Verschlimmbessert

Neue Magenta-Mobil-Tarife: Kunden in "kleinen Tarifen" gehen leer aus

Die neuen Magenta-Mobil-Tarife sind vor allem für Kunden in teuren Verträgen attraktiv. Privatkunden im Magenta Mobil S haben das Nachsehen, ein echter Einsteiger-Tarif ist nur für Geschäftskunden erhältlich.

Neue Telekom-Tarife nicht für alle Kunden interessant Neue Telekom-Tarife nicht für alle Kunden interessant
Foto: Telekom
Wie berichtet wird die Deutsche Telekom anlässlich der IFA in zwei Wochen offenbar neue Mobilfunk-Tarife vorstellen. Dabei sind bereits konkrete Pläne für Änderungen am Magenta-Mobil-Portfolio durchgesickert. Deutliche Verbesserungen gibt es dabei für die Tarife Magenta Mobil M und L, bei denen die Kunden zum gleichen Preis wie bisher mehr monatliches Highspeed-Datenvolumen erhalten.

Unklar ist dabei noch, wie die Telekom mit Kunden umgeht, die die Volumengrenze ihres Tarifs erreichen. Denkbar wäre, dass die Übertragungsgeschwindigkeit dann wie bisher auf 64 kBit/s gedrosselt wird. Immer mehr Mitbewerber des Bonner Telekommunikationsunternehmens sind aber zwischenzeitlich dazu übergegangen, stattdessen eine Daten-Automatik vorzusehen, bei der den Kunden kostenpflichtig weitere Highspeed-Datenpakete aufgebucht werden.

Schnelleres LTE - aber nur geringes Volumen-Kontingent

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Foto: Telekom
Vor allem aber berücksichtigt die Telekom - sollten sich die vorab bekannt gewordenen Informationen bestätigen - bei ihrem Tarif-Relaunch kaum die Nutzer, die den ohnehin schon recht teuren "günstigsten" Vertrag Magenta Mobil S wählen. Hier soll zwar die Übertragungsgeschwindigkeit des Internet-Zugangs über LTE von 25 auf bis zu 50 MBit/s steigen. Allerdings wird es den bislang vorliegenden Angaben zufolge bei nur 500 MB Highspeed-Datenvolumen pro Monat bleiben.

Unter diesen Umständen sorgt die höhere Geschwindigkeit wohl vor allem dafür, dass die Kunden früher die Drossel-Grenze erreichen oder - noch schlimmer - in die Falle einer Daten-Automatik laufen. Wenn im Tarif Magenta Mobil L künftig 2 GB inklusive sind, wäre es doch fair, das monatliche Highspeed-Volumen im Magenta Mobil S zumindest auf 1 GB anzuheben, zumal der Datenkonsum der Kunden naturgemäß dank multimedialer Webseiten wie YouTube etc. eher größer statt kleiner wird.

Geschäftskunden-Tarife berücksichtigen Wenignutzer besser

Gut stünde der Telekom dazu ein echtes Einsteiger-Angebot zu Gesicht, das für weniger als 29,95 Euro monatliche Grundgebühr zu bekommen ist (Magenta Mobil S ist nur in den ersten beiden Jahren nach Vertragsabschluss um zehn Prozent auf 26,95 Euro reduziert, wenn die Kunden online bestellen).

Kurios ist die Tatsache, dass es ein solches Preismodell für Geschäftskunden sehr wohl gibt. Der Magenta Mobil XS kostet 19,95 Euro (brutto) monatliche Grundgebühr. Dafür bekommen die Kunden eine Flatrate für netzinterne Telefonate sowie monatlich 50 Gesprächsminuten in andere Netze. Ebenfalls inklusive sind 50 SMS und eine Daten-Flat, die allerdings nur 200 MB ungedrosseltes Übertragungsvolumen pro Monat bietet.

Netzbetreiber-Tarife schon in den vergangenen Jahren verschlechtert

Schon in den vergangenen Jahren ist das Angebot vor allem für Kunden in preiswerteren Tarifen immer schlechter geworden. So sind Hotspot-Flatrate, Festnetznummer für die günstige Erreichbarkeit und MultiSIMs nur noch im Magenta Mobil L Plus und noch höherpreisigen Premium-Tarifen ohne monatliche Extra-Kosten inklusive. Dabei waren es doch gerade solche Features, die ein Argument für einen Netzbetreiber-Vertrag anstelle eines Discounter-Tarifs waren.

Kein Wunder also, dass die Telekom weiterhin mit der LTE-Freischaltung bei Discountern und Prepaidkunden geizt und selbst die eigene Discount-Tochter congstar keine Roaming-Angebote wie "All inclusive" abbilden darf. So kann man wenigstens die kleine Zielgruppe der Kunden, die diese Features zwingend brauchen, an die überteuerten Netzbetreiber-Verträge binden.

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