Tote SIM

Telogic-Aus: Betroffene haben kein Recht auf Netz-Transfer

Einzelne Telogic-Anbieter haben bereits in andere Netze gewechselt

Auch scheint es intensive Verhandlungen zwischen dem neuen Investor, einer kanadischen Unternehmensgruppe, und der E-Plus-Gruppe zu geben, an derem Ende durchaus eine Wiederanschaltung denkbar wäre. E-Plus sei, so war zu hören, wohl sehr "skeptisch", was das Geschäftsmodell der Kanadier beträfe, die dem Vernehmen nach einen international orientierten Roaming-Provider aufbauen will, der seine Verbindungen soweit wie möglich über VoIP-Angebote im Internet realisieren möchte.

Für die meisten betroffenen Endkunden, die sich nicht tagesaktuell im Internet informieren können, bleibt die Lage nach wie vor unklar. Wer deshalb eine Nummernportierung in Erwägung ziehen sollte, muss in den entsprechenden Formularen "Telogic/vistream" als abgebenden Anbieter eintragen und sich auf Wartezeiten einrichten.

So sind Telogic-Rufnummern (reguläre Vorwahl 01570) weiterhin erreichbar, Anrufe auf den von Anrufsammeldienst Sipgate One vergebenen Rufnummern kommen wie gewohnt an, da dieser Dienst von der Abschaltung des E-Plus-Netzzugangs in keinster Weise betroffen ist.

Ob man allerdings einen mobilen Teilnehmer im Netz von Telogic erreichen kann, bleibt unsicher. Kunden des Providers Solomo können im Online-Kundenmenü eine Rufumleitung einrichten, um erreichbar zu bleiben. Das geht auch dann, wenn sich die SIM-Karte nicht mehr ins Netz einbuchen sollte.

Ein anderes betroffenes Unternehmen hat für seine Kunden bereits gehandelt: Der ursprünglich im Telogic-Netz funkende Telefonanbieter Wilhelm.Tel aus Noderstedt bei Hamburg hat seine Kunden inzwischen ins Netz von o2 verlagert, wie das Unternehmen auf seiner Homepage aktuell mitteilt. "Alle damit notwendigen Umstellungsmaßnahmen wurden erfolgreich abgeschlossen." Basierend auf den neuen Konditionen im o2-Netz plant Wilhelm.Tel, bereits ab November eine Reihe neuer und attraktiver Tarife und Optionen einzuführen.

Bundeswehrsoldaten nicht mehr betroffen

Die Kunden des "Bundeswehr-Providers" Astrium ("Connect D") trifft die Problematik nicht mehr. Deren SIM-Karten wurden nach direkten Verhandlungen zwischen Astrium und E-Plus mit neuen direkt bei E-Plus aufgehängten Rufnummern versehen. Übergangsweise mussten SMS noch an die alten Rufnummern geschickt werden, als Datum der Umstellung war der 15. September anvisiert worden. Die Telekom hatte in kürzester Zeit einen Filter installiert, der nur SMS-Nachrichten an die bisherigen Astrium-Rufnummern (mit Vorwahl 01570) durchließ, während SMS-Nachrichten an andere Rufnummern von D1 aus weiterhin nicht abgeschickt werden ("Dienstfehler").

Wie geht es weiter?

Falls Telogic mit E-Plus (oder einem anderen Netzbetreiber) doch noch eine Einigung erzielen sollte, ginge es wohl wie gewohnt weiter. Sollte Telogic den Betrieb komplett einstellen (wonach es derzeit auch nicht aussieht), würden alle 01570-Rufnummern an E-Plus zurückfallen (sofern sie nicht portiert wurden.) Möglicherweise müssten betroffene Kunden dann auf das Angebot der Bundesnetzagentur zurückgreifen, um ihre gewohnte Rufnummer behalten zu können.

Vielleicht sollte der Gesetzgeber bei einer künftigen Novellierung des Telekommunikationsgesetzes diesem Fall mehr Beachtung schenken und klare Regeln definieren.

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