Vergleich

Telekom: Prepaid-Allnet-Flat besser als Laufzeitvertrag?

Morgen startet die neue Prepaid-Allnet-Flat MagentaMobil Start XL der Deutschen Telekom, die dem MagentaMobil S Konkurrenz macht. Beide Tarife bieten Vor- und Nachteile.

Am morgigen 11. Juli startet die Deutsche Telekom mit ihrer neuen Allnet-Flat auf Prepaidbasis. Der Tarif nennt sich MagentaMobil Start XL und schlägt mit einer Grundgebühr von 24,95 Euro für einen Zeitraum von jeweils vier Wochen zu Buche. Dafür bekommen die Kunden eine Flatrate für Anrufe und den SMS-Versand in alle deutschen Netze sowie eine Daten-Flatrate mit 1,5 GB ungedrosseltem Datenvolumen pro Abrechnungszeitraum.

Wir haben den MagentaMobil Start XL mit dem Einsteiger-Tarif der Telekom für Kunden mit einem Laufzeitvertrag, dem MagentaMobil S, verglichen, der für Interessenten, die den Kontrakt online abschließen, in den ersten beiden Jahren monatlich 26,95 Euro und danach 34,95 Euro pro Monat kostet. Wer sich für einen Vertragsabschluss im stationären Handel entscheidet, zahlt generell monatlich 34,95 Euro.

Günstiger wird es indes für Nutzer, die auch einen Festnetzanschluss von der Deutschen Telekom nutzen. Dank MagentaEINS-Vorteil reduziert sich die monatliche Grundgebühr des Mobilfunkvertrags um 10 Euro. Wie der neue Prepaidtarif bietet auch der MagentaMobil S eine Flatrate für Telefonate und den SMS-Versand in alle deutschen Netze. Allerdings bekommen die Kunden nur 1 GB Highspeed-Datenvolumen pro Monat.

Hotspot-Flat in beiden Tarifen

Telekom-Tarife verglichen Telekom-Tarife verglichen
Foto: teltarif.de
In beiden Tarifen ist zudem eine Flatrate zur Nutzung der WLAN-Hotspots der Deutschen Telekom enthalten. Ferner bekommen die Kunden - wie vom Regulierer vorgeschrieben - EU-Roaming ohne Aufpreis. Dabei gibt es allerdings einen kleinen, für manche Kunden aber möglicherweise entscheidenden Unterschied: Mit der All-inclusive-Option, die in den Postpaid-Smartphone-Tarifen der Deutschen Telekom enthalten ist, gilt die Roam-like-at-Home-Regelung auch in der Schweiz.

Im MagentaMobil Start XL ist das Roaming in der Eidgenossenschaft dagegen sehr teuer. Für ein einminütiges Telefonat innerhalb der Schweiz, nach Deutschland und in andere EU-Länder werden 1,49 Euro vom Prepaid-Guthaben abgezogen. Eingehende Gespräche schlagen mit einem Minutenpreis von 69 Cent zu Buche und der Versand einer SMS kostet 39 Cent. Das Datenvolumen des innerdeutschen Tarifs kann wiederum auch in der Schweiz genutzt werden.

VoLTE und WLAN Call nur für Vertragskunden

Ein weiterer Vorteil für Kunden, die sich für den Laufzeitvertrag entscheiden, ist die Nutzung der neuen Telefonie-Standards Voice over LTE (VoLTE) und Voice over WiFi (WLAN Call). Dadurch entfällt der automatische Wechsel ins GSM- bzw. UMTS-Netz beim Gesprächsaufbau. Zudem werden der Verbindungsaufbau zuverlässiger und die Sprachqualität besser.

Mit WLAN Call können die Kunden innerhalb von Gebäuden mit schlechter Mobilfunkversorgung telefonieren, da die Verbindungen via Internet anstelle der klassischen Mobilfunknetzes aufgebaut werden. Ferner lassen sich Roamingkosten außerhalb der EU sparen, während der Dienst innerhalb der Europäischen Union auch zur Kostenfalle werden kann.

Echte Daten-Flat im MagentaMobil S buchbar

Zumindest im ersten Monat nach Vertragsabschluss haben Kunden in den MagentaMobil-Vertragstarifen eine echte Daten-Flatrate zur Verfügung. Auch im MagentaMobil S ist die DayFlat unlimited in den ersten 31 Tagen nach Schaltung der SIM-Karte Vertragsbestandteil. Danach kann diese Option bei Bedarf für 4,95 Euro gebucht werden. Damit wird für 24 Stunden der Datenzähler angehalten. In den MagentaMobil-Start-Tarifen ist eine solche echte Daten-Flatrate nicht vorgesehen.

