Autonomes Fahren

Tesla: Autopilot-Dilemma und neues Produkt

Um Tesla wird es nie so wirklich ruhig. Das Autopilot-System steht mal wieder in der Kritik, für den 17. Oktober ist ein neues Produkt angekündigt und CEO Elon Musk lässt verlauten, dass für das vierte Quartal kein Kapitalbedarf besteht.
Von David Rist
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Seit sich im Mai dieses Jahres ein tödlicher Un­fall mit dem Autopilot-System des Tesla Model S ereignete, steht die Soft­ware für autonomes Fahren zunehmend in der Kritik. Zwar wurde inzwischen angekündigt, dass die Autopilot-Software in der angekündigten Version 8.0 grundlegend über­arbeitet werden soll. Das aber schützt Tesla nicht davor, dass die aktuelle Version 7.1 im Tesla Model S von den Prüfern der Bundes­anstalt für Straßen­wesen (BASt) jetzt als "erhebliche Verkehrs­gefährdung" eingestuft worden ist.

Bundesanstalt für Straßenwesen empfiehlt Verbot des Model S

Cockpit des Tesla Model SDas Autopilot-System des Tesla Model S gerät immer wieder in die Kritik Bereits vergangenen Freitag hatte der Spiegel darüber berichtet, dass vom Auto­piloten des Tesla Model S eine "erhebliche Verkehrs­gefährdung" ausgehe. Das haben die Prüfer der Bundes­anstalt für Straßen­wesen in einem vom Bundes­verkehrs­ministerium in Auftrag gegebenen Gutachten fest­gestellt, nachdem sie tausende Test­kilometer mit dem Tesla zurückgelegt hatten. Vor allem die Bezeichnung Auto­pilot sei missverständlich. So werde dem Fahrer nicht mal mitgeteilt, wann der Auto­pilot überfordert ist und der Fahrer wieder eingreifen soll. Statt­dessen fährt das Auto einfach weiter.

Außerdem wären die Sensoren des Autos für ein Überhol­manöver auf deutschen Auto­bahnen zu schwach. Diese könnten lediglich 40 Meter nach hinten blicken, was auf Strecken ohne Geschwindigkeits­beschränkungen, wie in Deutschland, definitiv zu wenig sei. Bei einem Überhol­manöver hätte der Fahrer zudem große Mühe gehabt gegen den Auto­piloten anzukämpfen. Hinzu kommt, dass das Autopilot-System die gelben Markierungs­linien auf deutschen Auto­bahn­bau­stellen nicht erkennen kann und statt­dessen stur den ebenfalls vorhandenen weißen Markierungen folgt, so die Prüfer des BASt weiter.

Neues Tesla-Produkt kommt am 17. Oktober

Unterdessen hatte Tesla-CEO Elon Musk auf Twitter angekündigt, dass am 17. Oktober ein "von den meisten unerwartetes" Produkt der Öffentlichkeit vorgestellt werden soll. Im Raum stehen eine neue Version des Autopilot-Systems oder sogar die Vorstellung eines neuen Fahrzeuges. Da ein Update des Tesla-Chef Elon MuskTeslas CEO Elon Musk Autopilot-Systems allerdings zu erwarten ist, deutet der Zusatz "von den meisten unerwartet" in Musks Tweet eher auf ein neues Elektro­auto hin. Naheliegend wäre der Tesla Model 3: Dieser Mittel­klasse-Wagen wurde bereits im April angekündigt, damals fehlte allerdings noch das Interieur, welches die Entwickler nun fertig gestellt haben könnten. Der Tesla Model 3 soll nur rund 35 000 Dollar kosten und hatte bereits im Vorfeld für viel positive Resonanz gesorgt.

Am 28. Oktober folgt Tesla / SolarCity-Event

Elf Tage später folgt dann schon das nächste Event, bei dem es aber um die Zusammen­arbeit der beiden Firmen Tesla und SolarCity gehen soll. Tesla hatte für die Öko­strom­firma SolarCity, an dessen Gründung ebenfalls Elon Musik beteiligt war, im August ein Gebot über 2,6 Milliarden Dollar abgegeben. Beide Firmen arbeiten schon jetzt zusammen und könnten durch die Fusionierung bereits im ersten Jahr bis zu 150 Millionen Dollar einsparen. Am 28. Oktober könnte ein neues Solar­dach mit Tesla-Batterien vorgestellt werden, auch darauf deuten Tweets von CEO Elon Musk hin.

Kein neues Kapital für das vierte Quartal benötigt

Entgegen voran­gegangenen Äußerungen ließ der redselige CEO Elon Musk ebenfalls via Twitter am Wochenende verlauten, dass Tesla im vierten Quartal kein weiteres Kapital benötige. Trotz der geplanten Übernahme von SolarCity bestehe wahrscheinlich kein Grund den Aktien- oder Anleihen­markt anzuzapfen. Selbiges gilt auch für das erste Quartal im kommenden Jahr, so der Tesla-CEO weiter.

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