Geschäftszahlen

Telekom legt bei VDSL deutlich zu - zu Lasten der Wettbewerber

Die Deutsche Telekom drückt aufs Gaspedal beim Breitbandausbau: Noch in diesem Jahr sollen 2,7 Millionen Haushalte Zugriff auf VDSL bekommen. Das sorgt für Wachstum bei den Kunden - auch dank der Hilfe der Wettbewerber.
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VDSL - für die Telekom ein ErfolgsprojektVDSL - für die Telekom ein Erfolgsprojekt Es ist eine Erfolgsgeschichte, die Telekom-Chef Tim Höttges gerne erzählt: "Der Kunde greift zu, wenn er höhere Datenraten zur Verfügung gestellt bekommt". Das sagte der Chef der Telekom heute bei einem Pressegespräch zur Vorlage der aktuellen Quartalszahlen mit Verweis auf die - wie er sie bezeichnet - Glasfaseranschlüsse der Deutschen Telekom. Hinter den Glasfaseranschlüssen verbergen sich bei der Telekom zumeist jedoch VDSL-Leitungen, inzwischen vermehrt auch auf Basis der umstrittenen Vectoring-Technologie, die den Kunden bis zu 100 MBit/s bietet.

Mit mehr als 6 Millionen Anschlüssen verzeichnete das Unternehmen zum Ende des Berichtszeitraums den größten Bestand an Glasfaseranschlüssen (FTTC/Vectoring und FTTH) aller europäischen Netzbetreiber, heißt es von der Telekom. Allerdings gilt es hier genau hinzuschauen: Bei 2,27 Millionen Kunden hat die Telekom gar keine direkte Kundenbeziehung, da sie auf Wholesale-Basis an Wettbewerber verkauft wurden. Im abgelaufenen Quartal habe die Telekom 526 000 Kunden gewonnen, vorrangig auf VDSL-Basis. Auch hier haben jedoch bei 246 000 Anschlüssen die Wettbewerber die Akquise-Arbeit übernommen.

Annähernd 60 Prozent der Haushalte in Deutschland kann die Telekom nach eigenen Angaben mit VDSL-Geschwindigkeiten erreichen. Geplant sei, bis Jahresende für weitere 2,7 Millionen Haushalte die Möglichkeit zu schaffen, einen VDSL-(Vectoring)-Anschluss zu buchen. "Echte" Glasfaseranschlüsse, bei denen das Glasfaserkabel bis zum Kunden gelegt sind, sind auch darunter - jedoch in einer übersichtlichen Anzahl, die die Telekom nicht nennt.

Ebenfalls im Aufwärtstrend blieb im Berichtsquartal die Zahl der Kunden, die sich für ein MagentaEINS-Angebot der Telekom entschieden. Ende September nutzten 2,6 Millionen Kunden eines der MagentaEINS-Pakete, mit denen sich Festnetz und Mobilfunk flexibel kombinieren lassen. Im Vergleich zum dritten Quartal des Vorjahres ist das ein Zuwachs von mehr als einer Million Kunden.

Teilnehmeranschlussleitung verliert an Bedeutung

Der Kundenzuwachs im Breitbandgeschäft erfolgte vor allem zu Lasten der Wettbewerber. Sie können im Wholesale-Geschäft die Leitungen der Telekom nur noch auf Bitstream-Basis einkaufen. Das heißt simpel ausgedrückt, sie lassen die Telekom die Leitung schalten und übernehmen erst auf Backbone-Ebene den Anschluss. Über Jahre hinweg war jedoch das Mieten der blanken Kupferdoppelader, die die Wettbewerber dann mit eigenen Produkten und Techniken beschalten, die wichtigste Vorleistung im Anschlussmarkt. Die TAL bedeutete auch einen Infrastruktur-Wettbewerb - diese Vorleistung verliert allerdings an Bedeutung. Binnen Jahresfrist wurden 800 000 TAL gekündigt, binnen eines Quartals waren es 217 000. Ein Teil der bisherigen Kunden auf TAL-Basis dürfte auch zu einem der Kabelnetzbetreiber gewechselt sein. Zuletzt waren noch 7,43 Millionen TAL geschaltet.

Höttges verwies mit Blick auf die Wettbewerber darauf, dass die Deutsche Telekom jedes Jahres 30 000 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. "Wir haben 400 000 Kilometer Glasfaser in Deutschland, das ist mit Abstand das größte Netz in Deutschland." Das sei "eine Orientierung für unseren Wettbewerb, was wir da jedes Jahr schaffen. Sagen Sie mir ein deutsches Unternehmen, das so viel investiert in Infrastruktur," so Höttges weiter.

Beim Streit zwischen den Wettbewerbern und der Telekom hatte gestern der Präsident der Bundesnetzagentur Jochen Homann dazu appelliert, dass die Anbieter im Sinne eines flächendeckenden Gigabit-Netzes mehr und ernsthaft miteinander kooperieren sollen.

LTE-Mobilfunkabdeckung bei 92 Prozent

Wie das vergangene Quartal im Mobilfunkbereich der Telekom ausgefallen ist und wie sich das Netz entwickelt, lesen Sie in einer weiteren Meldung.

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