Prüfverfahren

Telekom: Kölner Regional-Angebot führt zu Ärger mit BNetzA

Die Telekom handelt sich mit einem Regional-Angebot für den Tarif Magenta Zuhause M Ärger mit der BNetzA ein.
Von Hans-Georg Kluge
AAA
Teilen

Ein Tiefpreis-Angebot für den Inter­net­zu­gang Telekom Magenta Zuhause M für 24,95 Euro im Monat steht in der Kritik der Wettbewerber. Ein Unternehmen, das im Branchenverband Breko organisiert ist, hat ein Verfahren gegen die Telekom angestrengt. Die Beschlusskammer 2 der Bundesnetzagentur hat nun ein Prüfverfahren wegen des Verdachts auf Entgeltmissbrauch eingeleitet.

Regional-Angebot: Magenta Zuhause M für 24,95 Euro im Monat

Die Telekom hat Ärger wegen eines Regional-Angebots in Köln.Die Telekom hat Ärger wegen eines Regional-Angebots in Köln. Mittels Regio-Angeboten hat die Telekom in einzelnen Regionen besonders günstige Preise. Stein des Anstoßes ist nun in Köln: Hier vertreibt die Telekom zeitweise ihren VDSL-50-Tarif Magenta Zuhause M für 24,95 Euro im Monat - die monatliche Grundgebühr gilt in den ersten 24 Monaten.

Laut Breko liege der Preis damit unter dem Preis, den die Telekom für das entsprechende Vorleistungsprodukt von den Wettbewerbern verlange. Aktuell liege der Preis für ein IP-Bitstream-Vorleistungsprodukt bei 30,99 Euro. In anderen Regionen offeriere die Telekom den Inter­net­zu­gang für 29,95 Euro im Monat - wobei die Grundgebühr nach 12 Monaten auf 34,95 Euro steige. Selbst nach diesem Modell bleib - auf zwei Jahre gerechnet - einem Wettbewerber gerade einmal 1,50 Euro im Monat Marge, aus der alle weiteren anfallenden Kosten zu bezahlen sind.

In einem Pressegespräch klagte auch der Verband VATM über das regional in Köln gültige Angebot. Tiefstpreise ohne Gewinnmargen verhinderten den systematischen Netzausbau - dieses Ziel betreibe die Telekom mit ihrer aggressiven Preisstrategie. Der VATM spricht in seiner Stellungnahme von rund 20 Euro, die die Telekom der Konkurrenz für die Vorleistung berechne. Die Differenz der Preise dürfte dadurch zustande kommen, dass die Telekom auch mit Hilfe des günstigeren Kontingent-Modells Anschlüsse an die Konkurrenz vermietet - hierbei muss aber eine größere Zahl Anschlüsse abgenommen werden.

Breko: Attraktive Angebote für Verbraucher

"Der Breko hat nichts gegen attraktive Angebote für Endkunden!", betont Breko-Geschäftsführer Stephan Albers. Erst recht nicht mit dem Hintergrund, dass es gerade in Städten und Ballungsräumen starken Wettbewerb durch Kabelnetzbetreiber gebe. "Allerdings sollte die Deutsche Telekom dann nicht nur sich, sondern auch ihre (Festnetz-) Wettbewerber in die Lage versetzen, mit attraktiven Preisen auftreten zu können", so Albers weiter.

Teilen

Mehr zum Thema Netzausbau