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Telekom: Spotify-Nutzung wird künftig aufs Datenvolumen angerechnet

Die Telekom schafft die anrechnungsfreie Nutzung von Spotify für Neukunden ab. Für Bestandskunden ändert sich allerdings nichts.
Von Marie-Anne Winter
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Keine anrechnungsfreie Nutzung für Spotify mehr: Die Telekom ändert die KonditionenKeine anrechnungsfreie Nutzung für Spotify mehr: Die Telekom ändert die Konditionen Die Telekom bietet für ihre Mobilfunk-Tarife die optionale Nutzung des Musik-Streaming-Dienstes Spotify an. Vorteil der Spotify-Option bei der Telekom: Das für die Spotify-Nutzung verbrauchte Datenvolumen wird nicht auf das im Tarif enthaltene Datenvolumen angerechnet. Seit dem 28. April gibt es allerdings eine Einschränkung: Haben die Kunden das in ihrem Tarif enthaltene Datenvolumen für den jeweiligen Monat aufgebraucht, greift die Datendrossel - und zwar auch für die Spotify-Nutzung.

Die Einschränkung führte bereits zu erheblichem Unmut der Nutzer. Jetzt ändert die Telekom die Nutzungsbedingungen dahingehend, dass es ab dem 2. August für Neukunden kein Zero Rating bei der Spotify-Nutzung mehr geben wird. Damit wird es im Grunde witzlos, Spotify über die Telekom abzuschließen - man spart jetzt gegenüber dem Original-Premium-Abo bei Spotify selbst ganze 4 Cent pro Monat.

Keine Änderung für Bestandskunden

Für Bestandskunden ändert sich allerdings nichts - wer also vor dem 2. August noch eine Spotify-Option abschließt, kann weiterhin ohne Anrechnung des Spotify-Traffics auf das Datenvolumen unterwegs Musik hören.

Die Telekom erklärt diesen Schritt mit den steigenden Kosten, die ein höherer Datenverkehr verursacht - und durch die Nutzung von Streaming-Diensten steigt das Datenvolumen natürlich stark an. Außerdem hätten die Kunden jetzt ohnehin schon deutlich mehr Datenvolumen in ihren Tarifen: Seit der Beginn der Partnerschaft mit Spotify habe sich das Dateninklusivvolumen im Schnitt vervierfacht.

Ein weiteres Argument ist die Netzneutralität, auch die Verschlechterung der Konditionen im April wurde ja mit dem Inkrafttreten der EU-Verordnung zur Netzneutralität begründet - wobei der damalige Schritt reichlich inkonsequent war, wurde doch das durch die Spotify-Nutzung verursachte Datenvolumen weiterhin nicht auf das Inklusivvolumen angerechnet. Der jetzige Schritt ist aus der Neutralitätsperspektive sehr viel konsequenter: Spotify wird tatsächlich nicht mehr bevorzugt behandelt.

Wie hältst du es mit der Netzneutralität?

Andererseits ist es in den USA ausgerechnet die dortige Telekom-Tochter T-Mobile USA, die aus dem systematischen Verstoß gegen die Netzneutralität ein ziemlich attraktives Geschäftsmodell gestrickt hat: Das Zero-Rating-Angebot Binge-on bietet verschiedenen Partnerunternehmen an, den durch die Nutzung ihres Angebots entstehenden Datentraffic nicht auf das in den Tarifen enthaltene Datenvolumen anzurechnen. Zu diesen Partnern gehören unter anderem Amazon, Netflix, HBO Now oder hulu und auch der durch das Spielen von Pokémon Go verursachte Traffic bleibt anrechnungsfrei. Nun ist T-Mobile USA im Land der Tausend Möglichkeiten kein Ex-Monopolist, der auf seine Größe setzen kann, sondern ein Außenseiter, der sich mit innovativen Mobilfunk-Angeboten gegen deutlich größere Konkurrenten behaupten muss. Aber ein wenig verwundert es schon, was für US-Kunden möglich ist und für Kunden hierzulande leider nicht.

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