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Telekom zeigt Fingerspitzengefühl: So funktioniert Spleißen

Wenn der Bagger versehentlich einen Glasfaserstrang durchtrennt, dauert die Reparatur oft Stunden. Was ist daran so komplex? Ein Telekom-Video veranschaulicht den filigranen Vorgang des Spleißens von Glasfaser.
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Spleißen von Glasfaser bei der TelekomSpleißen von Glasfaser bei der Telekom Für den Breitbandausbau wird heutzutage überwiegend Glasfaser verlegt, die letzte Meile zum Kunden wird dann allerdings oft noch über andere Verbindungswege wie Kupferkabel, TV-Kabel oder LTE überbrückt. Die grauen Kästen der Telekom am Straßenrand werden allerdings zu einem großen Teil per Glasfaser an das Breitband-Netz angebunden - dies ist die bevorzugte Technik bei VDSL und VDSL-Vectoring.

Ist das Internet zuhause tot, liegt in vielen Fällen keine Störung auf der "letzten Meile" vor - immer wieder gibt es Berichte darüber, dass beispielsweise ein Baggerfahrer aus Unachtsamkeit eine unterirdische Glasfaser durchtrennt hat. Oft dauert es dann viele Stunden oder sogar Tage, bis der Schaden repariert ist. Woran liegt das?

Telekom-Video: So funktioniert Spleißen

Ein Grund für die zum Teil langwierige Reparatur einer durchtrennten Glasfaser ist der komplexe Vorgang, mit dem zwei Glasfaser-Enden zusammengefügt werden. Diesen Vorgang nennt man in der Fachsprache Spleißen, der Begriff wird auch für das Verdrillen von Kupferadern verwendet. Ein Glasfaserstrang besteht in der Regel aus vielen dünnen Einzelfasern, jede dieser Einzelfasern muss manuell mit dem Gegenstück des anderen Glasfaserstrangs verbunden werden.

Das Problem dabei ist nicht nur die Dünne der Glasfaser (fünf Mikrometer), sondern auch ihr Material: Glas ist ein zerbrechliches Material und beim Spleißen ist sehr viel Fingerspitzengefühl notwendig, damit die Adern nicht brechen. Ein menschliches Haar ist übrigens mehr als doppelt so dick wie die Ader einer Glasfaser.

In einem interessanten Video veranschaulicht die Telekom nun diesen komplexen Vorgang des Spleißens. Wie zufällig kommt ein Radfahrer, der offenbar grade eine Tour von 40 Kilometern hinter sich hat, in Freiburg bei einem Glasfaser-Monteur der Telekom vorbei, der bei dem Netzbetreiber seit 1971 arbeitet. Dort lässt der Besucher sich auf offener Straße das Spleißen erklären und probiert es selbst einmal aus - was für einen Ungeübten gar nicht so einfach ist. Schließlich soll anschließend das optische Signal per Laserdioden fehlerfrei über feinste, hochflexible Lichtwellenleiter gesendet werden.

In der sogenannten Fusionsspleißstation, einem speziellen Schweißgerät, werden die Enden des eingelegten Faserpaares vermessen und die lichtleitenden Kerne nanometergenau zusammengeführt. Durch einen kurzen Lichtbogen werden die Enden der beiden hauchdünnen Adern dann verschweißt. Eine abschließende Messung muss zeigen, ob der Dämpfungs-Wert innerhalb der vorgegebenen Toleranz liegt, ansonsten muss neu verspleißt werden.

Spleißen von Glasfaser im Telekom-Video

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