WLAN

Telekom auf der CeBIT: So funktioniert WiFi Calling

Die Telekom hat auf der CeBIT weitere Details zum WiFi Calling verraten, das in diesem Jahr für Mobilfunkkunden eingeführt wird. Handover ins Mobilfunknetz funktionieren noch nicht und der Dienst ist mit manchen anderen Optionen nicht kombinierbar.
Von der CeBIT in Hannover berichtet
AAA
Teilen (4)

Die Telekom präsentiert sich auf der CeBIT 2016Die Telekom präsentiert sich auf der CeBIT 2016 Auf dem Mobile World Congress (MWC) im Februar hatte die Deutsche Telekom angekündigt, im Laufe des Jahres ihren Mobilfunk-Kunden auch Telefonate über WLAN anzubieten. Bei verschiedenen Netzbetreibern im Ausland, beispielsweise bei T-Mobile US, ist diese WiFi Calling genannte Technik längst Standard, während die deutschen Telefongesellschaften auf Anfrage noch vor knapp zwei Jahren erklärt hatten, der Dienst sei hierzulande nicht erforderlich, da die Netze so gut ausgebaut seien, dass sich die Unterstützung über WLAN erübrige.

Mit WiFi Calling auch im Funkloch telefonieren

Nun kommt WiFi Calling doch noch nach Deutschland, etwa um in Bürogebäuden mit metallbedampften Scheiben, in denen der Mobilfunk-Empfang nur eingeschränkt möglich ist, die Telefonie mit der gewohnten Handynummer zu ermöglichen. Dazu werden die Kunden anders als beispielsweise bei o2 Message+Call keine zusätzliche App auf ihrem Smartphone benötigen. Stattdessen wird das WiFi-Calling-Feature verwendet, das bei vielen aktuellen Handys direkt im Betriebssystem integriert ist.

Mit welchen Smartphones WiFi Calling bei der Telekom im ersten Schritt möglich sein wird, konnte die Telefongesellschaft auf Anfrage noch nicht sagen. Grundsätzlich gebe es aber keine Beschränkungen, sofern die Firmware des Telefons das Leistungsmerkmal ermöglicht. Ericsson zeigte auf der Consumer Electronics Show (CES) bereits im vergangenen Jahr die Telefonie über WLAN mit einem Apple iPhone 6 und einem Samsung Galaxy S5.

Zusätzliche Kosten fallen für WiFi Calling nicht an. Sukzessive sollen alle Kunden für das Feature freigeschaltet werden, die auch Voice over LTE (VoLTE) als Option gebucht haben. Die Kopplung an den VoLTE-Dienst hängt damit zusammen, dass zumindest vorerst eine Gesprächsübergabe nur aus dem LTE-Mobilfunknetz zu einer WLAN-basierten Internet-Verbindung möglich ist. Aus dem UMTS- oder GSM-Netz ist das noch nicht möglich.

Handover nur in eine Richtung

WiFi-Calling-Demonstration am Telekom-MessestandWiFi-Calling-Demonstration am Telekom-Messestand Zumindest zum Start von WiFi Calling bei der Telekom gibt es den Nachteil, dass im WLAN-Netz begonnene Gespräche beim Verlassen des Hotspot-Versorgungsbereichs abbrechen. Die Verbindung muss bei Bedarf im Mobilfunknetz neu aufgebaut werden. Wann die Telekom dieses Problem löst, war auf der CeBIT noch nicht zu erfahren.

Ebenfalls noch unklar ist, ob die Kunden jemals Voice over LTE und WiFi Calling mit T-Mobile@home bzw. der Option Festnetznummer kombinieren können. Derzeit schließen sich diese Features gegenseitig aus. Auf Nachfrage teilte die Telekom mit, eine Lösung würde erheblichen technischen Aufwand bedeuten. Dieser lohne sich jedoch kaum, da die Festnetznummer auf dem Handy von immer weniger Kunden genutzt werde.

Teilen (4)

Mehr zum Thema Wifi-Calling