Themenspecial Reise und Roaming Terrorgefahr

US-Ermittler warnen vor Sprengsätzen in Laptops

Laut Fernsehberichten ist es möglich, dass Terroristen Sprengsätze in Laptops an Bord von Flugzeugen schmuggeln, weil die Scanner die Bomben nicht erkennen würden.
Von mit Material von
AAA
Teilen (3)

Fernsehberichte in den USA warnen vor Sprengsätzen in LaptopsFernsehberichte in den USA warnen vor Sprengsätzen in Laptops Terrororganisationen haben nach Erkenntnissen von US-Ermittlern Methoden entwickelt, um Sprengsätze in Laptops und anderen elektronischen Geräten zu verbergen. Der Sprengstoff werde möglicherweise von den Scannern bei der Sicherheitskontrolle an Flughäfen nicht entdeckt, hieß es gestern in Berichten der Fernsehsender CNN, CBS und anderen. Sie beriefen sich auf Informanten aus der US-Bundespolizei FBI und andere Quellen aus Geheimdiensten. Demnach haben sich nicht näher bezeichnete Terrorgruppen auch Kontrollgeräte besorgt, um zu überprüfen, ob die getarnten Bomben tatsächlich unsichtbar sind.

Das US-Heimatschutzministerium bestätigte die Fernsehberichte nicht. Es gebe jedoch Hinweise darauf, "dass Terrorgruppen weiterhin die zivile Luftfahrt zum Ziel haben, darunter fällt auch das Einschmuggeln von Sprengladungen in Elektronikgeräten", hieß es in einer Stellungnahme.

Hintergründe für das Laptop-Verbot

Die Erkenntnisse würden erklären, warum die USA und Großbritannien in der vergangenen Woche die Vorschriften für die Mitnahme größerer Elektronikgeräte verschärft haben. Die US-Regierung verbot am 21. März die Mitnahme dieser Geräte im Handgepäck auf Direktflügen von zehn Flughäfen im Nahen Osten und Afrika in die Vereinigten Staaten. Großbritannien verschärfte seine Regeln ebenso für einige Flüge aus derselben Region ins Vereinigte Königreich.

An Bord verboten sind nach US-Angaben alle elektronischen Geräte, die größer als Mobiltelefone sind, also Laptops, Tablet-Computer, E-Book-Reader oder Kameras. Die Elektronikgeräte können jedoch im Gepäck aufgegeben werden, das im Flugzeugbauch verstaut wird. Medizinische Geräte bleiben an Bord erlaubt.

Wird das Fliegen wirklich sicherer?

Die Frage ist nun, in wieweit es die Sicherheit tatsächlich erhöht, wenn solche Geräte nicht in der Kabine, sondern im Frachtraum mitgeführt werden - dort könnten sie, wenn sie tatsächlich getarnte Bomben sein sollten, per Zeit- oder Fernzünder ebenfalls zur Explosion gebracht werden, wie das bei der Boeing 747 der Fall war, die am 21. Dezember 1988 am Londoner Flughafen Heathrow abhob, aber nie in New York ankam. Über der schottischen Ortschaft Lockerbie riss die Explosion einer in einem Gepäckstück versteckten Bombe ein Loch in den Frachtraum, die Maschine stürzte ab. Alle 259 Insassen der Maschine und elf Bewohner Lockerbies kamen bei dem Attentat ums Leben.

Es gibt aber noch einen anderen Aspekt, der eher gegen die Mitnahme von Geräte mit Lithium-Akkus im Frachtraum spricht: Die tatsächlich vorhandene Gefahr, dass ein defekter Akku in Brand gerät, die wir in einem Editorial genauer beschreiben.

Teilen (3)

Mehr zum Thema USA