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HSDPA bei E-Plus im kurzen Test von teltarif.de

Performance bislang mit den Mitbewerbern nicht vergleichbar
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Wie berichtet hat E-Plus mit der Aufrüstung seines UMTS-Netzes begonnen. Leser beobachten in verschiedenen Städten Deutschlands die Aktivierung des 3G-Turbos HSDPA. Ursprünglich hatte E-Plus die HSDPA-Einschaltung schon für das vergangene Jahr angekündigt. Anfang des Jahres startete dann tatsächlich ein Friendly User Test in Leipzig. Dieser ermöglichte es den Teilnehmern nach Angaben der E-Plus-Pressestelle, mit bis zu 3,6 MBit/s im Downstream online zu gehen.

Allerdings profitierten nur die Test-Teilnehmer von der verbesserten Performance. Andere Kunden sahen zwar ebenfalls eine Anzeige für 3.5G auf dem Handy-Display, konnten aber dennoch nur mit der herkömmlichen UMTS-Performance von bis zu 384 kBit/s im Internet surfen. Ähnlich handhabt T-Mobile den mobilen Internet-Zugang für Discounter-Kunden, denen der Marktführer unter den deutschen Mobilfunk-Netzbetreibern ebenfalls nur die herkömmliche UMTS-Übertragungsgeschwindigkeit zur Verfügung stellt.

Mit simyo rund 440 kBit/s im Downstream

Funkmast von E-PlusFunkmast von E-Plus Auch jetzt, wo E-Plus das HSDPA-Netz allmählich ausrollt, ist die Performance nicht mit den Angeboten der Mitbewerber zu vergleichen. Tests von teltarif.de zeigten beispielsweise in Leipzig maximal rund 400 kBit/s im Downstream. In Berlin-Neukölln kamen wir mit einer simyo-Karte auf rund 440 kBit/s, mit einer solomo-SIM des virtuellen Netzbetreibers vistream lag die Geschwindigkeit mit 364 kBit/s sogar knapp unter dem theoretischen Maximalwert von UMTS ohne HSDPA.

Das HSDPA-Netz macht sich insofern bemerkbar, als die Datenübertragungsraten bei E-Plus zuletzt oft noch deutlich unter 384 kBit/s lagen. Nun sorgt die UMTS-Erweiterung offenbar für erweiterte Kapazitäten. Branchen-Insider spekulieren, dass E-Plus auch künftig HSDPA vor allem dazu nutzen will, um für verbesserte Performance zu sorgen, aber weniger, um den Kunden hohe Übertragungsgeschwindigkeiten zur Verfügung zu stellen, wie dies die Mitbewerber von T-Mobile, Vodafone und o2 tun.

Uploads in Berlin mit bis zu 252 kBit/s

Uploads waren im Test von teltarif.de in Berlin-Neukölln mit einer simyo-Prepaidkate mit bis zu 252 kBit/s möglich. Mit einer SIM-Karte aus dem vituellen vistream-Netz, das die Funkmasten von E-Plus mitnutzt, kamen wir auf etwa die Hälfte dieses Wertes.

In Frankfurt am Main versuchten wir vergeblich, eine HSDPA-fähige Zelle im E-Plus-Netz zu finden. Allerdings ist auch in Berlin die UMTS-Erweiterung nur punktuell zu finden. In unseren Redaktionsräumen steht beispielsweise nach wie vor nur herkömmliches UMTS zur Verfügung.

Offizielle Ausbaupläne hat E-Plus nach wie vor nicht veröffentlicht. Im Vorfeld des Friendly User Tests in Leipzig erklärte der Netzbetreiber, HSDPA nur in Gebieten auszubauen, in denen man mit einer besonders intensiven Nutzung rechnet. Für die Datennutzung in der Fläche setzt E-Plus dagegen auf EDGE im GSM-Netz. Damit werden rund 220 kBit/s im Downstream erreicht. Bis zum Jahresende sollen rund 90 Prozent der deutschen Bevölkerung mit EDGE surfen können.

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