Der Untergang

Wie im Krimi: So verlief die Insolvenz von Telogic

Hohe Schulden, nicht bezahlte Gehälter, mehrmonatige Mietrückstände
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Nach der Insolvenz des virtuellen Mobil­funk­netz­be­treibers Telogic wurde das Netz ab­ge­schaltet, einige Kunden konnten die Ruf­nummer weg­portieren und eine Rück­forderung des Prepaid-Gut­habens ein­reichen. Seither ist es still geworden - doch ein nun auf­ge­tauchter detaillierter Bericht des Insolvenz­ver­walters verrät die Hinter­gründe.

teltarif.de liegt der 25-seitige Bericht des Insolvenzverwalters Dr. Schulte-Kaubrügger von der Firma White & Case in Dortmund vor, die mit der Abwicklung von Telogic betraut wurde. Vieles in dem Bericht liest sich wie ein moderner Krimi - in den letzten Monaten der Unternehmensgeschichte dürfte es um die Finanzen von Telogic schon sehr schlecht bestellt gewesen sein. Einem recht geringen Aktivguthaben stehen Millionen an Forderungen und Schulden gegenüber.

Was hat eigentlich zur Insolvenz von Telogic geführt?

Wie im Krimi - so verlief die Insolvenz von TelogicWie im Krimi: So verlief die Insolvenz von Telogic Im vergangenen Herbst kursierten bereits Gerüchte, dass E-Plus als "Vermieter" der Mobilfunk-Sendemasten wegen ausstehender Zahlungen die Insolvenz eingeleitet haben könnte. Diese These wird durch den Bericht eindeutig widerlegt. Telogic schuldete dem Vermieter der Geschäftsräume sowie dem Vermieter der IT- und Server-Infrastruktur soviel Geld, dass Telogic im Oktober 2012 einen Antrag auf Insolvenz einreichte.

Zu diesem Zeitpunkt war das Unternehmen bereits in Auflösung begriffen, was der Anwalt des Unternehmens gegenüber dem Insolvenzverwalter anlässlich eines Besuchs in den Geschäftsräumen bestätigte. Der aus den USA via Skype zugeschaltete Geschäftsführer Jeff Mason bestätigte ebenfalls die Einstellung des Geschäftsbetriebs.

Als erstes wurden alle noch bestehenden Arbeitsverhältnisse gekündigt und die betroffenen Mitarbeiter sowie die Arbeitsagentur darüber informiert. Zum Zeitpunkt der Insolvenz beschäftigte Telogic etwa 20 Mitarbeiter und zahlte an diese monatlich insgesamt 100 000 Euro brutto. Bereits kurz vor der Insolvenz hatten zwei der Mitarbeiter von sich aus gekündigt.

Auf der folgenden Seite erläutern wir, wie sich der Umsatz in den letzten Geschäftsjahren entwickelte, wie viele Kunden das Unternehmen zuletzt hatte und wie wenige davon noch erreichbar waren. Außerdem zeigen wir anhand des Insolvenzberichts auf, welches Vermögen und welche Schulden das Unternehmen zuletzt hatte und ob Kunden überhaupt mit einer Guthaben-Erstattung rechnen können.

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