Ausprobiert

Skobbler-Nachfolger: Telenav Scout mit Offline-Navi und Live-Traffic im Test (Update)

Skobbler war einst ein Pionier bei Navi-Apps auf Basis von Openstreetmap-Material. Nun arbeiten die Macher für Telenav und wollen mit der neuen kostenlosen App Scout das klassische Navi im Auto überflüssig machen. Wir konnten die neue App mit Offline-Navi und Live-Traffic vorab auf einer Testfahrt ausprobieren.
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Skobbler war 2009 einer der ersten Entwickler, der eine brauchbare und kostenlose Smartphone-App für die Navigation bereitstellte, die auf dem Openstreetmap-Material basiert. Dieses Kartenmaterial wird - wie Wikipedia - von einer weltweiten, freien Nutzergemeinde gepflegt und ist an vielen Stellen deutlich genauer als das Kartenmaterial kommerzieller Anbieter.

Telenav Scout mit Offline-Navi und Live-Traffic im TestSkobbler-Nachfolger: Telenav Scout mit Offline-Navi und Live-Traffic im Test Seither hat sich viel verändert: Das ursprünglich kleine Startup musste sich Gedanken um Monetarisierung machen und zog irgendwann seine Gratis-App aus den Appstores wieder ab. Inzwischen gehört Skobbler zur US-Firma Telenav und startet mit "Scout" heute eine neue Gratis-Navigations-App für Android (App nutzbar ab 2.3.3, Live-Traffic nur mit Smartphones ab 2013) und iOS (ab 6.1) in Deutschland. Diese soll nicht nur besser sein als die kostenlosen Konkurrenten Google Maps, Nokia Here Maps oder Bing Maps. Telenav Scout will auch Funktionen bieten, die sonst nur klassische Festeinbau-Navigationsgeräte fürs Auto mitbringen.

Bereits vor dem Start der App konnten wir mit einem Testwagen von Telenav die neue Scout-App ausprobieren, die dort auf einem iPhone vorinstalliert war. Update: Mittlerweile ist die App für iOS und Android im jeweiligen Appstore unter dem Namen "GPS Navigation & Maps - Scout" erhältlich. Ende des Updates.

Bekannte Zoom-, Dreh- und Suchmöglichkeiten von Skobbler übernommen

Unsere Testfahrt durch Berlin mit einem Auto von TelenavUnsere Testfahrt durch Berlin mit einem Auto von Telenav Basis der neuen App bleibt weiterhin das Kartenmaterial von Openstreetmap und vom "alten" Skobbler wurde die Engine übernommen und weiterentwickelt. Außer der Standard-Kartenoberfläche gibt es ein Outdoor- und Nacht-Layer. Wie auch bei der vorangegangenen Skobbler-Version ist es wieder problemlos möglich, innerhalb der Karte frei zu zoomen und diese zu drehen oder zu schwenken. Bei unserer Testfahrt erschien uns die Oberfläche der neuen Scout-App sehr aufgeräumt - bei einem kurzen Blick auf die Karte wird der Fahrer nicht von störenden Details abgelenkt. Auch die Sprachausgabe für die Navigation war jederzeit gut zu verstehen und kam rechtzeitig, beispielsweise vor einer Abbiegung.

Zusätzlich zur KFZ-Navigation unterstützt Telenav Scout auch Fußgänger- und Fahrrad-Navigation. Dies konnten wir im Berliner Regierungsviertel live ausprobieren: Die Fußgänger-Navigation ließ uns bis vor das Tor des Bundeskanzleramtes gehen, die KFZ-Navigation lotste uns außen herum.

Die Suche nach Sehenswürdigkeiten gestaltete sich relativ einfach und dafür waren nur wenige Fingertipps notwendig. Die Entwickler scheinen auf eine ergonomische Bedienung während der Fahrt großen Wert gelegt zu haben. Die Worterkennung war allerdings noch nicht zu 100 Prozent sensibel: Bei der Eingabe von "Kanzler..." fand die Navi-App das Bundeskanzleramt nicht, erst als wir "Bundeskanz..." eingaben.

Live-Traffic, Blitzer-Erkennung, Verkehrszeichen-Scan und Reiseinformationen

Noch im Test: Verkehrszeichenerkennung per Smartphone-KameraNoch im Test: Verkehrszeichenerkennung per Smartphone-Kamera Telenav Scout ist mit der Turn-by-Online-Navigation und einer Offline-Länderkarte kostenlos und ohne Werbung nutzbar. Die Offline-Navigation schont das mobile Datenvolumen bei Nutzern, die einen mobilen Datenvertrag mit nur geringem Inklusivvolumen haben. Ungewöhnlich ist, dass in der kostenlosen App-Version auch Verkehrs- und stationäre Blitzer-Dateien von Wikitravel (nur iOS) sowie die Daten von TripAdvisor und Foursquare ohne Bezahlung nutzbar sind. Weitere Offline-Karten, Real-Time-Traffic-Daten (von der Firma Inrix bereitgestellt) sowie aktuelle Blitzerdaten von Blitzer.de für die Region DACH sind zusätzlich kostenpflichtig buchbar. Dazu auf der zweiten Seite mehr.

Eine interessante Funktion, die Telenav Scout von den klassischen Festeinbau-Navis abgeschaut und von Bosch übernommen hat, ist der Verkehrszeichen-Scan. Hierzu ist allerdings eine geordnete Installation des Smartphones mit einer Halterung an der Innenseite der Windschutzscheibe notwendig. Die App erklärt dem Nutzer, wie der Einbau korrekt vorgenommen werden muss. Hat der Nutzer alles richtig installiert, muss er gegebenenfalls bei den Zugriffsberechtigungen im Smartphone erlauben, dass die App auf die rückwärtige Hauptkamera zugreifen darf. Dann scannt die Kamera ständig die Straßenränder. Sie soll eine gewisse Anzahl an Verkehrsschildern erkennen und dann gegebenenfalls den Fahrer davor warnen, dass er zu schnell fährt oder verbotenerweise überholt. Diese Funktion wird allerdings noch intensiv getestet und aufgrund des "Bastelaufwandes" den Nutzern noch nicht auf breiter Basis empfohlen. Die erkannten Verkehrszeichen werden anonymisiert an die Openstreetmap-Community übertragen, wenn der Nutzer zustimmt.

Auf der folgenden Seite erläutern wir, welche Zusatz-Features kostenpflichtig erhältlich sind und welche Pakete es zu welchem Preis gibt. Außerdem widmen wir uns zukünftigen Herausforderungen wie einem Spurassistenten und fassen unsere Testergebnisse in einem Fazit zusammen.

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