Technik

Telekom MiniMSAN: Vectoring im Schuhkarton für ländliche Gebiete

Der VDSL-Ausbau erfordert Bau­maß­nahmen und Ge­nehmigungs­ver­fahren. Mit einem Kvz-Aufsatz will die Telekom Kunden in ländlichen Gebieten schneller anbinden - doch das hat Grenzen.
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Im Herbst vergangenen Jahres hat die Telekom eine neue Technik für Verteilerkästen vorgestellt. Eingesetzt wird sie vor allem im ländlichen Raum, um bisher mit Breitband unterversorgte Gebiete ans DSL-Netz anzuschließen. Heute gab die Telekom in ihrem Unternehmensblog bekannt, dass nun erste Schaltverteiler mit dem neuen Modul ausgerüstet werden.

Bei dem etwa schuhkartongroßen Modul handelt es sich um eine Technik-Erweiterung für Kabelverzweigern (Kvz). Es nennt sich MiniMSAN, ausführlich "Mini Multi-Service Access Node", also "Zugangsknoten für mehrere Dienste", wie die Telekom den Fachbegriff in ihrem Blog übersetzt. Die Kvz-Erweiterung hat für die Telekom beim Breitbandausbau beträchtliche Vorteile - organisatorische und finanzielle.

So profitiert die Telekom von der MiniMSAN-Erweiterung

MiniMSAN der Telekom wird geprüftMiniMSAN der Telekom wird geprüft Das reguläre Verfahren beim VDSL(-Vectoring)-Ausbau der Telekom ist, dass die Telekom den bisherigen Verteilerkasten entweder komplett durch einen MSAN ersetzt oder einen zweiten Kasten neben dem bisherigen Kvz aufstellt. Dazu benötigt sie die Genehmigung der Kommune, aber anders als zunächst an dieser Stelle berichtet keine Baugenehmigung. Ein regulärer MSAN kann etwa 400 Haushalte mit schnellem Internet versorgen, aufgrund der hohen Temperaturen im Inneren muss er sogar gekühlt werden. Dieses Verfahren ist überwiegend in stark besiedelten Gegenden wie Städten sinnvoll und wird auch weiterhin dort angewandt.

In ländlichen Gebieten wird der bestehende Kvz lediglich um ein MiniMSAN erweitert, was die Baukosten erheblich verringert. Der MiniMSAN wird entweder in das Gehäuse des bisherigen Kastens eingesetzt oder auf diesen oben aufgesetzt. Eine Genehmigung der Kommune nur dann fällig, wenn der MiniMSAN in einer Haube auf den bestehenden Kvz aufgesetzt wird. Wird das Gerät in den Kvz integriert ist auch das nicht notwendig.

Zwei Arbeitsschritte bleiben der Telekom allerdings nicht erspart. Der bisherige Kasten muss für den Breitbandausbau nach wie vor mit Glasfaser und mit Strom versorgt werden. Die Grabungsarbeiten muss die Telekom also weiterhin durchführen. Das Breitband-Signal kommt im Kasten dann beim MiniMSAN an und wird von dort auf die Haushalte verteilt. Einen Nachteil gibt es bei dieser Lösung allerdings: Der MiniMSAN ist nur für maximal 48 Haushalte geeignet. "Doch das genügt für dünner besiedelte Regionen allemal", schreibt die Telekom in ihrem Blog.

Momentan läuft in Sachsen-Anhalt eine Testphase mit über 100 MiniMSAN-Standorten. Weitere Regionen sollen sukzessive ausgebaut werden. Zunächst plant die Telekom die Installation von rund 6000 MiniMSANs, diese sollen 300 000 Haushalten dann schnelles Internet bescheren.

MiniMSAN im Video

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