Ausprobiert

Samsung Galaxy Note 7 im Kurz-Test: Augen auf, jetzt kommt ein Handy

Samsung hat das Galaxy Note 7 offiziell vorgestellt. Das Smartphone vereint ein Edge-Display und den bekannten S Pen und hat erstmals einen Iris-Scanner an Bord. Wir haben das Galaxy Note 7 im Hands-On-Test ausprobiert.
Von Rita Deutschbein
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Samsung Galaxy Note 7Samsung Galaxy Note 7 Mit dem Galaxy Note 7 bringt Samsung nach einer kurzen Pause in diesem Jahr wieder ein Smartphone mit S Pen auf den Markt. Im Vorfeld zum heutigen Unpacked Event wurde bereits heiß über die Ausstattung des neuen Gerätes spekuliert - viele der Daten haben sich bestätigt. Das Samsung Galaxy Note 7 lehnt sich optisch wie auch vom Namen her an die diesjährige Galaxy-S7-Reihe an und besitzt sogar den Edge-Screen, den wir vom Galaxy S7 Edge kennen. Viele Key-Features der S7-Reihe hat Samsung bei seinem Stift-Phablet übernommen. Wir hatten Gelegenheit, uns das Galaxy Note 7 in einem ersten Hands-On-Test näher anzusehen.

Erster Eindruck des Stift-Phablets

Optisch macht das neue Smartphone von Samsung richtig was her. Aufgrund der verwendeten Materialien wie Glas und Metall sieht es nicht nur hochwertig aus, es fühlt sich auch so an. Das Note 7 hat durch den Edge-Screen ein nahezu rahmenloses Display, sodass das Gerät trotz seiner Displaydiagonale von 5,7 Zoll vergleichsweise kompakt wirkt. Mit 169 Gramm ist das Smartphone zudem recht leicht.

Die Verarbeitung des Galaxy Note 7 ist topp - keine Spalten und keine unsauber verarbeiteten Bauteile stören das Gesamtbild. Der S Pen passt genau in den dafür vorgesehenen Slot am unteren Geräterand und auch alle anderen Anschlüsse sind sauber verarbeitet. Kanten und Ecken hat Samsung abgerundet, sodass sich das Smartphone in die Hand schmiegt.
Samsung Galaxy Note 7: Phablet mit bekanntem S Pen und neuen Funktionen
Phablet mit bekanntem S Pen und neuen Funktionen
So schön das Design des Note 7 ist, so sehr stört die hochglänzende Rückseite aus Glas jedoch im Alltag. Fingerabdrücke und Schlieren fallen durch das Glas sehr schnell auf - ein Problem, auf das wir auch schon beim Galaxy S6 und S7 hingewiesen haben. Wirklich zur Geltung kommt das schicke Design nur, wenn Nutzer regelmäßig polieren.

Galaxy Note 7 mit bekanntem Prozessor

Das Samsung Galaxy Note 7 wird es in Europa mit Exynos-Prozessor geben. Dabei verwendet der Hersteller den gleichen Chip, der auch schon im Galaxy S7 werkelt - den Octa-Core Exynos 8890 (4x 2,3 GHz + 4x 1,6 GHz). Auch der Arbeitsspeicher fällt mit 4 GB im Note 7 identisch aus. Der Prozessor hat sich bewährt und punktet durch seine starke Leistung. Allerdings wurde im Vorfeld zur Vorstellung über einen neueren Chip namens Exynos 8893 spekuliert, der nochmals leistungs­stärker sein soll und der von bis zu 6 GB RAM begleitet wird. So ganz können wir die Frage also nicht beantworten, ob wir uns über den bewährten, leistungsstarken Chip freuen sollen, oder ob wir enttäuscht sind, dass Samsung im Note 7 nicht auf einen neueren Prozessor mit noch mehr Reserven setzt.

Generationenvergleich: Vom ersten Galaxy Note bis zum Galaxy Note 7
Generationenvergleich: Vom ersten Galaxy Note bis zum Galaxy Note 7
Eines steht jedenfalls fest: Sowohl Gamer als auch Multitasker kommen mit dem Galaxy Note 7 voll auf ihre Kosten - auch dank der Unterstützung von Vulkan. Der 5,7 Zoll große SuperAMOLED-Bildschirm löst 2560 mal 1440 Pixel (QHD) auf und ist somit ausreichend scharf. Einzelne Pixel konnten wir auch beim genauen Hinsehen nicht erkennen. Dank Always-On-Funktion lassen sich wichtige Informationen, aber auch selbst erstellte Notizen auf dem Sperr­bildschirm anzeigen.

