Fragen und Antworten

Telekom: "Wollen Tarife mit gutem Preis-/Leistungsverhältnis"

Telekom-Manager zu den Hintergründen der neuen Mobilfunk-Tarife TOM 11
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Gestern hat die Deutsche Telekom mit der Complete-Mobil-Linie nicht nur neue Tarife für gehobene Smartphones und das iPhone von Apple vorgestellt, sondern ebenso zwei weitere Tariflinien. Call & Surf Mobil richtet sich dabei an Kunden mit einem Einsteiger-Smartphone, während Kunden, die ausschließlich telefonieren und SMS versenden wollen, zu den neuen Call-Tarifen greifen sollen. Je Tariflinie soll es vier verschiedene Tarife mit den Bezeichnungen XS bis L bzw. S bis XL geben, insgesamt also 12 neue Tarife. Alle kommen mit einer Laufzeit von 24 Monaten und ersetzen ab 3. November alle bisher angebotenen Laufzeitverträge. Die Prepaid-Angebote der Xtra-Reihe wurden im Rahmen dieser Anpassungen nicht verändert.

Telekom-Marketing-Chef Christian P. Illek und der Leiter Preis- und Konditionenstrategie Dr. Christian Utzel standen nach der Veranstaltung für unsere Fragen zur Verfügung und erläuterten die Hintergründe zum neuen Tarifmodell TOM 11.

Neue Telekom-Mobilfunk-Tarife: Kundenlenkung durch Farben

Christian P. Illek erläutert die neuen Mobilfunk-Tarife TOM 11 der Deutschen TelekomChristian P. Illek erläutert die neuen Mobilfunk-Tarife TOM 11 der Deutschen Telekom Die Gründe, ein so umfangreiches Tarif-Portfolio neu einzuführen waren aus Sicht der Deutschen Telekom vielschichtig. Zum einen liege dabei die Erkenntnis zu Grunde, dass viele Kunden mehr als ein Mobilfunk-Endgerät besitzen, so z. B ein Smartphone, ein Netbook und einen Tablet-PC wie das iPad von Apple. Sie seien es aber leid, pro Endgerät einen eigenen Mobilfunkvertrag abzuschließen. Daher kann der Kunde in den Tarifen der Complete-Mobil-Linie neu das gesamte Tarifvolumen mit bis zu drei Endgeräten beliebiger Art nutzen, erklärt Christian Illek im Gespräch mit teltarif.de. Christian Utzel ergänzt, dass es folglich nur konsequent war, in einem Schritt das gesamte mobile Tarifangebot zu überarbeiten, ansonsten wäre kein in sich konsistentes Gesamtkonzept als Ergebnis herausgekommen.

Grundidee der neuen Tarifewelt sei es, dass sich die Kunden auch bei der Tarifwahl an ihren Lieblings-Endgeräten orientieren. Die auf den ersten Blick vielleicht komplexe Tarifewelt unter TOM 11 vereinfacht sich dann deutlich, denn so Utzel weiter: "Wenn sich der Kunde für ein reines Telefon, ein Einsteiger-Smartphone oder ein Smartphone im High-End-Bereich entschieden hat, soll und wird er nur noch eine der drei Tarifewelten, bestehend aus vier unterschiedlich großen Angebotspaketen, wahrnehmen. Das ganze wird somit wesentlich transparenter vor dem Kunden!" Diese Kundenlenkung im Telekom-Shop will der Bonner Netzbetreiber in den Läden übrigens durch Farben unterstützen und somit drei deutlich erkennbare Bereiche für reine Sprachtelefone, Einsteiger-Smartphones und hochwertige Smartphones am Point of Sale (POS) schaffen.

Optionen und die 80/20-Regel

Durch die exklusive Vertriebsparterschaft mit Apple beim iPhone habe die Telekom umfangreiche Einblick in das Nutzungsverhalten ihrer Kunden erhalten, erklärt Utzel. Dies habe man sich beim Entwurf von TOM 11 zu Nutze gemacht. 80 bis 90 Prozent der Kunden sollen innerhalb der drei Tariflinien genau einen Basistarif finden, der das gewünschte Leistungsspektrum bereits komplett abdeckt. "Wir wollten Tarife finden, die ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis bieten," stellt Illek klar. Daher habe man bei der Entwicklung von TOM 11 auch bisherige Inklusivbestandteile hinterfragt und zum Teil gestrichen oder reduziert, auch um für eine möglichst breite Kundengruppe möglichst günstige Pakete wirtschaftlich anbieten zu können.

Optionen bieten dann für jene zehn bis zwanzig Prozent der Kunden, die im Basis-Programm noch nicht den passenden Tarif finden, die Möglichkeit diese auf Wunsch zu ergänzen. Illek hob dabei vor allem die neue Speed-Option heraus, die 4 GB Datentransfervolumen bis HSDPA-Geschwindigkeiten von bis zu 14,4 MBit/s zu einem Preis von 9,95 Euro bietet. Optionen gestalte die Telekom nach eigenen Angaben so hinreichend attraktiv, dass viele Kunden diese buchen.

Illek: "Smartphone-Markt erfährt Belebung durch echte Wettbewerber zum iPhone"

Dem offensichtlich zum Monatswechsel bevorstehenden Verlust des Vertriebsmonopols beim Apple iPhone sieht die Deutsche Telekom relativ gelassen. Grauimporte aus dem Ausland hätten bislang "den Ausbau der Marktführerschaft etwas verlangsamt, aber nicht gebremst," so Illek. Seit 2009 habe die Deutsche Telekom 3 Millionen Smartphones, darunter auch 1,9 Millionen Mal das iPhone verkauft. Apple habe in den letzten drei Jahren dem Smartphone-Markt in Deutschland einen enormen Schub verliehen, so dass jetzt nun auch Wettbewerber-Telefone so weit sind, dem Handy aus Cupertino das Wasser zu reichen. Daher freue man sich gerade jetzt, dass mit Microsoft und Windows Phone 7 ein attraktiver Partner den Markt bei den Smartphones belebt. Der Smartphone-Markt werde sich in Zukunft weiter differenzieren, gerade im Bereich Gaming räumt der Telekom-Manager Windows Phone 7 große Chancen ein.

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