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teltarif hilft: Fonic-Rufnummer aus Dornröschenschlaf geholt

Im Laden gekaufte Prepaid-Karten sollten zügig aktiviert werden. Andernfalls kann es problematisch werden und professionelle Hilfe erforderlich werden.
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teltarif hilft: Interessantes Problem bei Fonicteltarif hilft: Interessantes Problem bei Fonic teltarif.de-Leser Stefan Keller (Name geändert) war ziemlich verzweifelt. Er hatte in einem Drogeriemarkt am Rande der Stadt vor einiger Zeit eher zufällig eine Prepaid-SIM-Karte des Anbieters Fonic (im Netz von Telefónica) mit einer wirklich hübschen Rufnummer nach dem Muster "0176-aabcbcdc" gefunden. Er kaufte die Karte, nur zu Hause geriet die Verpackung unter einen Stapel und damit erst einmal in Vergessenheit.

Im herbstlichen Vorweihnachts-Aufräum-Zyklus tauchte die Karte wieder auf. Keller meldete die Karte im Internet sofort unter www.fonic.de an und startete noch am gleichen Tag das gesetzlich vorgeschriebene Identifizierungsverfahren. Er wählte dazu Post-Ident in einer dafür zuständigen Postbank-Filiale. Dazu muss man persönlich vorbeischauen, seinen Pass oder Personalausweis vorzeigen und ein paar Fragen beantworten. Die Bestätigung kam dann binnen weniger Tage.

Hurra - die Karte lebt noch! Wirklich?

Keller legte die Karte in sein Handy ein. Nach kurzer Pause erschien die Netzanzeige "o2 - Fonic". Ankommende Anrufe ließen sein Handy klingeln, auch eine an die SIM geschickte SMS kam sofort an. Keller war zufrieden.

Doch beim Versuch eines abgehenden Telefonats hörte er die Ansage "Wir verbinden Sie mit der Aktivierungshotline" und kurz darauf "Sie rufen außerhalb unserer Geschäftszeiten an". Der Versand einer abgehenden Kurzmitteilung schlug ebenfalls fehl. Der Aufruf des USSD-Codes zur Guthaben-Abfrage *101# ergab eine Fehlermeldung: Kein Guthaben sichtbar. Im Fonic-Online-Web-Portal erschien sein Start-Guthaben ebenfalls nicht.

Am nächsten Tag erreichte Keller die reguläre Fonic-Hotline. Dort versprach man ihm, sich darum zu kümmern. Doch es geschah nichts. Abgehende Telefonate führten - falls überhaupt - zur Aktivierungshotline. Es folgte Anruf auf Anruf, es gab auch verschiedene E-Mails, man bat ihn weiter um Geduld.

Eine pfiffige Hotlinerin konnte testweise 1 Euro aufladen, aber die Karte blieb weiterhin verriegelt. Bereits gekaufte Aufladegutscheine im Wert von 20 Euro konnte oder durfte die Hotlinerin nicht aufladen.

Die Zeit vergeht...

Inzwischen war ein Monat vergangen. Keller dachte sich: "Wenn die mich nicht wollen, dann portiere ich die hübsche Rufnummer eben zu Tchibo." Gedacht, getan.

Er schickte die Verzichtserklärung an Fonic und überwies zusätzliches Guthaben auf die Karte. Wenige Tage später kam das Geld auf sein Bankkonto zurück: "Verwendungszweck: 0176-Telefonnummer - Rückzahlung, nicht zulässig".

Keller schaltete die Bundesnetzagentur ein. Die erklärten ihm, dass eine Portierung von Fonic zu Tchibo eine "netzbetreiberinterne" Portierung sei und damit im Ermessen des Netzbetreibers läge. Seine Laune fiel in den Keller.

Mehr Glück mit Vodafone?

Er marschierte in einen Vodafone Shop und fragte nach einer Vodafone CallYa-Prepaid Karte, auf welche die schöne Rufnummer portiert werden sollte. Der Verkäufer ließ ihn einige Formulare ausfüllen und führte gleich den Identitätsnachweis durch. Das Ergebnis: "Sie bekommen die neue Karte zugeschickt", eine Bestätigung gab es nicht. 14 Tage später lag eine lapidare Mitteilung von Vodafone im Briefkasten: Die Portierung sei fehlgeschlagen, da Fonic abgelehnt habe. Für Vodafone sei der Vorgang damit abgeschlossen.

Wieder schaltete Keller die Bundesnetzagentur ein. Die fragten ihn nach Kundennummern von Fonic und Vodafone. Letztere hatte er nicht, da Vodafone - außer der Ablehnung - keine weiteren Detailinfos übermittelt hatte.

