Test

Kampf der digitalen Assistenten: Wie schlägt sich die Novizin Cortana?

Wir werfen einen Blick auf die Fähigkeiten der Helfer und zeigen, wer am sympathischsten ist. Das Endergebnis ist gleichzeitig überraschend und beeindruckend. Jeder der Assistenten ist auf seine Art und Weise durchaus nützlich, gerade dann, wenn das Smartphone ohne Hände bedient werden soll.

Als Nächstes benutzen wir die Assistenten zur Terminplanung, wobei wir uns vor allem auf Erinnerungen konzentrierten. Das Setzen von Alarmen klappte bei allen drei Helfern auf Anhieb. Interessanter wurde es hingegen beim Abschalten. Während dies bei Siri und Cortana problemlos klappte, konnten wir Google nicht davon überzeugen, den eben gesetzten Alarm wieder abzuschalten. Auch das Verschieben von Alarmen auf einen späteren Zeitpunkt klappte sowohl bei Siri als auch bei Cortana. Google Now verweigerte uns auch hier wieder den Wunsch, legte stattdessen einen Alarm zu der späteren Uhrzeit an und nannte ihn "Abschalten". Das Einrichten immer wiederkehrender Alarme klappte bei allen Helfern jedoch problemlos.

Keiner der drei Helfer zeigte sich von unserem Heiratsantrag begeistert. Keine Begeisterung über Heiratsantrag
Foto: teltarif.de
Cortana unterstützt anders als Siri oder Google Now eine Technik namens Geofencing. Sie ermöglicht es dem Assistenten, den Benutzer an etwas zu erinnern, sobald er sich in der Nähe des zuvor definierten Ortes befindet. Das klappte in unserem Fall auch recht gut. Unser größtes Problem war es dabei, deutsche Namen so auszusprechen, dass sie von Cortana erkannt wurden. Die Hersteller bewerben die Fähigkeit der Assistenten, auch SMS und E-Mails verfassen und versenden zu können. Mit dem Versand einer Textnachricht hatten weder Siri noch Google Now oder Cortana Probleme. Nachgeben musste Microsofts Assistent allerdings bei der Bitte, eine E-Mail zu versenden. Hier wurden uns lediglich Suchergebnisse präsentiert.

Der Aufforderung, einen Kontakt aus unserem Adressbuch anzurufen, kamen alle drei Helfer nach. Etwas komplizierter wurde es bei unbekannten Kontakten. Cortana verweigerte uns den Dienst und auch Google Now konnte uns hier nicht weiter helfen - die immer wiederkehrende Frage, wer denn nun angerufen werden sollte, fing nach dem zweiten Versuch gehörig an zu nerven. Aussterben wird der Beruf der Sekretärin wohl also noch länger nicht.

Fazit: Beeindruckendes Debüt von Cortana, Siri liegt momentan aber vorne

Beim Fazit gilt zu beachten, dass sich Cortana im Moment noch in der Beta-Phase befindet und nur in der Entwickler-Vorschau von Windows Phone 8.1 vorhanden ist. Abgesehen davon braucht sie sich aber nicht vor Siri und Google Now verstecken. Solange man sie auf Englisch anspricht, klappt die Spracherkennung zuverlässiger als beispielsweise bei Google Now. Sobald jedoch ein Begriff im Satz vorhanden ist, der auf Deutsch ist, schlägt die Ausführung meistens fehl. Für Orte, die man öfter besucht, empfiehlt es sich deshalb, diese vorher in den Einstellungen zu definieren. Dann klappt die Suche ohne Probleme.

In unserem Test kam Cortana dabei fast schon an die Fähigkeiten von Google Now heran. Einzig Siri konnte sich, unter anderem wegen des Anrufes unbekannter Nummern, noch absetzen. Abzuwarten bleibt, welche Neuerungen Google für seinen Now-Dienst Mitte des Jahres auf der Entwicklerkonferenz des Unternehmens präsentieren wird.

Zum Ende des Artikels erlauben wir uns dann aber noch eine rein subjektive Meinung: Von allen drei Assistenten ist Cortana einfach am sympathischsten. Das mag aber auch daran liegen, dass Google unsere Frage nach einer Heirat ignorierte, Siri uns bat Freunde zu bleiben und Cortana sich wenigstens die Mühe machte, einen fadenscheinigen Vorwand zu entwerfen - die Ehe hätte vor Gericht noch keinen Bestand.

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