Netzneutralität

Telekom setzt weiter auf StreamOn-Optionen

Im Weihnachtsgeschäft will die Deutsche Telekom ihre StreamOn-Optionen verstärkt bewerben. Daran ändert auch die Kritik der Bundesnetzagentur nichts.
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Telekom will StreamOn verstärkt bewerbenTelekom will StreamOn verstärkt bewerben Vor eineinhalb Monaten hatte die Bundesnetzagentur die Deutsche Telekom aufgefordert, ihre StreamOn-Optionen nachzubessern. Ursprünglich hatte der Bonner Mobilfunk-Netzbetreiber dafür zwei Wochen Zeit, später wurde die Frist auf den 10. November festgelegt. Passiert ist bis heute allerdings nichts. StreamOn wird weiter wie bisher angeboten.

Gegenüber teltarif.de erklärte die Telekom-Pressestelle, man sei in Gesprächen und hoffe auf eine Entscheidung im Interesse der Kunden. Von der Bundesnetzagentur gibt es noch keine neue Stellungnahme zu StreamOn. Nun kündigte das Unternehmen auch eine neue Werbekampagne an, für die die Telekom sogar Popstar Justin Bieber verpflichtet hat. "Eure Musik ist jetzt immer an Eurer Seite", heißt es hier wörtlich.

Das Engagement im Vorweihnachtsgeschäft deutet nicht darauf hin, dass die Telekom StreamOn aufgibt. Im Gegenteil: Der Netzbetreiber ist bemüht, weitere Kunden für die Zero-Rating-Optionen zu gewinnen. Mehr als eine halbe Million Interessenten haben StreamOn nach Unternehmensangaben bereits gebucht.

Mehr als 100 Content-Partner an Bord

Auch die über die Optionen verfügbaren Angebote wurden in den vergangenen Monaten sukzessive ausgebaut. So sind mittlerweile mehr als 100 Audio- und Videopartner an Bord - Tendenz weiter steigend. Einen Verstoß gegen die Netzneutralität sieht die Telekom nicht. Schließlich nehme die Telefongesellschaft alle Betreiber legaler Audio- und Videoportale auf.

Auch die Bundesnetzagentur hält StreamOn grundsätzlich für zulässig, fordert aber, dass die Optionen auch im EU-Roaming greifen müssen. Die Telekom bietet StreamOn bislang nur im Heimatnetz an. Ferner argumentiert der Regulierer, der Netzbetreiber müsse Video- und Audiodienste gleichbehandeln. Die Telekom reduziert für Nutzer der Music-&-Video-Option die Qualität der Bewegtbilder auf 480p, lässt Musikstreams aber unangetastet.

Unterdessen hat auch Vodafone eine Zero-Rating-Option gestartet, die neben Streaming auch für die Nutzung von Messengern und sozialen Netzwerken gilt. In Österreich ging vor wenigen Tagen Free Stream bei A1 an den Start. Die dortige Telekom-Behörde RTR hat einem Bericht der österreichischen Zeitung Standard bereits ein Verfahren gegen den Netzbetreiber eingeleitet. Die RTR befürchtet einen Verstoß gegen die Netzneutralität.

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