Hintergrund

Telekom: So wird ein neuer Mobilfunk-Mast aufgestellt

Der Bau eines Mobilfunk-Masts dauert nur wenige Stunden. Doch kaum jemand weiß, wie lange die Planung davor dauert. Und wenn der Mast erst einmal steht, wundern sich Anwohner, warum sie noch auf LTE warten müssen.
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Die meisten Anwohner freuen sich, wenn in ihrer Nähe ein Mobilfunk-Mast aufgestellt wird - denn dann haben alle Aussicht auf eine bessere Netzversorgung, meist mit Highspeed-LTE. Welche aufwändigen Vorbereitungen für die Suche eines geeigneten Standorts und die Aufstellung eines Masts notwendig sind, weiß fast niemand. Und wenn der Mast steht, wundern sich viele: Warum passiert wochenlang nichts?

In einem Blogeintrag beschreibt die Telekom die Suche und Realisierung eines neuen Mobilfunk-Standortes am Beispiel eines Funkmasts in Friedrichshafen-Ailingen.

Langwierig: Standortsuche und Bauvorbereitungen

Telekom: Aufstellung eines neuen FunkmastsTelekom: Aufstellung eines neuen Funkmasts Die Suche nach einem neuen Standort war notwendig geworden, weil das Gebäude, auf dem die bisherigen Antennen standen, abgerissen werden sollte. Ganz einfach war es nach dem Bericht der Telekom nicht, einen neuen Standort zu finden - die Suche dauerte drei Jahre. Der schließlich gefundene Platz lag dann nahe am Bodensee in einem "landschaftlich sensiblen Bereich", wie die Telekom schreibt.

Die Naturschutzbehörde verlangte deswegen eine so genannte "Eingriffs- und Ausgleichsbilanz". Im Gegenzug für den Mastbau musste die Telekom wieder Ginstersträuche anpflanzen, damit die ortsansässige Haubenlerche und andere Arten sich weiterhin heimisch fühlen. Außerdem schaltete sich die Flugsicherung ein, weil der Mast nahe am Flughafen Friedrichshafen liegt. Ergebnis: Die Telekom musste das oberste Stück des Masts rot-weiß färben und Signalleuchten anbringen.

Schließlich musste die Baugenehmigung eingeholt werden. Doch auch dann lief nicht alles reibungslos. Denn im Zweiten Weltkrieg ging auf Friedrichshafen ein wahrer Bombenhagel nieder und bis heute werden vergessene Sprengkörper entdeckt. Darum musste eine Fachfirma ein Gutachten für den Standort erstellen.

Nach dem Aufstellen: Warten auf die Netzintegration

Schließlich konnte das Fundament für den Mast gelegt werden. Die Anlieferung und Aufstellung des Masts war laut dem Bericht dann nur noch eine Routinearbeit, die in mehreren Stunden erledigt ist.

Ein Kranwagen hob die drei Teile des Masts vom Tieflader. Wichtige Elemente wie die Stegleiter für die Monteure wurden noch am Boden montiert und die Kletterer bereiteten sich mit Seilen und Karabinerhaken auf ihren Einsatz vor. Schließlich wurden die drei Teile des Masts nach und nach im Fundament übereinandergesetzt und miteinander verschraubt. Zuvor wurde natürlich der unterste Teil im Fundament arretiert.

Schließlich wurden zwei begehbare Stahlplattformen über den Mast gestülpt und mit diesem verbunden. An diesen Plattformen wurden schließlich die Antennen befestigt. Die nun folgenden Monate sind für die Anwohner oft unverständlich, wenn trotz sichtbar montierter Antennen keine Änderung der Netzversorgung zu beobachten ist.

Denn nun muss der Standort genau nach den Vorgaben der Bundesnetzagentur ins bestehende Mobilfunknetz integriert werden. Jede Funkzelle muss störungsfrei mit den bereits bestehenden zusammenarbeiten. Ein wichtiges Stichwort ist der Handover: Alle Netzteilnehmer müssen ohne Unterbrechung von einer Funkzelle in die benachbarte übergeben werden, egal ob gerade ein Telefonat stattfindet, eine Datenverbindung genutzt wird oder sich das Handy im Standby befindet.

Die Telekom legt manchmal auch "Tage der Netzdefinition" fest: An diesen Tagen wird ein ganzer Schwung von neu installierten und bereits getesteten Standorten auf einen Schlag im Netz live geschaltet. Nun stand auch der Standort in Friedrichshafen für alle Kunden zur Verfügung.

Wie schwierig die Suche nach einem Standort mitunter werden kann, haben wir in einem früheren Bericht verdeutlicht.

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