IoT

Telekom: Vernetzte Paletten sollen nicht mehr verloren gehen

30 Prozent aller Lieferungen auf Paletten erreichen weltweit nicht rechtzeitig ihr Ziel. Dem will die Telekom entgegenwirken. Ein Tracker erlaubt die nachträgliche Vernetzung von Euro-Paletten.
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Auf dem Deutschen Logistik-Kongress der Bundesvereinigung Logistik (BVL) vom 17. bis 19. Oktober in Berlin zeigen die Telekom und ihre Partner erstmals live den Weg von intelligenten Paletten. Zunächst sollen 500 smarte Paletten auf den Markt kommen.

Über die Schattenseiten des weltweiten Handels wird oft nur hinter vorgehaltener Hand gesprochen: Offenbar erreichen rund 30 Prozent aller Waren-Lieferungen weltweit nicht rechtzeitig ihr Ziel. Schuld daran sind fehlende oder falsche Informationen. Auf der Logistikmesse zeigt der Netzbetreiber nun, wie Logistik-Konzerne dank vernetzter Paletten die Lieferkette optimieren können. Ganz neue Paletten benötigt man dazu nicht - bestehende Euro-Paletten werden einfach umgerüstet.

Vernetzte Palette soll Diebstahl verhindern

Die vernetzte Palette der TelekomDie vernetzte Palette der Telekom Die Euro-Palette, die offiziell Europoolpalette heißt, wird nach den Bestimmungen der European Pallet Association (EPAL) hergestellt. Allein in Europa sollen insgesamt mehr als 500 Millionen Paletten im Umlauf sein. Für die Vernetzung der Paletten hat die Telekom mit der EPAL und dem Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML zusammengearbeitet.

Der kleine Tracker wurde in den Telekom Open IoT Labs beim Fraunhofer IML entwickelt. Eingebaut wird er in einen der bestehenden Holzklötze der Euro-Palette. Der kostengünstige Tracker soll die Position der Palette bestimmen sowie Bewegung, Schockeinwirkungen und Temperaturverlauf abrufen. Der wasserfeste Sensor kann Stöße, Lage, Kippwinkel, Beschleunigungen und Temperatur der Palette ermitteln. Die Palette meldet sich bei Abweichungen durch Erschütterungen oder Temperaturschwankungen selbstständig bei einem eigenen Portal. Dort kann der Logistiker dann abrufen, wo sich die Palette gerade befindet und was mit ihr los ist.

Der Datenaustausch erfolgt über das Maschinen- und Sensoren-Netz der Telekom, also das NarrowBand-IoT-Netz. Vorteilhaft dabei ist der niedrige Energiebedarf: Die Batterielaufzeit eines Sensors beträgt rund zehn Jahre. Abgerechnet wird über einen speziellen Prepaid-Tarif der Telekom, der 10 Euro einmalig für 10 Jahre kostet.

Der Tracker soll natürlich auch insbesondere dazu dienen, dass gestohlene Paletten und ganz besonders deren Ladung wieder aufgefunden wird. Auf dem Deutschen Logistik-Kongress werden vernetzte Paletten durch den Ortsteil Berlin-Tiergarten fahren - Messebesucher können dann den Weg der Paletten über die Kontrollplattform live mitverfolgen.

Das Internet der Dinge wird durch NB-IoT immer realer. Binnen sechs Monaten hat auch Vodafone 90 Prozent seines Netzes aufgerüstet - das Maschinennetz ist in Deutschland fast fertig.

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