Hintergrund

Telekom: Das ist der Grund für die Spam-Welle bei T-Online (Update)

Seit Februar kämpfen Nutzer des E-Mail-Dienstes der Telekom mit einer heftigen Spam-Welle. Die unerwünschten Mails im T-Online-Postfach werben meist für unseriöse Geldangebote. Nun gesteht die Telekom Fehler ein.
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Spam-Welle bei der TelekomSpam-Welle bei der Telekom Viele Kunden der Deutschen Telekom nutzen nach wie vor ihre E-Mail-Adresse bei T-Online. Selbst wenn der Kunde mittler­weile ein Postfach bei einem anderen Anbieter für die haupt­sächliche Kommuni­kation verwendet, dient das Telekom-Postfach bei­spiels­weise für den Empfang der Telekom-Rechnungen. Auch Nicht­kunden der Telekom können sich nach wie vor eine kosten­freie E-Mail-Adresse mit der Endung @t-online.de reservieren.

In den vergangenen Wochen häufen sich allerdings Beschwerden von T-Online-Nutzern über ein vermehrtes Spam-Aufkommen im Postfach. Auch ein von der teltarif.de-Redaktion genutztes Postfach erreichen täglich rund 20 bis 40 Spam-E-Mails. Die Telekom äußert sich nun erstmals zu dem Problem.

Seit vielen Wochen nur ungenaue Spam-Filterung

Die Spam-E-Mails, die tagtäglich im T-Online-Postfach eintrudeln, sind meist nach demselben Muster gestrickt. Sie sind in deutscher Sprache gehalten und werben in der Regel für unseriöse Geldangebote oder Gewinnversprechen. Jede dieser Mails enthält mindestens einen Link, den man niemals anklicken sollte, da dadurch im schlimmsten Fall Schadsoftware auf den Computer gelangen kann.

Andere Freemail-Anbieter schaffen es seit Jahren mit kleineren Ausnahmen recht zuverlässig, derartige Spam-Mails zu erkennen und auszufiltern. In der Regel werden die Mails dann nicht gleich gelöscht, aber auch nicht im Posteingang abgelegt, sondern in einem speziellen Spam-Ordner gespeichert. Diese Erkennung funktioniert bei der Telekom seit Wochen sehr unzuverlässig. Darum kommen diese Spam-Mails größtenteils im Posteingang an und werden dann auch per POP3 oder IMAP ins E-Mail-Programm oder die Mail-App von mobilen Geräten heruntergeladen.

Das sagt die Telekom zum Problem

In einem Blogeintrag gesteht die Telekom das Problem nun erstmals ein und klassifiziert es als eine "Müllwelle bei t-online-Adressen". Der Netzbetreiber spricht von täglich bis zu zehn Spammails desselben Typs und verspricht, dass die IT-Experten der Telekom mit Hochdruck daran arbeiten, das Problem zu lösen.

Im Verlauf des Blogeintrags gibt die Telekom zu, dass sie Mitte Februar eine neue Filtertechnologie getestet hat. Darauf habe der Spamversender mit einer "immensen Intensivierung seines Spam-Versands" reagiert. Um keine erwünschten Mails zu unterdrücken, müsse die neue Filtertechnologie nochmals einer intensiven "Lernphase" unterzogen werden. Der neue Filter könne weiterhin nicht die "Müllwelle" erkennen. Offenbar hat der Spamversender nur den Maildienst der Telekom im Visier.

Warum die Telekom nicht kurzerhand wieder den alten Filter installiert hat, um der Plage Herr zu werden, wurde nicht bekannt. Die Telekom spricht lediglich davon, die neuen Technologien müssten "zeitintensiven Tests" unterzogen werden und diese Tests würden aktuell laufen. Die Prüfungen sollen "in den kommenden Wochen" abgeschlossen sein. Update 7. April: Die Telekom geht in einer Aktualisierung ihres Blogeintrags mittlerweile davon aus, dass die Tests in der Woche nach Ostern abgeschlossen sein werden. Ende des Updates.

Die Telekom setzt sich auch mit dem Inhalt der Spam-Mails auseinander. Nach bisherigen Beobachtungen hat der in den Spammails enthaltene Link bislang auf eine Webseite geführt, die ominöse Finanzdienstleistungen anbietet. Bisher sei kein Fall bekannt geworden, in dem auf Schadsoftware verlinkt wurde. Die Telekom rät allerdings zu großer Vorsicht: Die verdächtigen Mails sollten gelöscht und die darin enthaltene Links nicht angeklickt werden.

Wichtige Tipps zum Umgang mit Spam geben wir auf einer speziellen Ratgeberseite.

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