Firewall

Ausprobiert: Telekom will Malware auf Smart­phones ausfiltern

Die App Protect Mobile kann im Appstore für iOS oder bei Google Play für Android heruntergeladen werden. Zuvor muss die Option für 95 Cent im Monat extra über das Telekom-Kundencenter gebucht werden. Wir haben einen ersten Blick auf die Software geworfen.
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Nur 53 Prozent der Smartphone-Nutzer in Deutschland sollen laut einer Studie der Deutschen Telekom eine Software zum "Schutz vor Cyberangriffen" auf ihrem Mobiltelefon installiert haben. Gleichzeitig erhöht sich täglich die Zahl entdeckter Schadprogramme: Alleine für das Smartphone-Betriebssystem Android existierten inzwischen allein mehr als 15 Millionen Schadprogramme, wie das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik () vermeldet.

Die Deutsche Telekom hat sich mit dem israelischen Technologieunternehmen "Check Point Software Technologies" zusammengetan, welche die auf "ZoneAlarm" basierende Sicherheitslösung "Protect Mobile" für Smartphones für Privatkunden der Telekom entwickelt hat. Damit sollen Bedrohungen bereits im Telekom-Mobilfunknetz abgefangen werden. Der Kunde lädt zusätzlich eine App auf das eigene Handy, die ihm Informationen über den aktuellen Sicherheitsstatus seines Handys gibt.

Telekom Protect MobileTelekom Protect Mobile Protect Mobile soll Smartphone-Besitzer vor Gefahren aus dem Internet im In- und Ausland schützen. Im Telekom-Mobilfunknetz soll es Viren, Würmer oder Trojaner automatisch identifizieren und abwehren. Außerdem blockiert Protect Mobile bereits im Telekom-Netz als gefährlich erkannte Webseiten. Apps werden vor dem Download auf Sicherheitslücken überprüft. Ob beim Online-Banking, beim Surfen im Browser oder in sozialen Netzwerken - mit Protect Mobile sollen Nutzer sowohl unterwegs als auch im WLAN mit ihren mobilen Geräten effektiv vor Cyberattacken geschützt sein.

Protect Mobile vorab getestet

Wir konnten Protect Mobile vorab ausprobieren, sowohl für Android als auch für iOS. Da die App zum Testzeitpunkt noch nicht im offiziellen iTunes-Appstore verfügbar war, wurde sie über die zum Testen von neuen Software-Versionen verschiedener Hersteller vorgesehene App "Testflight" installiert. Bei Android erhielten wir die APK-Datei zur Installation auf direktem Wege außerhalb des Google Play Store übermittelt. Dazu musste unter "Sicherheit" der Schutz vor unautorisierten APK-Dateien ausgeschaltet werden, was man im normalen Leben besser nicht machen sollte.

Beim ersten Suchlauf unter Android reklamierte Protect Mobile prompt die Sicherheitslücke "aus fremden Quellen installieren". Auf einem iPhone SE erkannte Protect Mobile sofort, dass diese App nicht aus dem offiziellen Appstore stammt (was in diesem Fall stimmte) und riet uns, diese zu entfernen. Alternativ konnte auch die App als "gut" markiert werden. Inzwischen liegt die offizielle iOS-Version zum Download vor, die Warnung verschwand. Eine weitere App auf dem iPhone wurde zwischenzeitlich vom Entwickler aus dem AppStore entfernt, auch hier erhielten wir einen Hinweis. Das muss, so die Auskunft aus Entwicklerkreisen, nichts Schlimmes bedeuten, kann aber auch ein erster Hinweis sein, dass diese App längst veraltet und damit unsicher sein könnte.

Protect Mobile prüft nach dem Start, ob im Handy eine passende SIM-Karte der Telekom eingelegt, die Tarifoption gebucht, bei iOS die aktuellste Version der App installiert und unter iOS das eigene Handybetriebssystem aktuell ist. Gerade Apple hat in der letzten Zeit zahlreiche Sicherheitsupdates ausgeliefert.

Beim Scan des Netzwerks wird auch das aktuell genutzte WLAN geprüft, ob Browsen mit Datenschutz möglich ist und die WLAN-Verschlüsselung als "sicher" betrachtet wird. Das ist insbesondere bei der Nutzung von öffentlichen WLAN-Hotspots von Bedeutung. Manuell kann vom Nutzer ein Scan der eigenen Apps ausgelöst werden, der dann von 0 bis 100 Prozent hochzählt und am Ende hoffentlich "keine Bedrohungen" (Android) oder "keine Sicherheitsprobleme" (iOS) anzeigt.

Die Installation der App Protect Mobile
Die Installation der App Protect Mobile

Böse Seiten erreichbar - auf eigene Gefahr

Von Protect-Mobile als "böse" erkannte Webseiten können auf Kundenwunsch und eigenes Risiko trotzdem geöffnet werden. Wird auf einer als "böse" erkannten Seite "trotzdem öffnen" angeklickt, wird diese Seite für die eigene Rufnummer für eine Stunde freigeschaltet. Erst danach kommt wieder eine Warnung.

Etwas Statistik

Unter "Verlauf" erfuhren wir beispielsweise, dass in 30 Tagen 1014 Netzwerk-Scans stattgefunden hatten. Das System berichtete uns, dass am 20.11. um 11:04:01 Uhr insgesamt 12 391 517 Seiten entdeckt worden seien, wovon 18 764 Seiten gefährlich gewesen seien. Darunter 79 Anti-Bot-, 3589 Seiten mit Viren und 15 096 blockierte Webseiten, die infiziert seien.

Auf der folgenden Seite erläutern wir, was bei Mobile Protect im Hintergrund passiert, warum eine derartige Sicherheitslösung einfach sein muss und wer Mobile Protect überhaupt buchen kann.

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