Das Display ist HDR-ready - Videos sollen somit noch lebendiger wirken. Ermöglicht wird dies durch einen verstärkten Kontrast zwischen hellen und dunklen Bildelementen und der noch realistischeren Darstellung von Farben. Wirklich ausgenutzt werden kann diese optimierte Darstellung allerdings nur mit passenden Inhalten. Film-Studios wie Fox Warner und Netflix sind unter anderem dabei, ihre neuesten Filme und TV-Shows auf HDR umzustellen.

Galaxy Note 7 im Video

64 GB Speicher an Bord

Angeboten wird das Galaxy Note 7 nur in der Version mit 64 GB Speicher. Ein microSD-Slot zur Speicher­erweiterung ist vorhanden, wobei Karten nun mit bis zu 256 GB und nicht mehr nur mit bis zu 128 GB unterstützt werden. Ausgeliefert wird das Smartphone mit Android 6.0 Marshmallow sowie einer neuen Version von TouchWiz, die nun nicht mehr so bunt wirkt. Die Edge-Funktionen wurden zum großen Teil vom Galaxy S7 Edge übernommen. Nutzer können auf dem gebogenen Displaypart wichtige Apps und Funktionen, aber auch Kurz-Links zu Kontakten ablegen. Die Edge-Funktionen haben wir uns bereits ausführlich im Test des Galaxy S7 Edge angesehen.

Ins Internet geht das Galaxy Note 7 wahlweise über WLAN a/b/g/n/ac mit 2x2 MIMO und somit maximalen Geschwindig­keiten von bis zu 620 MBit/s. Auch LTE Cat.9 wird unterstützt, wodurch Datenraten von bis zu 450 MBit/s mobil erreicht werden können. Bluetooth 4.2, NFC sowie Glonass und GPS sind ebenfalls an Bord. Der Akku des Galaxy Note 7 fällt allerdings kleiner aus als gedacht und bietet "nur" 3500 mAh - spekuliert wurde über bis zu 4000 mAh. Geladen wird die Batterie kabelgebunden über den USB-C-Port, den Samsung erstmals in einem Smartphone verwendet, oder kabellos mittels Wireless Charging. Auch Fast Charging wird unterstützt.

Samsung Galaxy Note 7: Die rückseitige Kamera kennen wir schon vom Galaxy S7
Die rückseitige Kamera kennen wir schon vom Galaxy S7
Bei der Kamera des Note 7 setzt Samsung auf das gleiche Modell wie beim Galaxy S7. Die Hauptkamera bietet 12 Megapixel, eine f/1.7-Blende sowie einen optischen Bildstabilisator, Dual-Pixel-Technik und einen Dual-Blitz. Auch ein Profi-Modus für individuelle Einstellungen steht bereit. Die Frontkamera, ebenfalls mit f/1.7-Blende, macht Bilder mit bis zu 5 Megapixel.

Neue Features beim S Pen und wasserfestes Gehäuse

Ein Hauptmerkmal der Note-Serie ist der Stylus namens S Pen. Optisch handelt es sich um den gleichen Stift, der schon beim Galaxy Note 5 zum Einsatz kommt. Mittels Druckmechanismus lässt er sich in dem dafür vorgesehenen Slot verstauen. Der S Pen ist vergleichsweise dünn, liegt aber dennoch gut in der Hand. Aufgrund seiner druckempfindlichen Spitze lässt sich mit ihm auf dem Note 7 sehr bequem schreiben. Eingaben werden auch erkannt, wenn das Display nass ist - hier hat Samsung also nachgebessert.

Samsung Galaxy Note 7 ist nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt
Samsung Galaxy Note 7 ist nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt
Insgesamt ist das ganze Gerät - wie das Galaxy S7 - nach IP68 gegen Staub und Wasser geschützt. Letzteres haben wir in einem kleinen Becken mit klarem Wasser ausprobiert, wobei das Galaxy Note 7 den Tauchgang ohne Schaden zu nehmen überstand. Noch auf der nassen Oberfläche konnten wir zudem problemlos Eingaben mit dem S Pen tätigen.

