte seine Sammlung von A-, B-, C-, D- und E-Netz, 3G und 4G um eine Probefahrt mit 5G erweitern.
MIt 5G in Berlin mobil unterwegs war
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teltarif.de-Redakteur Henning Gajek telefonierte in einem VW-Käfer der Deutschen Bundespost im handvermittelten A-Netz, später im halbautomatischen B-Netz, sammelte Erfahrungen mit C-Tel und war von Anfang an bei den D- und E-Netzen mit dabei. In Düsseldorf fuhr er in einem Kleinbus von Ericsson mit "umgedrehter UMTS-Basisstation" als "Handy" mit, in Bonn erlebte er im Landgrabenweg die ersten gut wärmenden 4G-LTE-Modems auf der Rheinbrücke in voller Aktion.

Keine Außenantenne: Das Testfahrzeug der Detuschen Telekom.
Keine Außenantenne: Das Testfahrzeug der Detuschen Telekom.

Historisches Datum: 11. Oktober 2018

Der 11. Oktober 2018 war von daher wieder spannend: Eine Probefahrt beim Netzetag der Deutschen Telekom mit dem brandneuen 5G-Standard. Real auf 3,7 GHz mit 5G-NewRadio (NR) im NonStandAlone-(NSA)-Modus. Für technisch Interessierte: 5G-Standard mit neuer Funktechnologie (3,4 bis 3,8 GHz), wobei die 5G-Geräte von bereits vorhandener 4G-Infrastruktur unterstützt werden, sprich noch nicht alleine (Non Stand Alone) funken können.

Der erste 5G-Sendemast der Deutschen Telekom in Berlin in der Winterfeldtstraße. Wichtig ist der etwas nach unten gekippte "Schuhkarton"
Der erste 5G-Sendemast der Deutschen Telekom in Berlin in der Winterfeldtstraße. Wichtig ist der etwas nach unten gekippte "Schuhkarton"
Der Tatort diesmal in Berlin, in der Winterfeldtstraße, wo das älteste Fernmeldeamt der ehemaligen Deutschen Bundespost steht und heute von "hub:raum", der StartUp-Ideenschmiede der Deutschen Telekom genutzt wird.
Innenleben der kombinierten 3,6 GHz Sende/Empfangsantenne (MIMO), jedes Quadrat ist eine eigene Antenne, die mit raffinierter Technik verschaltet wird und den Empfang verbessert.
Innenleben der kombinierten 3,6 GHz Sende/Empfangsantenne (MIMO), jedes Quadrat ist eine eigene Antenne, die mit raffinierter Technik verschaltet wird und den Empfang verbessert.

Sendemast im Hof

In der Winterfeldtstrasse steht ein rot-weißer Antennenmast der Telekom, an dem neben 3 x 3 LTE-Antennen (drei weiße "Stangen" übereinander" auch dreimal 5G-Antennen (der "Schuhkarton" an jeder Mast-Kante. Die 3. Antenne ist auf dem Bild nicht sichtbar) hängen.

Jedes Quadrat stellt eine eigene Antenne dar. Der Trick besteht in der passenden Kombination.
Jedes Quadrat stellt eine eigene Antenne dar. Der Trick besteht in der passenden Kombination.
LTE wird auf 800, 1800 und 2600 MHz ausgestrahlt und über "Carrier Aggregation" miteinander verbunden. Das ist ja längst bekannt und Standard. Über die "Schuhkartons" wird nun mit einer Versuchslizenz des Bundesnetzagentur auf 3,7 GHz gefunkt, und das ist neu. Weitere 5G-Antennen stehen im Umfeld des Quartiers, um auch "Handover" nachvollziehen zu können.
Der im Fahrzeug verwendete Huawei Router für 3,7 GHz. Buch und Hand zum Größenvergleich.
Der im Fahrzeug verwendete Huawei Router für 3,7 GHz. Buch und Hand zum Größenvergleich.
Da es noch keine kommerziell verfügbare Endgeräte für 5G gibt, wurde für den Test ein modifizierter Heim-Router von Hauwei verwendet, der auf 3,7 GHz arbeitet. Dieser stand fast auf dem Boden eines Innenraums eines VW-T6-Busses, d.h. es wurde keine Außenantenne verwendet, wie es ja heute auch bei den Handys üblich ist. Die Probefahrt führte über die Winterfeldstraße, Pallas-Straße und Gleditschstraße wieder zurück.
Einblick ins Testfahrzeug: Der Router steht "unter dem Tisch", also erschwerte Bedingungen.
Einblick ins Testfahrzeug: Der Router steht "unter dem Tisch", also erschwerte Bedingungen.

Optische Sicht nicht unbedingt notwendig

Eine optische Sicht zum Sendemast bestand nicht immer, d.h. der Bus war zeitweise im direkten "Funkschatten", wurde aber durch reflektierte Signale versorgt. Man konnte auf der Messgraphik des Streamings sehr schön sehen, wann das Mobilgerät zwischen den verschiedenen Sektoren eines Mastes wechselte oder die "andere" Antenne auswählte. Neben der 5G-Verbindung war parallel auch auch eine 4G-LTE-Verbindung aufgebaut, um die Unterschiede zu sehen.

Der Beweis: 5G "Links" erreichte während der Fahrt etwa 550 MBit/s im Downastream, 4G-LTE kletterte zweitweise auf über 200 MBit/s.
Der Beweis: 5G "Links" erreichte während der Fahrt etwa 550 MBit/s im Downastream, 4G-LTE kletterte zweitweise auf über 200 MBit/s.

5G schneller, stabiler

Ganz klar: Die Downloadrate ist bei 5G spürbar besser. Währen der Testfahrt pendelte der "Zeiger" um 500 MBit/s im Downstream. LTE lag mit etwa 100 MBit/s darunter, stieg aber während der Fahrt auch einmal an, wobei dabei zufälligerweise die 5G-Datenrate nachgab.

Alles noch im Versuchsstadium

Die Versuchsfahrt in Berlin stellt noch keinen Regelbetrieb dar, der kommt erst wesentlich später. Es gibt auch noch keine frei erhältlichen 5G-fähigen Endgeräte. Ankündigungen gab es hingegen schon, die ersten Geräte werden dann auch das "Pionierband" bei 3,4-3,8 GHz beherrschen und später auch 26 GHz.

Zur 5G-Testfahrt bitte einsteigen!
Zur 5G-Testfahrt bitte einsteigen!

Wann wird 5G vom Kunden nutzbar sein?

Ob die Mobilfunkanbieter von vorneherein alle Bestandskunden mit aktuellsten Endgeräten auf ihre 5G-Netze "drauf" lassen werden, ist noch nicht sicher. Denkbar wäre, ähnlich wie bei der Einführung von 4G, diese Funktionen nur nach Buchung einer kostenpflichtigen Zusatzoption oder nur in bestimmten hochwertigen Tarifen zuzulassen.

Eins ist aber in Berlin klar geworden: 5G funktioniert und es wird kommen.

Nächste Testfahrt mit 6G?

Mit dem Testteam der Telekom / T-Mobile Tschechien, die für die Telekom-Group die Versuche durchführt, habe ich mich bereits verabredet: Zur ersten 6G-Probefahrt. So in etwa 10 Jahren.

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