Prepaid-Nutzer profitieren wiederum von der Möglichkeit, die Allnet-Flat nur dann zu buchen, wenn der Tarif wirklich benötigt wird. Wer zwischenzeitlich mit einem kleineren Preisplan auskommt, kann diesen jederzeit wählen und je nach Nutzungsverhalten später wieder auf die Allnet-Flat umsteigen. So flexibel ist das Postpaid-Modell nicht, wo man allerdings die Möglichkeit hat, in einen höherwertigen Tarif zu wechseln, der dann nicht nur mehr Datenvolumen bietet, sondern auch die Möglichkeit einräumt, die kostenlose Zero-Rating-Option StreamOn zu buchen.

Keine Datenoptionen bei Telekom Prepaid

Auf Prepaidbasis ist der MagentaMobil Start XL der "größte" Tarif. Für Kunden, die regelmäßig mehr als 1,5 GB ungedrosseltes Datenvolumen im Abrechnungszeitraum benötigen, bleibt nur der Wechsel in einen Laufzeitvertrag. Anders als Vodafone und o2 bietet die Deutsche Telekom für ihre Prepaidtarife keine zusätzlichen Datenoptionen an.

Einzige Möglichkeit, an zusätzliches Datenvolumen zu kommen, ist die auch für Vertragskunden verfügbare SpeedOn-Option, die jeweils nach Verbrauch der Inklusivleistungen genutzt werden kann. Für 4,95 Euro bekommen die Kunden 250 MB Volumen, für 7,95 Euro sind 500 MB enthalten und zum Preis von 9,95 Euro lassen sich 750 MB nachbuchen.

In beiden Tarifen steht zudem "LTE max." zur Verfügung. Das heißt, die Kunden surfen mit bis zu 300 MBit/s im Internet - je nach Netzverfügbarkeit am Aufenthaltsort und abhängig vom verwendeten Endgerät. Das ist ein Vielfaches der Performance eines ADSL- oder VSDL-Anschlusses im Festnetz. In unserem Telekom-Netztest lesen Sie, welche Übertragungsraten wir in der Praxis erreicht haben.

MagentaMobil Start XL vs. MagentaMobil S

  Telekom
Magenta Mobil Start XL Magenta Mobil S
Netz Telekom
Monatl. Grundgebühr 24,95 34,95 1)
Einrichtungskosten 9,95 29,95
Mindestlaufzeit 28 Tage 24 Monate
Abrechungszeitraum 28 Tage 1 Monat
Kosten  
Festnetz 0,00
Mobilfunk 0,00
SMS 0,00
Daten  
Netz-Technik LTE
Downstream / Upstream 300 / 50 MBit/s 300 / 50 MBit/s
Datenvolumen 1,5 GB 1 GB
Datenautomatik Keine
Geschw. Drossel 64 / 16 kBit/s
Abrechnungstakt 10 kB
Weitere Merkmale  
Besonderheiten 10 Euro
Startguthaben inklusive
Dayflat unlimited
die ersten 31 Tage kostenlos
Stand: 07. Juli 2017.
1) Bei Online-Buchung reduziert sich die monatliche Grundgebühr auf 26,95 Euro.
Preise in Euro.

Fazit: Derzeit wenige Argumente für Laufzeitvertrag

Der MagentaMobil Start XL kostet über einen Zeitraum von zwei Jahren (bei 26 Grundgebühren aufgrund der Abrechnung im Vier-Wochen-Rhythmus) insgesamt 648,70 Euro, während für den MagentaMobil S bei Online-Buchung 646,80 Euro anfallen. Die beiden Tarife sind von den Kosten her demnach fast gleichauf. Im Prepaid-Plan erhalten die Kunden aber mehr Datenvolumen und sie müssen sich nicht für zwei Jahre an den Tarif binden. Dafür entfallen Schweiz-Roaming, DayFlat unlimited, VoLTE und WLAN Call.

Auch wenn einige Features des MagentaMobil S im Prepaidmodell fehlen, ist der Laufzeitvertrag mit Start des MagentaMobil Start XL kaum noch attraktiv, zumal typische Postpaid-Funktionen wie StreamOn, MultiSIM und Festnetznummer im kleinsten Vertragstarif ebenfalls nicht oder nur gegen Aufpreis verfügbar sind. Wirklich empfehlenswert ist der MagentaMobil S allenfalls mit MagentaEINS-Rabatt.

Mit unserem Tarifvergleich zu Allnet-Flatrates im Mobilfunknetz der Deutschen Telekom haben Sie die Möglichkeit, ein für Ihre Bedürfnisse passendes Preismodell zu ermitteln.

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