Quartal

Telekom: Starke Nachfrage nach Glasfaser-Produkten

Die Telekom kann ihr Ergebnis für das zweite Quartal 2014 dank guter Zahlen bei T-Mobile US stabil halten. Die Nachfrage nach Glasfaser-Produkten wie VDSL und FTTH steigt stark an, im Mobilfunk läuft es nicht ganz so gut. Mehr dazu in unserer Meldung.
Von Marie-Anne Winter
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Die Telekom kann ihr Ergebnis im zweiten Quartal 2014 stabil halten.Die Telekom kann ihr Ergebnis im zweiten Quartal 2014 stabil halten. Die Telekom kann ihr Ergebnis im zweiten Quartal dieses Jahres stabil halten und bestätigt die Prognosen für das gesamte Jahr. Demnach soll das bereinigte EBITDA rund 17,6 Milliarden Euro erreichen. Das bereinigte EBITDA für das zweite Quartal stieg leicht um 0,3 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro. Der Gesamtumsatz des Konzerns blieb gleichzeitig mit einem Minus von 0,3 Prozent auf 15,1 Milliarden Euro im Vergleich zum Vorjahr fast stabil. Daraus errechnet sich eine bereinigte EBITDA-Marge von 29,3 Prozent, nach 29,1 Prozent im Vorjahresquartal.

"Unsere Rechnung geht bislang auf: Mutig und umsichtig investieren, erst auf mehr Kunden, dann auf mehr Umsatz und Ergebnis setzen. Jetzt beginnen wir die Früchte einzufahren", erklärte Tim Höttges, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Telekom. "Wir gewinnen auch dank unserer ausgezeichneten Netze Kunden - und dieser Erfolg schlägt sich immer stärker in unseren Finanzzahlen nieder."

Der berichtete Konzernüberschuss stieg um 34,2 Prozent auf 711 Millionen Euro - Grund hierfür waren vor allem positive Ergebnisauswirkungen des Spektrumstauschs mit Verizon in den USA. Der bereinigte Konzernüberschuss ging allerdings um 21,5 Prozent auf 636 Millionen Euro zurück. Hier nennt die Telekom in erster Linie gestiegene Abschreibungen wegen der höheren Basis an Vermögenswerten durch die MetroPCS-Übernahme und die Investitionsoffensive in den USA im Vorjahr als Ursache.

Glasfaser-Produkte "heiß begehrt"

In Deutschland verzeichnet die Telekom eine starke Nachfrage nach den Glasfaser-Produkten VDSL und FTTH. Im zweiten Quartal legte das Tempo mit 227 000 neuen Kunden im Vergleich zum ersten Quartal nochmals zu. Davon kommen 109 000 Kunden aus dem Bereich Wholesale. Die Gesamtzahl der Glasfaser-basierten Anschlüsse kletterte damit innerhalb eines Jahres um 55 Prozent auf knapp 2 Millionen.

Leicht verbessert im Vergleich zu den vorangegangenen Quartalen hat sich die Entwicklung auf dem Breitbandmarkt mit 7 000 Nettoneuzugängen für die Telekom. Überdurchschnittlich legte die Telekom bei den Breitband-Neukunden in den VDSL-Ausbaugebieten zu. Hier wirkten sich die Investitionen im Rahmen der Netzoffensive direkt positiv aus. Die Anzahl der Entertain-Kundenzahl stieg auf mehr als 2,3 Millionen. Dabei buchte mehr als die Hälfte der eigenen Neukunden von Glasfaser-Produkten Entertain hinzu. Auch die IP-Transformation schreitet voran. Zum Ende des zweiten Quartals waren bereits 3,2 Millionen Retail-Anschlüsse migriert - mehr als doppelt so viele wie ein Jahr zuvor.

Im Mobilfunk konnte die Telekom ihre Spitzenposition zwar behaupten, die Mobilfunk-Service-Umsätze gingen im zweiten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum allerdings leicht um 0,3 Prozent zurück. Im Jahresvergleich verbesserte die Telekom ihren Marktanteil bei den Service-Umsätzen um 0,6 Prozentpunkte auf 35,5 Prozent. Die Zahl der Mobilfunk-Vertragskunden wuchs zwischen April und Juni um 275 000. Dazu trugen 198 000 Neukunden unter den eigenen Marken Telekom und Congstar bei.

Bei den Finanzkennzahlen zeigt sich die Deutsche Telekom auf ihrem Heimatmarkt stabil. Der Umsatz des operativen Segments Deutschland lag mit 5,5 Milliarden Euro im zweiten Quartal 2014 um 1,8 Prozent niedriger als in der Vergleichsperiode des Vorjahres. Das bereinigte EBITDA sank leicht um 1,0 Prozent auf 2,3 Milliarden Euro. Das entspricht einer bereinigten EBITDA-Marge von 41,3 Prozent, eine klare Verbesserung um 0,7 Prozentpunkte gegenüber dem zweiten Quartal 2013.

USA: Wachstum bei den Service-Umsätzen

T-Mobile US hat das rasante Wachstum der vergangenen Quartale fortgesetzt und zur Jahresmitte erstmals die Marke von 50 Millionen Kunden überschritten. Im zweiten Quartal 2014 kamen 1,47 Millionen Neukunden hinzu, davon 908 000 Vertragskunden unter eigener Marke. Für das Gesamtjahr hat das Unternehmen abermals seine Wachstumserwartung angehoben. Die Zahl der Vertragskunden unter eigener Marke soll 2014 um 3,0 bis 3,5 Millionen steigen. Zu Jahresbeginn hatte die Prognose noch bei 2 bis 3 Millionen Neukunden gelegen.

Die Telekom sieht die Un-Carrier-Strategie und der Ausbau des LTE-Netzes auf eine Bevölkerungsabdeckung von 233 Millionen als Treiber des Erfolgs. Der Anstieg bei den Mobiltelefon-Vertragskunden unter eigener Marke war mit 579 000 der stärkste der vier landesweit vertretenen Wettbewerber in den USA. Beim Gesamtumsatz errechnet sich für das zweite Quartal ein Plus von 14,6 Prozent auf 7,2 Milliarden Dollar. Auf Eurobasis war es ein Zuwachs von 9,2 Prozent auf 5,3 Milliarden Euro. Auch die Ertragskraft legte mit einem Plus des bereinigten EBITDA um 22,1 Prozent auf 1,5 Milliarden Dollar deutlich zu. In der Euro-Betrachtung war es ein Plus von 16,5 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro.

Hohes Tempo bei Technologiewechsel

Die Umstellung der Netze auf die IP-Technologie läuft laut Telekom planmäßig in hohem Tempo. Zu Ende Juni 2014 waren bereits 32 Prozent aller Festnetz-Anschlüsse des Segments auf IP umgestellt. Das waren 11 Prozentpunkte mehr als ein Jahr zuvor. Im Mobilfunk stieg die Zahl der Basisstationen für den neuen Technologiestandard LTE innerhalb eines Jahres von 1 600 auf 10 000.

Über unsere Erfahrungen mit dem Mobilfunknetz der deutschen Telekom berichten wir in einer weiteren Meldung.

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