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Telekom: "LTE-Versorgung soll bes­ser als GSM werden"

Wir haben auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona mit Walter Goldenits, Geschäftsführer Technologie der Telekom Deutschland GmbH, gesprochen.
Vom Mobile World Congress aus Barcelona berichtet
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Walter Goldenits im teltarif.de-GesprächWalter Goldenits im teltarif.de-Gespräch Das LTE-Netz der Deutschen Telekom erreicht derzeit eine Bevölkerungsabdeckung von 94 Prozent in Deutschland. Das sagte Walter Goldenits, Geschäftsführer Technologie der Telekom Deutschland GmbH, im Gespräch mit teltarif.de auf dem Mobile World Congress (MWC) in Barcelona.

Vor knapp einem Jahr hatte das Bonner Telekommunikationsunternehmen den Auf- und Ausbau des 4G-Netzes im Frequenzbereich um 900 MHz gestartet. Dabei verfolgt die Telekom das Ziel, das mobile Breitbandnetz in einem Zeitraum von zwei Jahren nahezu flächendeckend anzubieten. Zur "Halbzeit" zeigte sich Walter Goldenits zuversichtlich, dieses Ziel zu erreichen. Perspektivisch solle das 4G-Netz eine bessere Abdeckung als das heutige GSM-Netz bekommen.

UMTS fällt mittelfristig weg

2G bleibe als Basisnetz erhalten, UMTS werde dagegen nur noch solange betrieben, wie es von Kunden benötigt wird. Als mögliches Abschaltdatum nannte Goldenits 2020/21. Dieser Termin kommt nicht überraschend. So wird in der Leistungsbeschreibung der Deutschen Telekom schon seit mehr als einem Jahr das Jahresende 2020 als möglicher Zeitpunkt für den Wegfall des UMTS-Netzes genannt.

Auf Nachfrage räumte der Netzbetreiber seinerzeit ein, dabei handele es sich um eine "rechtliche vorbereitende Maßnahme". Der Frequenzbereich um 2100 MHz, der zurzeit noch für UMTS genutzt wird, kann nach der Abschaltung der 3G-Technik zusätzlich für LTE genutzt werden, was für den Kunden letztlich mehr Bandbreite für den mobilen Internet-Zugang bedeutet.

Nach wie vor unklar ist, wann die Telekom - wie auch die anderen deutschen Mobilfunk-Netzbetreiber - LTE auf 700 MHz anbieten kann. Bislang wurde der Frequenzbereich für terrestrisches Fernsehen genutzt. Vor der Inbetriebnahme der 4G-Mobilfunknetze in diesem Bereich müssen die bisherigen Bedarfsträger naturgemäß auf andere Frequenzen ausweichen, damit es zu keinen gegenseitigen Interferenzen kommt.

LTE 1500 vor allem für Hybrid-Kunden

Als weiterer Frequenzbereich für 4G steht 1500 MHz bereit. Allerdings fehlen dafür derzeit noch die passenden Modems. Die Telekom will das Band unter anderem zur Schaffung zusätzlicher Kapazitäten, etwa für Kunden mit Hybrid-Anschlüssen, nutzen. Damit ließen sich die "klassischen" LTE-Frequenzbereiche entlasten. Auch wenn Hybrid-Kunden gegenüber klassischen Mobilfunktarifen nachrangig behandelt werden, sei die Belastung in den LTE-Zellen naturgemäß spürbar, zumal der Datenverkehr beim Festnetz- oder Hybrid-Anschluss um den Faktor 10 höher sei als bei reinen Mobilfunktarifen.

Auch nach dem Start von 5G bleibe LTE das Kernnetz, ist sich Walter Goldenits sicher. Der künftige Mobilfunkstandard komme im ersten Schritt an Hotspots zum Einsatz, wo der Bedarf an Bandbereite besonders hoch sei.

Auf die Frage, wann weitere Kunden, etwa von Discountern wie congstar, das LTE-Netz der Telekom nutzen könnten, antwortete Goldenits, das sei kein technisches Problem, sondern eine Sache der Vermarktung. Das Netz sei gerüstet, um auch diese Kunden zusätzlich aufzunehmen.

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