Unterschiede

Kein Call by Call, WLAN to Go & TV: Die Nachteile von Magenta Start

Die Telekom bietet jetzt auch Anschlüsse über die Leitungen anderer Anbieter an. Doch die Tarife unterscheiden sich von denen für alle anderen Telekom-Kunden. Wir haben die wichtigsten Unterschiede zusammengestellt.
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Wie berichtet, hat die Telekom heute ihre erste offizielle Kooperation mit einem Wettbewerber bekanntgeben. Sie kauft in Regionen, in denen sie selbst keine schnellen Leitungen verlegt hat, die Kapazität von - in diesem Fall - innogy ein. Doch das bedeutet nicht automatisch, dass die Kunden über die Buchungsmasken der Telekom und das Callcenter die jeweiligen Anschlüsse buchen können: Sowohl die Buchungsplattform als auch die Tarife unterscheiden sich von den regulären Angeboten. Und: Die unter Magenta Zuhause Start vermarkteten Tarife bringen einige Überraschungen mit sich - zumeist zum Nachteil der Kunden.

Positiv ist, dass ein Neuanschluss keine Bereitstellungskosten mit sich bringt. Bei den normalen Angeboten berechnet die Telekom für einen neu geschalteten Anschluss 69,95 Euro. Die Telekom hat durch die Kooperation den Vorteil, dass sie Kunden auch in Regionen, in denen sie selbst keinen schnellen Internetzugang bieten kann, die Leitung des Mitbewerbers unter eigenem Namen anbieten kann. Derzeit bringt das allerdings noch die Verwirrung um zwei Tarifschienen mit sich. Der Plan der Telekom ist jedoch, dass auch die Anschlüsse auf Kooperationsbasis die gleichen Konditionen für die Endkunden bekommen können wie jene über echte Telekom-Leitungen.

Diese Unterschiede müssen die Kunden beachten

Glasfaser von anderen Anbietern: Die Telekom kauft jetzt auch bei der Konkurrenz ein.Glasfaser von anderen Anbietern: Die Telekom kauft jetzt auch bei der Konkurrenz ein. Die Unterschiede zwischen den neuen und den normalen Angeboten liegen eher im Detail. Doch diese Details können für viele Kunden entscheidend und mitunter auch überraschend sein. So ist es, wie Niek Jan van Damme heute auf der Pressekonferenz zur Vorstellung der Kooperation sagte, derzeit nicht möglich, das TV-Angebot Entertain bei diesen Anschlüssen zu buchen. Auch gibt es keine Möglichkeit, den Kombi-Vorteil MagentaEINS zu nutzen, wenn der Kunde auch seinen Mobilfunkanschluss bei der Telekom nutzt.

Beide möglichen Tarife sind mit einer Flatrate für die Festnetztelefonie ausgestattet, doch sind beispielsweise Optionen wie die WLAN-Option WLAN to go nicht buchbar. Der Grund dafür: WLAN to go setzt voraus, dass der Nutzer über den Telekom-Speedport-Router seine Leitung mit anderen Nutzern teilt und im Gegenzug auch Zugriff auf alle anderen Telekom-Hotspots bekommt. Bei den neuen Anschlüssen bekommt der Kunde jedoch keinen Speedport-Router. Er muss sich einen eigenen Router kaufen. Dabei empfiehlt die Telekom die FRITZ!Box 7490, die sie für 206,94 Euro inklusive Versand anbietet. Der Kunde kann sich den Router aber auch an anderer Stelle kaufen oder gar bei speziellen Anbietern mieten.

Offenbar auch kein Call by Call möglich

Gespräche zu deutschen Handys kosten 19 Cent pro Minute. Optionen wie Festnetz zu Mobilfunk oder gar Flatrates sind nicht verfügbar. Auch die Nutzung von Call by Call ist nach aktuellen Informationen nicht möglich, hier versuchen wir jedoch noch weitere Informationen zu bekommen. Offen ist hier auch die Frage, ob eine Nichtverfügbarkeit regulatorisch zulässig wäre. Die einzige tariflichen Zubuchoptionen sind die CountryFlat1 und CountryFlat2.

Die Telekom wird in den kommenden Monaten mehrere Kooperationen dieser Art bekannt geben. Im Interview mit teltarif.de sagte Telekom-Deutschland-Chef Niek Jan van Damme, die Wettbewerber hätten Interesse daran, ihre Netze besser auszulasten. Gleichzeitig sieht er aber auch, dass die Telekom sich in der Vergangenheit nicht immer gut mit den Wettbewerbern verstanden hat. "Wir haben sicherlich an der ein oder anderen Stelle etwas zu reparieren", sagte er in unserem Interview.

Update 26.1.: Darum ist kein Call by Call möglich

In der Tat müssen Nutzer dieser Anschlüsse ohne Call by Call auskommen. Wir zeigen Ihnen warum und was die Bundesnetzagentur dazu sagt.

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