Aus technischen Gründen nicht aktivierbar

Nach endlosen weiteren Telefonaten und E-Mails mit der Fonic-Hotline wurde ihm schließlich eines Tages erklärt, dass seine Nummer "aus technischen Gründen" nicht aktivierbar sei. Man habe ihm daher eine Ersatz-SIM-Karte mit neuer Rufnummer zugeschickt. Die neue Karte traf auch tags darauf bei ihm ein.

Seine Rufnummer, die er eigentlich aktiviert haben wollte, hatte wie bereits eingangs erwähnt das einfach merkbare Muster 0176-aabcbcdc. Als "Ersatz" hatte ihm Fonic eine Karte mit einer x-beliebigen Rufnummer unter der Vorwahl 01590 eingepackt. Zudem hätte er das lästige ID-Registrierungsverfahren komplett neu anschieben müssen.

Wenig hilfreiche Mitteilung an den Kunden
Wenig hilfreiche Mitteilung an den Kunden

teltarif.de schaltet sich ein...

Eher zufällig kam der Kontakt zu teltarif.de zustande. Dank detaillierter Dokumentation durch den Kunden konnten wir den Fall der Telefónica-Pressestelle präzise schildern. Diese bestätigte kurz den Erhalt der Anfrage. Am gleichen Nachmittag klingelte bei Keller die Fonic-Karte, als Rufnummer war die Fonic-Hotline sichtbar, doch er konnte nicht schnell genug dran gehen.

Zwei Stunden später erhielt er eine SMS. "Willkommen bei Fonic... Ab sofort telefonieren sie für..." Und siehe da: Keller kann jetzt abgehend telefonieren und sein Guthaben ist auch vorhanden. Sein erstes Telefonat ging zu teltarif.de: "Vielen Dank. Ich hatte ja schon fast alle Hoffnung aufgegeben."

Nach inoffizieller Auskunft eines Insiders lag der Fehler wohl in der HLR-Datenbank bei Fonic. Ältere noch nie aktivierte SIM-Karten geraten irgendwann in einen "Schlafmodus", woraus sie ohne Eingriff eines mit entsprechenden Admin-Rechten ausgestatteten Mitarbeiters nicht mehr so ohne weiteres herausgeholt werden können.

Keine schönen Rufnummern (ohne Freischaltung) auf Vorrat lagern!

Es lohnt sich heute nicht mehr, schöne Rufnummern für irgendwann später einmal "aufzuheben", sondern sie sollten möglichst zügig aktiviert werden. Das erfordert dann auch - je nach Provider - die Nutzung und das Nachladen von Guthaben, um einen ungewollten Verfall zu vermeiden. Leider sind die genauen Regeln zur "Haltbarkeit" von Rufnummer und Guthaben selbst für Insider nur schwer zu durchschauen oder werden "variabel" gehandhabt.

Einige Service-Provider wie mobilcom-debitel sind hier vorbildlich: Sie teilen dem Kunden bei Abfrage des Guthabens ein verbindliches Abschaltdatum mit.

Vorsicht bei älteren, nicht aktivierten Karten

Das Problem ist übrigens nicht Telefónica- oder Fonic-spezifisch. teltarif.de fand an einer Tankstelle schon Telekom-Xtra-Karten, ein Prepaid-Tarif, den es eigentlich schon länger nicht mehr neu gibt. Leser berichteten uns, dass beim Versuch, eine dort gekaufte (angestaubte) Karte zu aktivieren, Probleme auftraten. Entweder stellte sich heraus, dass die aufgedruckte Rufnummer längst jemand anders gehörte (der sie regulär aktiviert hatte) oder der Hotliner erklärte, dass die Nummer/Karte zu alt sei und deshalb nicht mehr aktiviert werden könne.

Deswegen sollte man beim Kauf alle Unterlagen einschließlich Kassenquittung gut aufbewahren, gegebenenfalls einscannen und auf dem PC speichern, weil Papiere mitunter gerne verloren gehen.

Solange es sich um eine x-beliebige Rufnummer handelt, sollte eine Rückgabe und Erstattung der Karte im Laden möglich sein. Andernfalls sollte die Karte in der Originalverpackung an den Provider oder Netzbetreiber zurückgeschickt werden, was man am besten per Einschreiben tun sollte. Dies verursacht aber gesonderte Kosten. In jedem Fall muss man sich beim Mobilfunk-Anbieter schon deutlich bemerkbar machen, damit die Geschichte wie in unserem Fall ein gutes Ende nimmt.

Eine andere Möglichkeit wäre der Kauf im Mobilfunk-Fachgeschäft, das man erst dann verlässt, wenn die Karte komplett aktiviert ist. Sollte die Aktivierung doch etwas dauern, kann man mit dem Verkäufer vereinbaren, dass man zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal vorbeischaut und seine Rechnung bezahlt, wenn alles geklappt hat.

Prepaid-Registrierungsverfahren im Shop bei teltarif.de im Test

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