Alle wichtigen S-Pen-Anwendungen sind weiterhin über den Zugang Air Command vereint. Auch neue Funktionen wie eine Lupe und ein Übersetzer (bis zu 36 Sprachen) sind dazu gekommen. Mit "Create & Share" lassen sich aus bestehenden Videos, beispielsweise von YouTube, animierte GIFs erstellen, die mit Freunden und Bekannten geteilt werden können. Gab es bislang einzelne Apps für die Anwendungen Action Memo, Memo, Scrapbook und S Note, wurden diese nun in einer App vereint. So sollen Nutzer noch intuitiver arbeiten können.

Galaxy Note 7: Air Command mit neuen Funktionen
Galaxy Note 7: Air Command mit neuen Funktionen

Erhöhte Sicherheit dank Iris-Scanner und Fingerabdrucksensor

Neben dem bekannten Finger­abdruck­sensor in der Home-Taste des Samsung Galaxy Note 7, bringt das Gerät erstmals auch einen Iris-Scanner mit. Dieser lässt sich parallel zum Fingerprint­sensor nutzen, sodass Smartphone-Besitzer mehrere Möglich­keiten haben, ihr Gerät zu entsperren.

Die Einrichtung des Iris-Scanners ist einfach: Das Note 7 muss mit einem Abstand von etwa 30 Zentimeter vor das Gesicht gehalten werden, wobei die Augen sich in den sichtbaren Kreisen auf dem Bildschirm befinden müssen. Um die Iris möglichst genau scannen zu können, empfiehlt Samsung allen Brillenträgern, ihre Brille während des Einrichtungs­prozesses abzunehmen. Auch Kontakt­linsen­träger sollten ihre Sehhilfe vom Auge nehmen. Einmal eingerichtet soll der Scanner, der aus verschiedenen Sensoren auf der Frontseite des Note 7 besteht, die Augen auch mit Sehhilfe scannen können.

Im Test erhielten wir allerdings ein gemischtes Ergebnis: Während das Note 7 im Versuch mit einem Kontakt­linsen­träger recht zuverlässig entsperrt wurde, hatten einige Brillenträger Probleme. Hier erkannte das Smartphone aufgrund von Spiegelungen im Brillenglas die Iris nicht immer zuverlässig. Auch ist es wichtig, das Gerät in genau dem richtigen Abstand vor das Gesicht zu halten, da der Scann­vorgang sonst ebenfalls abgebrochen wird. Am Ende bleibt ein gemischtes Fazit zum Iris-Scanner, der sicherlich einer gewissen Einge­wöhnungs­phase bedarf, bevor er zuverlässig genutzt werden kann.

Samsung Galaxy Note 7: Iris-Scanner soll Alternative zum Fingerabdrucksensor sein
Iris-Scanner soll Alternative zum Fingerabdrucksensor sein

Fazit: Gelungene Mischung aus bewährten und neuen Features

Mit dem Galaxy Note 7 hat Samsung ein gelungenes Gesamtprodukt entwickelt. Das Smartphone ist leistungsstark, bietet interessante Features und Bedienungs­möglichkeiten aus S Pen und Edge-Display. Dabei hat Samsung auch Neuerungen wie den Iris-Scanner eingebaut, der allerdings einen durchwachsenen Eindruck im Hands-On hinterließ. Kamera, Prozessor und Arbeits­speicher wurden vom Galaxy S7 Edge übernommen, mit 64 GB erhalten Nutzer aber mehr Speicher.

Ab heute können sich Interessierte auf der Webseite von Samsung für das Note 7 registrieren. Die Vorbestellungen starten am 16. August, wobei alle Vorbesteller das Smartphone bereits drei Tage vor dem offiziellen Verkaufsstart am 2. September erhalten. Zusätzlich bekommen sie eine neue Gear-VR-Brille mit USB-C- und microUSB-Adapter sowie verbessertem Sichtfeld gratis zum Note 7. Das Smartphone wird in Deutschland in den Farbversionen Silver Titanium, Black Onyx und Blue Coral angeboten. Die unverbindliche Preisempfehlung beträgt 849 Euro.

Die Farbversionen des Note 7: Silber, Schwarz und Blau. Die goldene Version gibt es zum Start nicht in Deutschland.
Die Farbversionen des Note 7: Silber, Schwarz und Blau. Die goldene Version gibt es zum Start nicht in Deutschland.
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