4G

EDEKA smart mit LTE: Wann folgen Penny Mobil & Co.?

Während EDEKA-smart-Kunden das LTE-Netz der Telekom nutzen können, bleiben Nutzer anderer Marken weiter außen vor. Doch der Widerstand der Telekom gegen die LTE-Verweigerung für Discounter bröckelt.
AAA
Teilen (13)

Wann kommt LTE für weitere Discounter?Wann kommt LTE für weitere Discounter? EDEKA smart ist als neue Mobilfunkmarke mit einem Prepaid-Angebot im Netz der Deutschen Telekom gestartet. Dabei haben die Kunden auch Zugriff auf das LTE-Netz des Bonner Telekommunikationskonzerns. Sie surfen mit "LTE max.", also der maximal technisch möglichen Übertragungsgeschwindigkeit am jeweiligen Aufenthaltsort. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn Kunden anderer Partnermarken müssen im Telekom-Netz noch immer auf den Zugang zum 4G-Netz verzichten. Der Rewe-Konzern dürfte beispielsweise wenig erfreut darüber sein, dass mit EDEKA nun ein direkter Konkurrent nicht nur Zugriff auf das LTE-Netz der Telekom hat, sondern auch offensiv damit wirbt. So finden sich auf der Webseite von EDEKA smart immer wieder Logos mit Hinweisen auf "LTE max.", während es bei den Rewe-Marken Penny Mobil oder ja!mobil keine Werbung für die gebotene Netztechnologie gibt. Kein Wunder: Die Prepaidmarken aus dem Rewe-Konzern, deren Tarife technisch von congstar abgewickelt werden, funken zwar ebenfalls im Telekom-Netz, allerdings ohne Zugriff auf den LTE-Standard.

Telekom-Co-Branding vs. Discounter

Der Unterschied ist, dass es sich bei EDEKA smart ähnlich wie beim Mobilfunkangebot des FC Bayern München um ein Telekom-Co-Branding-Produkt handelt. Dabei werden die Prepaid-Tarife des Netzbetreibers zu sehr ähnlichen Konditionen wie bei der Telekom selbst verkauft. Penny Mobil und ja!mobil bieten wiederum keine direkten Telekom-Tarife, sondern Preismodelle des Discounters congstar an, dem der Netzbetreiber nach wie vor nur sehr zögerlich den LTE-Zugang gestattet.

congstar selbst kann immerhin bei seinen Homespot-Tarifen mittlerweile LTE anbieten. Dabei handelt es sich allerdings um DSL-Ersatzlösungen auf Mobilfunkbasis, die nur im Bereich einer festen Nutzungsadresse funktionieren. In den Smartphone-Tarifen stehen nach wie vor nur GSM und UMTS zur Verfügung. Dabei war das nicht immer so. Direkt nach congstar-Start konnten die Kunden sehr wohl das 4G-Netz für den Internet-Zugang nutzen. Wer heute noch einen Vertrag aus dieser Zeit besitzt und nie den Tarif gewechselt hat, verfügt noch immer über die LTE-Freischaltung.

Erst nachdem die Telekom mitbekommen hatte, dass sie als seinerzeit einziger Netzbetreiber LTE auch in den Vorleistungstarifen für andere Marken automatisch freigeschaltet hatte, wurde diese Praxis geändert. War 4G noch vor wenigen Jahren in Tarifen, die ohnehin kein "LTE max." unterstützten, sondern bei denen die Kunden beispielsweise mit 7, 14 oder 21 MBit/s im Downstream auskommen mussten, noch eine nette Zugabe zum UMTS-Netz, so wird der Nachteil, der betroffenen Kunden durch die 4G-Sperre entsteht, immer größer.

Discounter-Kunden müssen auf dem Land oft mit EDGE auskommen

Der UMTS-Ausbau stagniert, die Telekom spricht offen davon, den 3G-Standard mittelfristig abzuschalten. Das LTE-Netz wird hingegen immer weiter in die Fläche ausgebaut, sodass es heutzutage auch an vielen Orten zur Verfügung steht, an denen der UMTS-Standard nie ausgebaut wurde. Können EDEKA-smart-Kunden in solchen Regionen schneller als über so manchen Festnetzanschluss im Internet surfen, so haben die Besitzer von SIM-Karten, die von Discountern wie congstar, Penny Mobil oder ja!mobil stammen, nur den EDGE-Standard und somit einen sehr langsamen Internet-Zugang zur Verfügung.

Immerhin bröckelt der Widerstand gegen die LTE-Freigabe für Kunden anderer Marken allmählich. Der congstar Homespot war dafür das erste Beispiel. Dazu kommen mittlerweile EDEKA smart, FCB Mobil und nicht zuletzt Truphone mit einem Prepaidangebot auf der eSIM, die in neueren Modellen des Apple iPad integriert ist. Es dürfte daher nur eine Frage der Zeit sein, bis auch klassische Discounter den 4G-Zugang bekommen. Eine interessante These zur LTE-Freischaltung bei Discountern hatte klarmobil bereits auf der IFA im September vergangenen Jahres aufgestellt.

Teilen (13)

Mehr zum Thema Mobiles Internet