Abschaffung

Telekom: Kommt 2020 das Aus für die MMS?

Die MMS hat die SMS nie komplett ersetzt und beide werden momentan nach und nach von Messenger-Diensten wie WhatsApp verdrängt. In den Preislisten der Telekom gibt es nun einen mysteriösen Hinweis zum Ende der MMS.
AAA
Teilen (18)

Eine wirkliche Erfolgsgeschichte kann man der MMS nicht bescheinigen - die alte SMS konnte sie nie ganz ablösen, da die SMS beispielsweise im Bereich des sicheren Online-Bankings für die Übermittlung von Trans­aktions­nummern (TAN) immer noch eine wichtige Rolle spielt. Für die Kommunikation zwischen Freunden und Verwandten haben längst Messenger-Dienste wie WhatsApp den Siegeszug angetreten.

Darum ist es fraglich, wie lange die Mobilfunk-Netzbetreiber die technischen Plattformen für die MMS noch weiter betreiben werden. Bei der Telekom gibt es nun erste Hinweise darauf, dass der Dienst vielleicht in einigen Jahren abgeschaltet wird.

MMS-Portale nach wie vor aktiv

Webseite der Telekom zum MMS-AbrufWebseite der Telekom zum MMS-Abruf Schon vor dem Siegeszug des mobilen Internets und Mobilfunk-Tarifen mit Datenverbindung war die MMS in technischer Hinsicht ein interessantes Bindeglied zwischen Mobilfunk und Internet, weil sie zusammen mit Bild- und Video-Inhalten nicht nur auf Handys abrufbar war, sondern auch an E-Mail-Adressen versandt sowie im Browser abgerufen werden konnte und daher eine im Vergleich zur SMS erweiterte technische Infrastruktur als Basis hatte. Diese technische Basis erläutern wir auf unserer Ratgeberseite zur MMS-Technik.

Nach wie vor sind so gut wie alle neu verkauften Feature-Phones und Smartphones MMS-fähig. Auch die Telekom betreibt weiterhin diverse Portale, über die die Kunden eine MMS im Webbrowser aufrufen können, falls sie auf dem Handy oder Festnetz-Telefon nicht korrekt darstellbar ist. Dies kann beispielsweise passieren, wenn das Gerät nicht für MMS konfiguriert ist, das Handy mehr als drei Tage ausgeschaltet war oder der Kunde sich im Ausland aufhält.

Die Telekom hat weiterhin die Portale mmsabruf.telekom.de und mms.telekom.de in Betrieb, um MMS abzurufen. Hierfür muss die eigene Rufnummer inklusive Pluszeichen und Ländervorwahl sowie der in der MMS genannte PIN-Code eingegeben werden. Als Browser empfiehlt die Telekom, den Internet Explorer oder den Firefox zu verwenden. Bei den Browsern auf Smartphones und Tablets kann es laut Aussagen der Telekom mit der Seite zu Schwierigkeiten kommen.

Hinweise auf Ende der MMS im Juni 2020

In der Preisliste Mobilfunk der Telekom steht seit einigen Wochen unter dem Punkt 3.3 "Versand und Empfang von MMS": "Der Versand und Empfang von MMS ist - vorbehaltlich einer Verlängerung - nur bis zum 30.06.2020 Vertragsbestandteil." Offenbar behält sich die Telekom also vor, den Dienst nach diesem Datum abzuschalten oder ihn auch weiterhin zu betreiben, falls eine Nachfrage bestehen sollte.

Wir haben diesbezüglich zweimal bei der Telekom angefragt, um eine verlässliche Aussage zur Zukunft oder zum Ende der MMS zu erhalten, aber beides Mal leider keine Antwort erhalten.

An den Preisen für die MMS hat sich in den vergangenen Jahren ebenfalls wenig geändert: Bei der Telekom ist der Empfang von Foto-MMS und Video-MMS kostenlos. Der Versand von Foto-MMS und Video-MMS von einer Größe bis 300 kB (ausgenommen zu Sonder- und Servicerufnummern) kostet in alle deutschen Netze und an E-Mail-Adressen je MMS 39 Cent. Zu MMS-Roaming-Netzen und sonstigen ausländischen Mobilfunknetzen werden je MMS 79 Cent abgerechnet.

Wie das eigene Handy oder Smartphone für den MMS-Dienst konfiguriert werden muss, erläutern wir in unserem Ratgeber zur MMS-Konfiguration.

Teilen (18)

Mehr zum Thema MMS