Netzinvestor

Telekom-Chef Höttges: Netzausbau zahlt sich aus

Heute morgen präsentierte die Deutsche Telekom ihre aktuellen Quartalszahlen im Rahmen einer Telefonkonferenz - teltarif.de verrät weitere Details.
Von / Marie-Anne Winter

Telekom-Chef Timotheus Höttges Telekom-Chef Timotheus Höttges: "Wir machen unser Ding."
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Heute morgen präsentierte die Deutsche Telekom ihre aktuellen Quartalszahlen im Rahmen einer Telefonkonferenz, teltarif.de war für Sie mit dabei. Ergänzend zu unserer Meldung von heute Morgen möchten wir Ihnen hier noch einige Hintergrund-Informationen liefern.

Mit den Worten "Ich bin ein bekennender Netzinvestor" begrüßte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Telekom, Timotheus Höttges, die Teilnehmer. Durch den massiven Netzausbau bei Mobilfunk und Festnetz kommen mehr Kunden zur Deutschen Telekom, was sich unterm Strich für das Unternehmen rechne. Telekom-Chef Timotheus Höttges Telekom-Chef Timotheus Höttges: "Wir machen unser Ding."
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So stiegen die Anschlusszahlen und damit die Marktanteile. Im Vergleich zu 2013 hat die Telekom eine Milliarde Euro mehr in den Netzausbau gesteckt. Im Festnetz werden inzwischen 527 000 neue Festnetz-Anschlüsse über IP-Technik (VoIP, NGN) erreicht. Wo die Deutsche Telekom Vectoring anbietet, erzielt sie spürbare Kundengewinne. Höttges sagte dazu: "Bandbreite zahlt sich aus."

Was ihn besonders freut: Die Hälfte aller Kunden mit einem Glasfaservertrag buchten auch gleich Entertain, das Fernsehen über den Telefonanschluss mit dazu. Die Anschlussverluste im Festnetz, wo Kunden ihren Anschluss gekündigt und zu einem anderen Anbieter gewechselt haben, lagen in diesem Quartal unter 170 000, ein Wert der letztmalig vor 10 Jahren erzielt werden konnte, dazwischen sah es weitaus schlechter aus.

Für 39 Prozent der Haushalte sind die Vorbereitungen für den Glasfaseranschluss bereits geschaffen. Unter "Glasfaser" versteht Höttges nicht nur die Lichtleiter bis in die Wohnung (FTTH), sondern auch zum Schaltkasten auf dem Bordstein (FTTC) und Gebiete mit Vectoring-Technolgie. Dabei zählt er direkte Kunden der Deutschen Telekom und der Mitbewerber, welche über Wholesale ihren Anschluss erhalten, zusammen. Damit sind rund 15,9 Millionen Haushalte (1,7 Millionen mehr als im Vorjahr) erreichbar. Die Telekom habe derzeit 50 000 Baustellen - "wir bauen massiv aus"., 45 Prozent ginge in den Breitbandausbau, Hybridlösungen und Vectoring. "Wir machen unser Ding. Das Netz ist die Grundlage."

Fusion o2-E-Plus - Telekom freut sich auf Infrastruktur-Wettbewerb

In Anbetracht der aktuellen Fusion von Telefónica o2 und E-Plus begrüßt Höttges den Wettbewerb bei der Infrastruktur, denn "der ist nachhaltig im Sinne des Kunden". Er sei nur verwundert, dass von Vodafone nur eine Antwort komme, nämlich sinkende Preise. Damit lasse sich auf Dauer kein Wert schöpfen und könne das Netz nicht verbessert werden.

Massiver Netzausbau bei LTE

Das LTE Netz der Deutschen Telekom erreicht nach Angaben von Höttges derzeit 77 Prozent der Bevölkerung, "die Versorgung geht in die Häuser rein". Damit sind 19 Millionen Kunden mehr als Mitte 2013 mit LTE erreichbar. 3 000 Senderstandorte wurden mit UMTS-Technik bestückt, mit LTE sind 11 000 Telekom-Standorte in der Luft (ein Zuwachs von 5 000 Stationen gegenüber 2013), alle LTE-Stationen sind über Glasfaser direkt an das Vermittlungsnetz angebunden.

Höttges freut auch sich über die "Top-Netzqualität", welche in allen wichtigen Tests bestätigt worden sei, aktuell kam die Stiftung Warentest zu diesem Urteil.

Zur Jahresmitte nutzen 4,3 Millionen Kunden das LTE-Netz der Deutschen Telekom. Höttges berichtet über Zuwachs bei Original Telekom (D1) und seiner Discount-Tochter Congstar. Die Service-Umsätze seien "praktisch stabil" und das, obwohl der Gesamtmarkt um 2 Prozent schrumpfe, sei die Telekom stabil geblieben, habe also anteilsmäßig dazu gewonnen.

Für Börsen-Fans ergibt sich daraus eine so genannte bereinigte EBITDA-Marge von 41,3 Prozent was einem Zuwachs von 0,7 Prozent entspreche. Höttges will seine gute Position verteidigen, denn der "Wettbewerb hat an Fahrt aufgenommen". Die Telekom will ihre Produkte differenzieren und das auch auf der Berliner Funkausstellung (IFA) in den Mittelpunkt stellen.

600 MHz Band für Mobilfunk - in den USA

Nächstes Jahr steht in den USA eine weitere Frequenzversteigerung an. Dabei sollen Frequenzen bei 600 MHz unter den Hammer kommen, in Deutschland wird hingegen über Frequenzen bei 700 MHz diskutiert. Diese Frequenzbereiche werden in Europa vom terrestrischen Fernsehen genutzt und sind aufgrund der höheren Reichweite für die Mobilfunkanbieter sehr interessant. Höttges plädierte dafür, dass der US-Regulierer den kleineren Anbietern bei der Ersteigerung eine faire Chance geben solle.

Der französische Herausforderer Iliad hatte für T-Mobile USA ein Angebot abgegeben, das aber den Kriterien der Deutschen Telekom hinsichtlich Wertsteigerung nicht entspricht und daher nicht weiter kommentiert wird.

In Europa läuft das von Orange Frankreich und der Deutschen Telekom betriebene Gemeinschaftsunternehmen Everything Everywhere laut Telekom "hervorragend". "Wir sind besser als der Wettbewerb und sehen keinen Grund daran etwas zu ändern."

Auf die Fragen von teltarif.de zu möglichen Aktivitäten von Orange im deutschen Mobilfunk, will Höttges "bei Gelegenheit seinen französischen Kollegen" ansprechen. Die aktuelle Krise zwischen der Ukraine und Russland habe keine Auswirkungen auf das Geschäft der Deutschen Telekom Netzwerk-Tochter GTS, denn deren Schwerpunkt liege in Polen.

Weitere Berichte zum Thema Glasfaserausbau, den aktuellen Geschäftszahlen und T-Mobile USA lesen Sie in einer weiteren Meldung.

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