Neustart

T-Systems: Die Telekom-Tochter im tiefgreifenden Wandel

Live von der Hannover Messe: Am auf Digitalisierung ausgerichteten Informationsstand der Deutschen Telekom stellte sich der neue Chef von T-Systems vor.
Von der Hannover Messe berichtet
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Adel B. Al-Saleh auf der Hannover Messe
Adel B. Al-Saleh auf der Hannover Messe
Erstmalig stellte sich der neue Chef der Systemkundensparte der Deutschen Telekom, Adel B. Al-Saleh auf der Hannover Messe der Öffentlichkeit vor. Er trägt kein Jackett, aber ein Hemd in Magenta, um seine Verbundenheit mit dem Team und dem Unternehmen zu signalisieren. Seit vier Monaten arbeitet der neue CEO mit irakischen Wurzeln ("Ich war aber noch nie dort") nun in Bonn und zwar "sehr hart", um den Unternehmensbereich "bis 2020 wieder in den grünen Bereich" zu bekommen.

Sein Leitspruch lautet: "Be efficient - be secure", auf Deutsch: Es soll wirklich funktionieren und sich lohnen und es muss sicher sein. Oder abgewandelt: "Digitalisierung ohne Sicherheit, das geht nicht."

Drei Kernbereiche

Al-Saleh (sprich "All-Salleeeh") hat T-Systems in drei etwa gleich große Teile aufgegliedert. TC Core (TC = Telecommunications Core, Core = Kern), also das Telekommunikationsnetzwerk besteht aus den Unterbereichen Festnetz und Mobilfunk.

Der zweite Bereich ist das große Thema SAP. Dies ist ein großes Software-Angebot für Unternehmen zum Steuern und Verwalten von Warenströmen, und die Deutsche Telekom kann und darf das gigantische Software-Paket in der "Azure"-Cloud von Microsoft anbieten, aber auf deutschen Servern nach deutschen Datenschutzrichtlinien. Der Software-Riese Microsoft ist ein wichtiger Partner, was die Anwesenheit des Vizepräsidenten Jean-Philippe Courtois unterstreicht.

Classic IT

Die "Classic IT" ist die gemanagte Infrastruktur beim oder für den Kunden, unter anderem die "private Cloud", das heißt Unternehmen können sich von T-Systems eine "eigene" Cloud organisieren lassen, wo andere keinen Zugriff haben - beispielsweise auf Servern, die beim Kunden stehen.

Cloud of Things

Telekom/T-Systems bietet Ende-zu-Ende Lösungen für die Cloud der Dinge (Cloud of Things) für das das Internet der Dinge (IoT) auf Basis von Microsoft Azure. Connectivity (Verbindungen ins Netz) wird ebenfalls auf der Basis von Azure geliefert, ferner SAP über Azure.

Die "Managed Services" (sinngemäß: verwaltete Dienstleitungen) können Ende-zu-Ende organisiert sein, oder auf Office 365 laufen.

Digitale Lösungen ("Digital Solutions")

Das sind digitale Ideen, die gemeinsam beim und mit dem Kunden entwickelt und realisiert werden. Darunter kann alles mögliche verstanden werden, beispielsweise Angebote einer modernen Stadt wie Bibliothek, Schwimmbad-Eintritt oder Elektro-Tankstelle in der Smart City.

Der Bereich Digital Solutions ist neu. Der Bereich SAP wurde umorganisiert und zusammengefasst, bisher waren SAP-Spezialisten überall im Unternehmen verstreut. Kunden sind beispielsweise Airbus, Fujitsu, Henkel oder der Flughafen Köln-Bonn. 4800 Berater der T-Systems vermitteln zwischen den Anforderungen der Kunden und möglichen Lösungen durch T-Systems. Dabei soll viel früher als bisher die Machbarkeit der Projekte geprüft werden, um kostspielige Verzögerungen, die alles durcheinander bringen und viel Geld gekostet haben, zu vermeiden.

Der neue Chef baut T-Systems grundlegend um
Der neue Chef baut T-Systems grundlegend um

Kernkompetenz Netz, aber auch Security

Al-Saleh hat erkannt, dass das "Netz", das TC Core Festnetz und Mobilfunk stabil läuft und zwei Milliarden Euro Umsatz macht. Daran soll sich auch nichts ändern. Ein aufstrebend wichtiges Thema ist die Security, die von Dirk Backofen geleitet wird, mit dem Hochsicherheits-Netzkontroll-Zentrum in Bonn. Neu ist der Bereich "Classified ICT" (Sicherheitsempfindliche Informations- und Computertechnik, etwa bei Behörden).

T-Systems will bei Toll Collect bleiben

Für den Bereich IoT sucht T-Systems händeringend neue Leute, etwa 700 Stellen seien zu vergeben. Den Bereich "Road Charging" ("Toll Collect") wird T-Systems nicht aufgeben. Es gab Überlegungen, dass die Bundesregierung das künftig selbst organisiert, aber bei einer kommenden Ausschreibung wird sich T-Systems sehr intensiv darum bewerben.

Gewerkschaften Teil der Lösung

Es war immer befürchtet worden, dass die geplanten oder bereits durchgeführten Änderungen bei T-Systems bei den Gewerkschaften und dem Betriebsrat auf wenig Gegenliebe stoßen könnten, aber Al-Saleh hat mit ihnen bereits gesprochen. Sie seien mit seinen Zielen einverstanden und sie wüssten, dass sie Teil der Problemlösung seien.

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