Zero Rating

Telekom will StreamOn im Eil­ver­fah­ren durchboxen

Die Telekom will im Eilverfahren durchsetzen, die Anordnung der Bundesnetzagentur zu StreamOn vorerst nicht umsetzen zu müssen. Eine Entscheidung soll noch im März fallen.
AAA
Teilen (53)

Die Deutsche Telekom hat mehr als 200 Audio- und Videopartner und gut eine Million Kunden für ihre StreamOn-Optionen gewonnen. Der Bonner Telekommunikationsdienstleister gibt sich selbstbewusst und sieht die Zero-Rating-Angebote als Erfolgsmodell. Dabei ist die Zukunft von StreamOn aktuell sehr unsicher. Noch in diesem Monat könnte eine Entscheidung darüber fallen, ob die Optionen weiter angeboten werden.

Wie berichtet hatte die Bundesnetzagentur Teile von StreamOn für rechtswidrig erklärt und der Telekom eine Frist bis 31. März eingeräumt, um die Auflagen zu erfüllen. Dabei geht es vornehmlich darum, dass das Streaming ohne Berechnung des Datenverbrauchs derzeit nur innerhalb Deutschlands, nicht aber im EU-Roaming angeboten wird. Zudem darf die Telekom nach Ansicht des Regulierers Videostreams nicht auf 480p herunterrechnen, wenn sie Audiostreams gleichzeitig unangetastet lässt.

Entscheidung über Eilantrag in den nächsten Wochen

Telekom will StreamOn weiterführenTelekom will StreamOn weiterführen Die Telekom hat Widerspruch gegen die Anordnung eingelegt. Dieser hat jedoch keine aufschiebende Wirkung. Der Netzbetreiber geht einem Bericht von Golem zufolge daher zusätzlich im Eilverfahren gegen den Bescheid der Bundesnetzagentur vor. Das Verwaltungsgericht Köln hatte gegenüber Golem bestätigt, dass eine Entscheidung voraussichtlich in diesem Monat zu erwarten sei.

In den kommenden Wochen könnte sich demnach entscheiden, ob StreamOn in der jetzigen Form weiter angeboten werden kann. Sollte sich die Entscheidung wider Erwarten verzögern, können Telekom und Bundesnetzagentur eine Verlängerung der Frist vereinbaren. Sollte die Telekom mit dem Eilverfahren keinen Erfolg haben und die Auflagen des Regulierers nicht erfüllen, drohen im ersten Schritt Bußgelder von bis zu 400 000 Euro.

Telekom: Netzagentur "klar gegen die Interessen der Kunden"

Denkbar wäre auch, dass StreamOn in der aktuellen Form nicht weiter angeboten wird. Schon im Dezember hatte die Telekom die Entscheidung der Bundesnetzagentur scharf kritisiert und ausgeführt, diese richte sich "klar gegen die Interessen der Kunden". Die Auflagen, unter denen der Netzbetreiber StreamOn weiter anbieten dürfe, stelle die wirtschaftliche Grundlage für ein kostenloses Angebot in Frage. In der Tat wäre eine Quasi-Flatrate für Video-Streaming im EU-Roaming für die Telekom ein unkalkulierbares finanzielles Risiko, zumal dabei große Datenmengen übertragen werden.

Eine Alternative zu StreamOn für Vielnutzer kann der neue Flatrate-Tarif MagentaMobil XL sein, der seit Dienstag angeboten wird. Hier sind anstelle der innerhalb Deutschlands geltenden Flatrate 23 GB Datenvolumen im EU-Ausland inklusive - eine Regelung, die die Regulierung ganz offiziell vorsieht.

Teilen (53)

Mehr zum Thema StreamOn