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T-Mobile NL: Erfolgreich verkauft

Der Verkauf von T-Mobile NL für 5,1 Milli­arden Euro (brutto) wurde am 7. September 2021 gestartet und ist jetzt voll­zogen.

Große Trans­aktionen laufen nicht von Heute auf Morgen über die Bühne. Wir hatten darüber berichtet, dass die Deut­sche Telekom ihre Tochter in den Nieder­landen, die T-Mobile NL verkaufen wollte.

Heute wurde bekannt gegeben, dass der Mega-Deal unter Dach und Fach ist.

Telekom und Tele2 am Ziel

Die Deut­sche Telekom AG und schwe­dische Tele2 AB haben heute den Verkauf von T-Mobile Nether­lands abge­schlossen. Ein Konsor­tium aus Finanz­inves­toren ("Private Equity Fonds"), die von den Unter­nehmen Apax Part­ners LLP und Warburg Pincus LLC beraten werden, hat das Unter­nehmen auf Basis eines verein­barten Unter­neh­mens­wertes von 5,1 Milli­arden Euro erworben.

Kauf­preis 5,1 Milli­arden Euro

Der Preis entspricht etwa dem 8,7-fachen berei­nigten EBITDA AL (Ergebnis vor Steuern und Abschrei­bungen und nach dem Abzug der Leasing-Raten) von T-Mobile Nieder­lande über die 12 Monate bis zum 30. Juni 2021, bevor die Verkaufs­ver­ein­barung am 6. September 2021 dann juris­tisch verbind­lich unter­zeichnet wurde. Der Wert 8,7 gibt den Finanz-Fach­leuten einen Anhalts­punkt, wie "gut" das Geschäft ist. Ein Partner der Warburg Pincus Bank ist übri­gens René Ober­mann, der ehema­lige Chef der Deut­sche Telekom. Ober er quasi wieder "in den Fahrer­sitz" klet­tert, verriet Ober­mann, der auch Aufsichts­rats­chef bei Airbus (Flug­zeuge, Raum­fahrt, Rüstung) ist, übri­gens nicht.

Zusam­men­arbeit mit Fest­netz­anbieter Tele2

In den Nieder­landen hatte sich die Telekom 2017 mit der nieder­län­dischen Tochter der schwe­dischen Tele2 zusam­men­getan, um in den Nieder­landen auch Fest­netz­ange­bote machen zu können. Tele2 hat sich bekannt­lich inzwi­schen aus vielen Ländern zurück­gezogen. Die deut­sche Tele2 wurde an das Manage­ment verkauft und firmiert inzwi­schen unter dem Firmen­namen "Stroth Telecom" mit dem Marken­namen "Tele2".

Nieder­lande letzt­malig in der Quar­tals­bilanz

Der Verkauf von T-Mobile NL durch die Deutsche Telekom und Tele2 an ein Finanzkonsortium ist über die Bühne. Der Verkauf von T-Mobile NL durch die Deutsche Telekom und Tele2 an ein Finanzkonsortium ist über die Bühne.
Grafik: Deutsche Telekom / Tele2
Damit alles seine Rich­tig­keit hat, wird T-Mobile Neder­lands letzt­malig für das erste Quartal 2022 in der Bilanz des Deut­sche Telekom Konzerns mit aufge­führt.

Am Ende des Geschäfts hat die Deut­sche Telekom rund 4 Milli­arden Euro verdient, die Fach­leute spre­chen von "Netto Mittel Zufluss". Der Rest ging an Tele2, die am gemein­samen Unter­nehmen T-Mobile NL mit etwa 25 Prozent betei­ligt waren.

Name bleibt vorerst

Das verkaufte hollän­dische Unter­nehmen behält vorerst den Namen "T-Mobile NL" bei. Ob und wann es ggf. umbe­nannt wird und wie es künftig heißen wird, wurde nicht mitge­teilt. Für die Kunden von T-Mobile NL ändert sich durch den Deal nichts, gebuchte Verträge und Tarife laufen normal weiter. Kunden der Deut­schen Telekom, die in die Nieder­lande reisen, können sich weiter wahl­weise bei "T-Mobile NL", "KPN" oder "Voda­fone.NL (Voda­fone-Ziggo)" einbu­chen (der Netz­betreiber telfort.nl ist längst bei KPN gelandet). Da die Nieder­lande zur EU gehören, gilt dort der EU-Roaming-Tarif, unab­hängig davon, in welchem Netz man sich einge­bucht hat.

Geld zur Schul­den­til­gung und für Akti­enkäufe

Die Telekom wird die 4 Milli­arden Euro dazu verwenden, um beispiels­weise die aktu­ellen Schulden von ca. 130 Milli­arden Euro etwas zu redu­zieren und um sich später weitere Akti­enan­teile an T-Mobile US kaufen zu können. Das lang­fris­tige Ziel ist, die Akti­enmehr­heit des US-Unter­neh­mens zu errei­chen.

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