Umweltschonend

Telekom stellt Papier-Rechnung ein

In diesen Tagen erhalten Kunden der Deutschen Telekom, die noch eine Papierrechnung beziehen, ein Angebot, darauf künftig zu verzichten. Der Umwelt zuliebe.
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Telekom-Kunden, die ihre monatliche Telefonrechnung noch per klassischer Briefpost erhalten, fanden in diesen Tagen möglicherweise ein Schreiben der Deutschen Telekom im Briefkasten, welches den Betreff "Der Umwelt zuliebe - Ihre Papierrechnung entfällt" trägt. Es lohnt sich, das Schreiben genau zu lesen.

Beitrag für nachfolgende Generationen

Bekommen Sie Ihre Telefonrechnung noch in Papierform? Brauchen Sie die wirklich? Künftig möchte die Deutsche Telekom weniger Papier verbrauchen.Bekommen Sie Ihre Telefonrechnung noch in Papierform? Brauchen Sie die wirklich? Künftig möchte die Deutsche Telekom weniger Papier verbrauchen. Im Interesse der nachfolgenden Generationen möchte die Telekom "gemeinsam mit Ihnen unseren Beitrag leisten". Und wichtig: "Wir werden Ihnen in Zukunft keine Papierrechnungen mehr zusenden, sondern bewahren Ihre monatlichen Rechnungen in unserem Kundencenter (Internetportal) elektronisch für Sie auf. Damit folgen wir dem allgemeinen Trend, bewusster mit der Ressource Papier umzugehen.

Ohne Rückmeldung elektronische Aufbewahrung

Für die betroffenen Kunden schlägt die Telekom folgendes vor: Wer sich nicht meldet, bekommt künftig keine Papierrechnung mehr, aber die Rechnungen werden bei der Telekom dann "elektronisch aufbewahrt", für Kenner im PDF-Format gespeichert. Die monatlichen Rechnungsbeiträge werden weiter - wie gewohnt - vom Bankkonto abgebucht. Wer einen Internetzugang hat oder an einen drankommt, kann die Rechnungen jederzeit im Internet unter www.telekom.de/kundencenter aufrufen. Rechnungen hält die Telekom über ein Jahr im System, sofern man sie nicht separat abspeichert, Einzelverbindungsnachweise, soweit beantragt, stehen ca. 80 Tage zum Download zur Verfügung.

Kunden müssen aktiv werden

Um künftig an seine elektronische Rechnung zu gelangen, braucht der Kunde Zugangsdaten, die man auf Wunsch einfach per Telefon bestellen kann. Diese kommen dann zum Kunden per Briefpost. Dazu wählt der Telekom-Kunde von seinem eigenen (betroffenen) Festnetzanschluss die kostenlose Rufnummer 0800-3301211. Ein Sprachdialogsystem leitet durch den kurzen Prozess, der Kunde bestätigt jeweils per Tonwahl. Falls nicht vom eigenen Anschluss aus angerufen werden sollte, muss der Telekom Kunde noch ein im Brief genanntes "Kennwort", bestehend aus mehreren Ziffern, auf Anfrage eintippen. Sollte der Kunde vielleicht noch einen analogen Telefonapparat mit Wählscheibe und Impulswahl haben (heute eher selten), sollte man vom Handy (sofern vorhanden) oder vom Nachbarn (mit Tastentelefon) sein Glück probieren.

Papierrechnung bleibt weiter möglich

Wer aber auf seine Papierrechnung - warum auch immer - absolut nicht verzichten kann oder mag, kann im gleichen Dialog diese Option ausdrücklich wählen, die Rechnung kommt dann weiterhin per Post und ohne Aufpreis nach Hause.

Eine Einschätzung

Im ersten Affekt mögen viele (meist ältere Analog-)Kunden leichten "Zorn" empfinden, weil schon wieder etwas "geändert" wird, wofür man selbst keine Veranlassung sieht und das auch gar nicht so haben wollte. Nun haben viele Kunden längst "Pauschaltarife" (neudeutsch "Flatrates"), was bedeutet, die monatliche Telefonrechnung ist in Regel meistens gleich hoch. Der monatliche Brief kommt, man wirft einen Blick auf die "Zu zahlen"-Summe und wirft ihn auf einen Stapel, heftet ihn ab oder gleich ab in den Papierkorb. Diese Papierberge wären vermeidbar. Bei insgesamt 40 Millionen Festnetzkunden kommen da schon ein paar Papierberge zusammen. Die Telekom hat natürlich einen Kostenvorteil: Das massenhafte Ausdrucken und Verschicken dieser Papierberge erzeugt Kosten.

Rechnungskontrolle ohne Rechnung?

Kommt künftig keine Papierrechnung mehr und existiert keinerlei erreichbarer Internetzugang, bliebe als Gegenkontrolle nur noch der Kontoauszug der eigenen Bank, sofern man diesen regelmäßig zu Gesicht bekommt und nicht erst zur örtlichen (?) Bank-Filiale laufen und sich dort ausdrucken muss oder ihn vielleicht auch noch (irgendwann viel später) zugeschickt bekommt.

Tarif nach Verbrauch?

Für Kunden, denen eine Grundgebühr und verbrauchsabhängige Kosten für Gesprächsminuten berechnet werden, ist diese Rechnung eher wichtig, besonders wenn viel telefoniert wird. Egal, ob verbrauchsabhängiger Tarif oder mit Flatrate: Hohe Schock-Rechnungen können auch durch Sonderdienste (Vorwahlen 0900, 118) oder durch Anrufe ins ferne Ausland oder zu Satelliten-Diensten entstehen. Dagegen wirkt die "veränderbare Sperre". Am einfachsten geht das übers Internet im Telekom-Kundencenter, sollte aber (nach Einrichtung) auch am eigenen Telefon (mit Tonwahl) oder über die Hotline aktivierbar sein, wenn man freundlich nachfragt.

Irgendwo ist das Internet erreichbar

Heutzutage, wo im Prinzip fast Jedermann über einen Internetzugang wenigstens in der Familie oder Bekanntenkreis verfügt, sollte die elektronische Lösung schon ein gangbarer Weg sein. Wer ein Smartphone hat, kann seine Telekom-Rechnung auch über die "Mein Magenta" App einsehen.

Nur wenn wirklich kein Internetzugang verfügbar ist und Freunde oder Bekannte nicht in der Nähe sind, sollte man sich weiter für die Papierrechnung entscheiden. Die Forderung, für den Verzicht auf die Papier-Rechnung einen "Rabatt" einzuräumen, klingt verständlich, dürfte aber gar nicht zulässig sein. Denn der Bezug der Papierrechnung würde dadurch ja in Zukunft "mehr" kosten, als "ohne". Und dagegen gibt es bereits einschlägige Gerichtsurteile.

Separate E-Mail für die Telefonrechnung

Ein Praxis-Tipp: Zu jedem Telekom-Anschluss gehört eine T-Online-E-Mail-Adresse dazu, auch wenn diese vielleicht gar nicht aktiv genutzt wird. Diese Adresse mit einem vernünftigen Namen versehen und komplett einrichten. Danach bei der Telekom als Kontaktadresse angeben. Treffen dort E-Mails ein, stammen diese hochwahrscheinlich von der Telekom. Man liest sie etwas genauer und betrachtet die als PDF mitgeschickten Anhänge. Durch E-Mail-Sammeldienste (POP3 Abholdienst) oder den Zugriff per IMAP-Protokoll ist der Aufwand relativ gering, das geht sogar am Handy.

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